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Human Action

Menschliches Handeln: Was wir ändern wollen und wie wir es versuchen

Anna schließt ein Fenster, weil es zieht. Später verschiebt sie eine Zahlung, um den Empfänger zu prüfen. Ein Schritt ist sichtbar, der andere wirkt wie Nichtstun; beide können einen Zweck haben. Menschliches Handeln fragt nach Zielen, Mitteln und tatsächlichen Möglichkeiten, bevor wir Verhalten erklären.

Human Action bezeichnet beim Ökonomen Ludwig von Mises das Handeln, mit dem jemand einen aus seiner Sicht besseren Zustand erreichen will. Menschen wählen Mittel, können sich aber irren oder scheitern. So heißt auch Mises’ Buch von 1949; hier geht es vor allem um den Begriff, nicht um eine Zusammenfassung des ganzen Werks.

Anna schließt das Fenster gegen die Zugluft. Das Fenster ist ein Mittel, ein angenehmerer Raum das Ziel. Mises fragt zunächst, was jemand erreichen möchte. Ein durch Augenreizung ausgelöstes reflexartiges Blinzeln ist etwas anderes. Entscheidend ist nicht die Komplexität der Bewegung, sondern ob sie eine Absicht ausdrückt. Beobachtung allein verrät diese nicht unbedingt; manchmal müssen wir die Vorgeschichte kennen. [1]

Anna hat eine Zahlung vorbereitet, wartet aber noch, um den Empfänger zu prüfen. Könnte sie senden, gehört der Aufschub zu ihrem Plan. Zweckgerichtetes Handeln bedeutet also keine dauernde Aktivität. Hätte sie keinen Zugriff auf ihre Wallet, hätte dieselbe ausbleibende Zahlung eine andere Ursache. Nicht jede Verzögerung ist bewusste Geduld. Zuerst müssen wir wissen, ob ein Eingreifen möglich war und warum es unterblieb. [1]

Anna kann nachmittags ihr Fahrrad reparieren oder Freunde besuchen. Die Reparaturzeit kann sie nicht zugleich beim Besuch verbringen. Opportunity Cost bezeichnet den Wert der besten aufgegebenen Möglichkeit, nicht automatisch eine Zahl auf einem Beleg. Mittel und Ziele hängen außerdem von der Frage ab: Das reparierte Rad ist Ziel der Reparatur, aber Mittel für den Arbeitsweg. Zur Erklärung zählen erreichbare Alternativen, nicht alle denkbaren Möglichkeiten. [2]

Ein Krankenbesuch, eine Spende oder eine Entscheidung im Zorn können ebenso einen Zweck haben wie ein Kauf. Mises meint mit „rational“ hier weder perfekte Berechnung noch Kenntnis aller Folgen. Gemeint ist die Wahl von Mitteln im Hinblick auf ein Ziel. Damit billigen wir weder das Ziel noch die Mittel. Handeln kann großzügig, schädlich oder irrig sein; die Zweckgerichtetheit allein entscheidet nicht über seine moralische Vertretbarkeit. [1] [2]

Anna repariert ihr Fahrrad, doch auf dem Arbeitsweg tritt ein anderer Defekt auf. Der Misserfolg löscht die ursprüngliche Absicht nicht aus. Ihr Wissen über Mittel oder Umstände war unvollständig. Im Kapitel zur Unsicherheit betont Mises, dass der Handelnde die Zukunft nicht kennt. Trennen wir Erwartungen im Entscheidungszeitpunkt vom späteren Verlauf. Erfahrungen können den nächsten Plan ändern; bei der Beurteilung der ersten Wahl dürfen wir Anna kein nachträgliches Wissen unterstellen. [3]

Dasselbe gilt für Wallets. Um Bitcoin auszugeben, nutzt eine Wallet private Schlüssel: geheime Zahlen, mit denen sie digitale Signaturen zur Freigabe von Zahlungen erstellt. Jemand ändert eine Einstellung, weil er einen besseren Schutz seiner Schlüssel erwartet. Diese Überzeugung erklärt die Wahl; die tatsächliche Sicherheit verlangt eine Prüfung von Gerät und Vorgehen. Friedrich Hayek untersucht in Economics and Knowledge genau das Verhältnis zwischen Wissen oder Annahmen der Menschen und den Tatsachen. Gute Absichten ersetzen keine verlässlichen Informationen. Verhalten zu erklären erfordert, beides auseinanderzuhalten. [1] [4] [5]

Eine Übertragung im Bitcoin-Netzwerk verrät für sich allein nicht, warum jemand sie vorgenommen hat. Bewegte BTC können einen Kauf, ein Geschenk oder einen Transfer zwischen eigenen Wallets bedeuten. Lange unbewegte Coins beweisen ebenso wenig bewusstes Sparen: Der Besitzer könnte den Schlüsselzugriff verloren haben. Verschiedene Geschichten passen zur gleichen Beobachtung. Für eine davon brauchen wir weitere Belege. Bewegung oder Stillstand allein zeigen weder den ganzen Plan noch Überzeugungen und verfügbare Alternativen. [2] [3] [6]

Praxeology untersucht allgemeine Beziehungen zwischen Wahl, Zielen und Mitteln. Catallactics betrachtet den Austausch zwischen Menschen. Hier genügt es nicht mehr, dass jeder eine Absicht hat: Pläne können zusammenpassen oder aufeinanderprallen. Hayek fragt deshalb, wie Menschen Informationen gewinnen und Erwartungen ändern. Human Action ist dafür ein hilfreicher Ausgangspunkt. Allein liefert der Begriff weder eine Preisprognose noch den Beweis, dass sich sämtliche Pläne automatisch aufeinander abstimmen. [1] [4]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Praxeology, Methodological Individualism, Subjective Value Theory, Catallactics, Opportunity Cost, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Time Preference, Praxeology, Methodological Individualism, Subjective Value Theory.

DOC · 001Mises — Human Action, IPrimärquelle DOC · 002Mises — Human Action, IVPrimärquelle DOC · 003Mises — Human Action, VIPrimärquelle DOC · 004Hayek — Economics and KnowledgePrimärquelle DOC · 005Bitcoin Developer Guide — WalletsDokumentation DOC · 006Bitcoin Developer Guide — TransactionsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung