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Ordinal Utility

Ordinaler Nutzen: Eine Präferenz misst noch kein Glück

Jana würde heute lieber spazieren gehen als ins Kino, und das Kino dem Lesen zu Hause vorziehen. Wir kennen ihre Rangfolge. Wir wissen aber nicht, ob der Spaziergang doppelt so viel Freude macht oder wie groß der Abstand zwischen dem zweiten und dritten Platz ist. Ordinaler Nutzen erklärt diesen Unterschied zwischen Ordnen und Messen.

Ordinal Utility beschreibt Präferenzen durch eine Rangfolge: Welche Möglichkeit jemand vorzieht oder welche ein Modell als gleichwertig behandelt. Zahlen können diese Reihenfolge darstellen, messen aber allein weder Glück noch Unterschiede in der Zufriedenheit. So lässt sich über Entscheidungen nachdenken, ohne ein Messgerät für Erlebnisse vorzutäuschen.

Jana hat einen freien Nachmittag und alle drei Möglichkeiten stehen offen. Sie bevorzugt einen Spaziergang, dann das Kino, dann ein Buch zu Hause. Wir wissen damit, was sie vorzieht. Ob der Spaziergang nur knapp vor dem Kino liegt und das Lesen weit hinter beiden, bleibt offen. Nutzen bezeichnet hier eine Darstellung der Bewertung von Alternativen, keine gemessene Menge angenehmer Gefühle. Entscheidend ist die Beziehung zwischen Möglichkeiten, nicht ein Abstand auf einem gedachten Lineal. [1] [3]

Ordnen wir Spaziergang, Kino und Buch die Zahlen 3, 2, 1 zu; die höhere Zahl steht für die bevorzugte Möglichkeit. Auch 100, 20, 10 beschreiben genau dieselbe Reihenfolge. Jana hat ihre Meinung nicht geändert, obwohl die Zahlenabstände stark verändert sind. Eine streng steigende Transformation nennt man eine Umnummerierung, die Reihenfolge und mögliche Gleichstände erhält. Eine doppelt so große ordinale Zahl bedeutet daher nicht doppelte Zufriedenheit. [3]

Wenn wir Jana beim Spazierengehen sehen, wissen wir noch nicht, ob sie den Park dem Kino vorgezogen hat. Das Kino könnte geschlossen oder zu teuer gewesen sein. Zum Verständnis brauchen wir die verfügbaren Alternativen und ihre Bedingungen. In Human Action verbindet Mises Wertordnungen mit tatsächlichem Handeln, nicht mit einer unveränderlichen Liste im Kopf. Morgen kann Jana müde sein, es kann regnen oder ein anderer Film interessant werden. Die heutige Wahl muss dann nicht mehr gelten. [1]

Ein übliches ökonomisches Modell setzt voraus, dass Alternativen vergleichbar und Präferenzen transitiv sind. Bevorzugt Jana Spazierengehen gegenüber Kino und Kino gegenüber Lesen, bevorzugt sie auch Spazierengehen gegenüber Lesen. Modelle können Gleichstände enthalten; eine Indifferenzkurve verbindet gleich bewertete Alternativen. Das sind ausdrücklich gesetzte Annahmen und eine Beschreibungsweise. Eine einzige Nachmittagsentscheidung beweist keine vollständigen, dauerhaften Präferenzen für alle künftigen Situationen. [3] [5]

Bewerten Jana und Peter ein Erlebnis jeweils mit 10, entsteht noch keine gemeinsame Zufriedenheitsskala. Ihre Zahlen könnten unabhängig voneinander umgeschrieben werden, ohne ihre jeweilige Rangfolge zu verändern. Die Summe misst daher allein weder gemeinsames Glück noch, wem eine Änderung mehr nützt. Das verbietet keine Diskussion über gesellschaftlichen Nutzen. Zwischenmenschliche Vergleiche benötigen aber zusätzliche Regeln, Informationen und Begründungen, die eine Rangfolge allein nicht liefert. [1] [2]

Schreiben wir ordinalen Nutzen als mathematische Funktion, kann eine Umnummerierung deren Steigung und Zahlenzuwächse verändern und zugleich die Präferenzen erhalten. Für Fortgeschrittene gilt: Auch eine Ableitung dieser Funktion, also ihre Änderungsrate, misst nicht automatisch die Intensität des Erlebens. Marginal Utility erklärt die Bedeutung einer zusätzlichen Einheit oder einer entfallenden Verwendung. Bei Rechnungen unterscheiden wir die Entscheidung von den Zahlen ihrer gewählten Darstellung. Die Analyse bleibt sinnvoll, wenn klar ist, wofür diese Zahlen stehen. [3]

Jana kann auch zwischen Möglichkeiten mit ungewissem Ausgang wählen, etwa einem Ausflug, bei dem sie in den Regen geraten könnte, und einem Programm drinnen. Expected Utility gewichtet den Nutzen der Ergebnisse mit ihren Wahrscheinlichkeiten. Das Modell braucht weitere Annahmen; eine beliebige Änderung der Nutzenwerte der Ergebnisse mit anschließender Mittelwertbildung erhält daher nicht alle Schlussfolgerungen. Die Erwartungsnutzenform bleibt unter einer positiven affinen Transformation a·u+b mit a>0 erhalten: alle Bewertungen mit derselben positiven Zahl multiplizieren und dieselbe Konstante addieren. Auch diese zusätzliche Struktur schafft allein keine gemeinsame Glücksskala verschiedener Menschen. [4]

Um Bitcoin auszugeben, verwendet eine Wallet private Schlüssel: geheime Zahlen, mit denen sich eine digitale Signatur zur Freigabe einer Zahlung erstellen lässt. Für manche steht der Schutz der Schlüssel im Vordergrund, für andere bequemes tägliches Bezahlen oder der Anschaffungspreis. Wallets müssen daher nicht für alle dieselbe Rangfolge haben. Eine Bewertung von 80 gegenüber 40 bedeutet keinen doppelten persönlichen Nutzen. Geldbudgets kann man addieren, Gefühle misst man damit nicht. Frage nach den Kriterien, ihren Gewichtungen und danach, ob die Auswahl zu deinen tatsächlichen Möglichkeiten passt. Auch bei Bitcoin hilft ein übersichtlicher Wert, ersetzt aber keine Erklärung. [1] [2] [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Marginal Utility, Subjective Value Theory, Human Action, Opportunity Cost, Time Preference, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Subjective Value Theory, Marginal Utility, Opportunity Cost, Ordinals Inscriptions.

DOC · 001Mises — Human Action, IV.2–4Primärquelle DOC · 002Mises — Human Action, XIPrimärquelle DOC · 003Oregon State — Utility, 2.1Dokumentation DOC · 004MIT — Expected Utility TheoryDokumentation DOC · 005Yale — From Classical to Neoclassical UtilitarianismDokumentation DOC · 006Bitcoin Developer Guide — WalletsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung