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Opportunity Cost

Opportunitätskosten: Was wir wählen und worauf wir verzichten

Anna besucht am Samstag einen Kurs zur Fahrradreparatur. In derselben Zeit könnte sie einen Ausflug machen oder eine angebotene Arbeitsschicht übernehmen. Der Kurs kostet sie deshalb mehr als die Teilnahmegebühr: Sie verzichtet auf eine andere Möglichkeit. Opportunity Cost bezeichnet diesen weniger sichtbaren Preis. Entscheidend ist die beste verfügbare Alternative, die entfällt, nicht die Summe aller denkbaren Möglichkeiten.

Opportunity Cost ist der Wert der besten umsetzbaren Möglichkeit, auf die wir zugunsten einer anderen verzichten. Gemeint sind Opportunitätskosten. Dazu können entgangene Einnahmen gehören, aber auch Erholung oder Zeit mit nahestehenden Menschen. Der Begriff schreibt keine Entscheidung vor. Er hilft, die tatsächlich vorhandenen Wahlmöglichkeiten zu verstehen.

Anna entscheidet sich für den Kurs; danach käme für sie der Ausflug. Dieser ist somit die beste aufgegebene Möglichkeit, obwohl auch die Arbeit angeboten wird. Könnte sie Ausflug und Schicht zeitlich nicht verbinden, addiert sie deren Nutzen nicht so, als verzichtete sie auf beides zugleich. Federal Reserve Education definiert die Kosten über die am höchsten bewertete aufgegebene Alternative. Ein anderer Mensch könnte die Arbeit an zweiter Stelle einordnen. [3]

Erließe der Veranstalter die Gebühr, würde Anna Geld sparen, aber nicht die Zeit am Samstag. Sie müsste weiterhin zwischen dem Kurs und einer anderen Tätigkeit wählen. Ludwig von Mises verbindet Kosten mit dem Wert der Befriedigung, auf die jemand verzichtet. Das gibt nicht jeder Stunde automatisch einen Preis in Höhe des Stundenlohns. Nach einer anstrengenden Woche kann für Anna Erholung wichtiger sein als zusätzliches Einkommen; jemand anders kann das anders sehen. [1]

Im Beispiel wurde Anna die Schicht tatsächlich angeboten. Hätte ihr Arbeitgeber keine Arbeit für sie, könnte sie nicht allein anhand ihres üblichen Stundenlohns automatisch entgangenen Verdienst ansetzen. James Buchanan bindet Kosten an eine konkrete Entscheidung. Deshalb sollten zunächst Zeit, Anfahrt und andere Einschränkungen geklärt werden. Manche Tätigkeiten lassen sich verbinden, andere schließen sich aus. Davon hängt ab, welche vollständigen Alternativen verglichen werden. [2]

Vor dem Kurs wird Anna krank und erwägt, zu Hause zu bleiben. Sind weder eine Erstattung der Gebühr noch die Übertragung des Platzes möglich, bringt ihr die Teilnahme die frühere Zahlung nicht zurück. Jetzt vergleicht sie den Nutzen der Teilnahme mit Erholung und anderen heutigen Möglichkeiten. So trennt man eine unumkehrbare Ausgabe von einer neuen Wahl. Kann sie dagegen eine Erstattung erhalten oder ihren Platz verkaufen, ist das eine heute verfügbare Option und gehört in den Vergleich. [2]

Anna erwartet, im Kurs die Reparatur ihres Fahrrads zu lernen. Später kann sich der Unterricht als weniger hilfreich erweisen als erhofft. Das verändert ihre Beurteilung des Ergebnisses, nicht ihr damaliges Wissen. Buchanan betont Erwartungen im Augenblick der Wahl. Daher sollte man unterscheiden, ob die Entscheidung angesichts der damaligen Möglichkeiten sinnvoll war und wie sie schließlich ausging. Enttäuschung allein beweist nicht, dass Anna die Zukunft hätte kennen können. [2]

Nach dem Kurs überlegt Anna, einen eigenen Raum als Werkstatt zu nutzen. Könnte sie ihn tatsächlich vermieten, verzichtet sie auf die verfügbaren Mieteinnahmen nach Abzug der mit der Vermietung verbundenen Ausgaben. Für einen Geldvergleich kann sie diese Einnahmen neben den neuen Ausgaben der Werkstatt berücksichtigen. Sie darf denselben entgangenen Mietertrag jedoch nicht unter einem anderen Namen nochmals als eigenen Kostenposten hinzurechnen. Das Beispiel zeigt, weshalb vollständige Alternativen auf gleicher Grundlage zu vergleichen sind: Ausgezahltes Geld und nicht erhaltenes Geld müssen unterschieden werden. [2]

Der Zahlungsbeleg für den Kurs zeigt, wie viel Anna bezahlt hat. Er misst aber nicht, wie wichtig ihr der Ausflug oder die Freude an einer eigenen Werkstatt ist. Mises und Buchanan unterscheiden persönliche Bewertung vom bloßen Geldbeleg. Ordinal Utility erklärt, wie sich Möglichkeiten nach ihrer Bevorzugung ordnen lassen, ohne Zufriedenheit in Einheiten zu messen. Ein Geldbudget ist nützlich, beschreibt aber nicht vollständig, warum jemand einen Weg vorzieht. [1] [2]

Verwendet Anna einen Teil ihres Geldes für Bitcoin, kann sie denselben Betrag nicht gleichzeitig für den Kurs ausgeben oder als Bargeldreserve behalten. Das ist eine Anwendung des Begriffs, keine Empfehlung für eine bestimmte Wahl. Jede Alternative umfasst Zeithorizont, Risiko, Kosten und Verfügbarkeit der Mittel. Dass der Preis später gestiegen ist, bedeutet nicht, dass Anna das bei ihrer Entscheidung hätte wissen können. Opportunity Cost fragt, worauf wir verzichten, nicht ob wir den späteren Gewinner schon kennen. [1] [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Ordinal Utility, Subjective Value Theory, Economic Calculation, Capital Goods, Time Preference, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Praxeology, Subjective Value Theory, Marginal Utility, Ordinal Utility.

DOC · 001Mises — Human Action, IVPrimärquelle DOC · 002Buchanan — Cost and Choice, 3Primärquelle DOC · 003Federal Reserve Education — Opportunity CostDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung