Price Controls legen den höchsten oder niedrigsten zulässigen Preis für ein bestimmtes Geschäft fest. Eine Preisobergrenze verbietet Verkäufe darüber, eine Preisuntergrenze Verkäufe darunter. Die Festlegung allein garantiert weder die verfügbare Menge noch, wer etwas erhält oder welche weiteren Kosten entstehen.
Eine Preisregel ist wie eine Grenze, die ein Geschäft in einer bestimmten Richtung nicht überschreiten darf. Eine Obergrenze verbietet höhere Forderungen, eine Untergrenze Verkäufe unter dem festgelegten Betrag. Es sind gegensätzliche Instrumente, auch wenn beide jemandem helfen sollen. Für Anna zählt die Mietobergrenze, für einen Erzeuger vielleicht ein Mindestverkaufspreis. Der Name der Maßnahme sagt noch nichts über ihre tatsächliche Wirkung. [1]
Zunächst brauchen wir den Vergleich mit dem Preis, der ohne Beschränkung entstehen würde. Im einfachen Wettbewerbsmodell entspricht beim Gleichgewichtspreis die nachgefragte Menge der angebotenen. Eine Obergrenze darüber oder eine Untergrenze darunter beschränkt den aktuellen Handel nicht. Die Vorschrift kann trotzdem gelten; sie erzwingt nur noch keinen anderen Preis. Ändern sich die Marktbedingungen, kann sie bindend werden. Die bloße Existenz einer Regulierung reicht deshalb als Information nicht aus. [1]
Bei einer bindenden Obergrenze unter dem Gleichgewicht wollen Käufer in diesem Modell mehr erwerben, als Verkäufer anbieten: Es entsteht ein Nachfrageüberhang. Eine Untergrenze über dem Gleichgewicht kehrt das Verhältnis um: Das Angebot übersteigt die gewünschte Kaufmenge. Wir vergleichen stets beide Mengen beim selben regulierten Preis. Das zeigt eine Lücke zwischen Plänen, nicht automatisch die Zahl abgeschlossener Geschäfte. Ein realer Markt kann zusätzliche Annahmen und Daten erfordern. [1]
Unser eigenes Beispiel: Beim Mindestpreis wollen Erzeuger 120 Einheiten verkaufen, Kunden aber nur 80 kaufen. Der Angebotsüberhang beträgt 40 Einheiten. Ein höherer gesetzlicher Mindestpreis sorgt also nicht allein dafür, dass alles verkauft wird. Kauft der Staat den Rest, ist das eine zusätzliche Maßnahme mit eigener Finanzierung. Unser Beispiel enthält keinen solchen automatischen Aufkauf. Die Absicht, etwas zu verkaufen, ist noch kein tatsächlicher Verkauf. Erlöse entstehen durch Verkäufe; der Wert der noch im Lager liegenden Waren ist für sich genommen kein Verkaufserlös. [1]
Zurück zu Anna und Petr: Ein niedriger zulässiger Preis entscheidet noch nicht, wer eine knappe Wohnung bekommt. Mises behandelt in seinem Milchbeispiel Warteschlangen und Rationierung, also Regeln darüber, wer welche Menge erhalten darf. Allgemeiner geht es darum, wie Güter auf Interessenten verteilt werden. Jemand zahlt vielleicht weniger Geld, verwendet aber mehr Zeit für Suche oder Warten. Andere gehen leer aus. Das bestreitet nicht den Vorteil günstiger Käufe, zeigt aber, warum das Preisschild nicht die Erfahrung aller beschreibt. [2]
Anbieter reagieren nicht nur mit der unmittelbar angebotenen Menge. Bei Mietwohnungen beschreibt OpenStax mögliche Einsparungen bei der Instandhaltung oder eine Umwandlung in andere Nutzungen. Eine Wohnung kann vom Eigentümer bewohnt werden und aus dem Mietangebot verschwinden, ohne dass das Gebäude abgerissen wird. Für Petr zählen verfügbare Mietwohnungen, nicht nur stehende Häuser. Qualität, Nutzung und Reaktionszeit gehören deshalb neben dem Preis zur Bewertung. [1]
Rebecca Diamond, Tim McQuade und Franklin Qian untersuchten in ihrer Studie von 2019 die Ausweitung der Mietregulierung in San Francisco im Jahr 1994. Sie fanden weniger Verdrängung bestehender Mieter aus der Stadt, aber auch einen Rückgang des Mietangebots betroffener Vermieter um 15 %, unter anderem durch Verkäufe an Selbstnutzer und Umbauten. Die Zahl bezieht sich auf die untersuchten Vermieter, nicht automatisch auf sämtliche Wohnungen der Stadt. Sie beschreibt eine konkrete Regeländerung und keinen universellen Regulierungseffekt. [3]
Eine geschützte Mieterin kann mehr Sicherheit gewinnen, während ein Neuankömmling schlechteren Zugang hat. Deshalb sollten wir Gruppen, kurz- und langfristige Wirkungen sowie den Vergleich mit einer Entwicklung ohne Maßnahme trennen. Eine Studie liefert Belege für einen konkreten Fall, ersetzt diese Unterscheidungen aber nicht. Taucht das Thema in einer Debatte über Bitcoin auf, sind außerdem Regeln zur Entstehung neuer Bitcoins von Vorgaben für deren Kauf- oder Verkaufspreis zu unterscheiden. Das sind verschiedene Fragen. [3]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Interventionism, Opportunity Cost, Subjective Value Theory, Economic Calculation, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Interventionism.