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Subjective Value Theory

Subjektive Wertlehre: Warum dieselbe Sache unterschiedlich wichtig sein kann

Eine Wasserflasche bleibt dieselbe Flasche. Für die durstige Eva auf einer Wanderung kann sie dennoch wichtiger sein als zu Hause neben dem Wasserhahn. Die subjektive Wertlehre erklärt diesen Unterschied: Bedeutung hängt vom Menschen, seiner Lage und den Möglichkeiten ab, die eine Sache eröffnet.

Subjective Value Theory versteht wirtschaftlichen Wert als die Bedeutung einer Sache oder Dienstleistung für die Bedürfnisse und Ziele eines Menschen. Eine solche nützliche Sache heißt in der Ökonomie Gut. Carl Menger erklärte, warum ihr Wert nicht vom Menschen und seinen verfügbaren Möglichkeiten zu trennen ist. Persönliche Bewertung und Marktpreis sind dabei verschieden.

Am Ende einer langen Wanderung geht Eva das Wasser aus. Eine Flasche am Kiosk könnte ihren Durst stillen, deshalb möchte sie sie haben. Zu Hause mit Trinkwasser aus dem Hahn hätte sie vielleicht kein Interesse daran. Die chemische Zusammensetzung ist gleich geblieben, ihr Bedürfnis und die verfügbaren Alternativen nicht. Menger erklärt in Principles of Economics Wert über diese Beziehung zwischen Mensch, Bedürfnis und Nutzungsmöglichkeit. „Subjektiv“ bedeutet, dass jemand Bestimmtes bewertet. Es macht weder die Eigenschaften des Wassers noch seine Fähigkeit, Durst zu stillen, zu bloßer Einbildung. [1]

Eva könnte einen ungewöhnlich verdrehten Zweig mitbringen, der kein genaues Gegenstück hat. Dadurch wird er noch kein teures Sammlerstück. Jemand muss einen Grund sehen, ihn haben zu wollen. Knappheit ist wirtschaftlich im Verhältnis zu Bedürfnissen und verfügbaren Mengen wichtig, nicht bloß als Anzahl existierender Dinge. Auch Nützlichkeit allein bestimmt keinen Preis: Luft ist lebenswichtig, normalerweise aber ohne Kauf verfügbar. Deshalb gehören die Fragen „Was ermöglicht mir das?“ und „Was würde mir ohne es fehlen?“ zusammen. Beide brauchen eine konkrete Situation. [1]

Eva wählt gewöhnlich nicht zwischen allem Wasser und allen Diamanten. Sie entscheidet über eine weitere Flasche. Hat sie genug zum Trinken und für den Rückweg, kann ein zusätzlicher Vorrat einem weniger dringenden Zweck dienen. Bei seinem Verlust entfällt die Verwendung, auf die sie am ehesten verzichten kann. Hier setzt Marginal Utility an, der Grenznutzen einer zusätzlichen oder letzten verfügbaren Einheit. Der Vergleich setzt unveränderte Umstände und austauschbare Einheiten voraus; ein neues Bedürfnis kann die Rangfolge verändern. Die Bedeutung einer ganzen Kategorie unterscheidet sich von der eines konkreten Stücks. [1] [2]

Eva bezahlt, weil sie die Flasche dem dafür ausgegebenen Geld vorzieht. Der Verkäufer bevorzugt das Geld gegenüber einer Flasche aus seinem Vorrat. Unterschiedliche Bewertungen können freiwilligen Tausch ermöglichen. Beide einigen sich auf einen Preis, nicht auf ein identisches inneres Wertgefühl. Sie erwarten eine Verbesserung, können sich aber irren: Die Flasche könnte beschädigt sein, oder Eva entdeckt später eine günstigere Alternative in der Nähe. Die Theorie erklärt einen Grund für den Tausch, ohne jeden abgeschlossenen Kauf zur Garantie späterer Zufriedenheit zu machen. [1] [3]

Zahlt Eva für einen anderen Kauf doppelt so viel, folgt daraus nicht doppelte Zufriedenheit. Auch ein Kauf zum selben Preis muss einem wohlhabenden Touristen und einem Menschen mit knappem Budget nicht die gleiche Zufriedenheit bringen. Geld erlaubt, Ausgaben zu addieren und Angebote zu vergleichen, ist aber kein Maßstab für inneres Erleben. Mises unterscheidet in Human Action persönliche Rangfolgen von monetärer Rechnung. Ordinal Utility vertieft das: Wir können eine Möglichkeit bevorzugen, ohne den Unterschied in festen Zufriedenheitseinheiten auszudrücken. Auch andere Verwendungsmöglichkeiten des Geldes zählen. [2]

Jemand fertigt mühsam eine schöne, aber unpraktische Flasche, die Eva nicht tragen möchte. Der Aufwand allein sichert keinen Käufer, der die Kosten deckt. Kosten werden dadurch nicht bedeutungslos. Material, Löhne und Transport begrenzen Produktionsmöglichkeiten und beeinflussen, ob sich eine Fortsetzung lohnt. Teurere Vorleistungen können das Angebot verändern. Die erwartete Nachfrage beeinflusst wiederum, was Hersteller für diese Vorleistungen zahlen. Es sind verknüpfte Entscheidungen über künftige Verwendungsmöglichkeiten, keine einfache Regel, nach der Arbeit automatisch einen Preis schafft oder Kosten unwichtig wären. [1] [3]

Eva kauft vielleicht eine Flasche, die ihrer Meinung nach Wasser den ganzen Tag kühl hält, und erlebt eine Enttäuschung. Ihr Wunsch war echt, ihre Vorstellung vom Produkt falsch. Subjektiver Wert hebt die Bedeutung technischer Eigenschaften, von Wissen und wahrheitsgemäßer Information nicht auf. Budget und Verfügbarkeit begrenzen ebenfalls die tatsächliche Wahl. Wenn wir erklären, warum jemand etwas wollte, heißt das nicht, dass wir sein Ziel gutheißen oder ein Werbeversprechen bestätigen. Wunsch, erwartete Verwendung und tatsächliches Ergebnis sollten getrennt betrachtet werden: Sie sagen Unterschiedliches aus. [1]

Eine Person schätzt Bitcoin für Zahlungen, eine andere dafür, Geld zu halten, ohne einem Dienstleister die Kontrolle darüber zu überlassen, und eine dritte wegen eines erwarteten späteren Verkaufs. Dieselbe Eigenschaft kann je nach Bedürfnissen, Erfahrung und Alternativen unterschiedlich bewertet werden. Begrenztes Angebot allein verrät weder die Zahl morgiger Käufer noch deren Gebote. Auch beim Mining verbrauchte Energie bestimmt den Preis nicht unmittelbar. Beim Mining konkurrieren Computer mithilfe von Berechnungen darum, den nächsten Block, also eine Gruppe von Transaktionen, zum gemeinsamen Transaktionsverzeichnis des Netzwerks hinzuzufügen. Einen konkreten Markt erklären wir nur mit Angaben zu Nachfrage, Angebot und Tauschbedingungen. Die subjektive Wertlehre hilft, diese Fragen zu stellen; sie berechnet nicht von selbst den künftigen Bitcoin-Preis. [2] [3] [4]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Marginal Utility, Ordinal Utility, Carl Menger, Catallactics, Opportunity Cost, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Monetary Premium, Methodological Individualism, Marginal Utility, Ordinal Utility.

DOC · 001Menger — Principles of Economics, III–VPrimärquelle DOC · 002Mises — Human Action, XIPrimärquelle DOC · 003Mises — Human Action, XVIPrimärquelle DOC · 004Bitcoin.org — FAQPrimärquelle
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