Eine Limit order erlaubt einen Kauf oder Verkauf nur zum festgelegten Preis je Einheit oder besser. Beim Kauf ist das Limit eine Preisobergrenze, beim Verkauf ein Mindestpreis. Ob und in welchem Umfang der Auftrag ausgeführt wird, hängt auch von Gegenangeboten, Reihenfolge und Gültigkeitsbedingungen ab.
Eva setzt ein Kauflimit von 60.000 USD je BTC. Sie akzeptiert damit diesen oder einen niedrigeren Preis je Bitcoin. Beim Verkauf würde dasselbe Limit hingegen diesen oder einen höheren Preis verlangen. Kaufobergrenze und Verkaufsminimum sind zu unterscheiden: Ein besserer Preis bedeutet weniger Ausgabe für Käufer und mehr Erlös für Verkäufer. Der Betrag bezeichnet den Preis je Bitcoin auf einem bestimmten Markt, nicht automatisch das gesamte Handelsbudget. [1] [2]
In unserem Beispiel kauft Eva 1 BTC mit einem Limit von 60.000 USD. Bereits verfügbar sind 0,3 BTC zu 59.990 USD und weitere 0,7 BTC zu 60.000 USD je Bitcoin. Wird ihre Order damit ausgeführt, beträgt der Durchschnittspreis 59.997 USD je Bitcoin. Das bessere vorhandene Angebot wird nicht auf Evas höheres Limit angehoben. Die Ausführung kann somit sofort erfolgen; nicht jeder Limitkauf wartet auf einen künftigen Kursrückgang. Die Zahlen sind Beispiele, keine aktuellen Angebote. [1] [3]
Später sieht Eva, dass der Kurs ihr Limit berührt hat. Das beweist nicht, dass ihre Order oder ihre gesamte Menge an der Reihe war. Andere Aufträge können vor ihr warten, während die Gegenangebote nicht für alle reichen. Coinbase nennt seine Regel Price-Display-Time Priority: Preis, sichtbarer Anteil und Zeitpunkt bestimmen die Reihenfolge. Auch verdeckte Teile größerer Aufträge sind geregelt. Ein Chart vergangener Geschäfte ersetzt diesen Einblick nicht; Eva muss das Ergebnis im Orderstatus prüfen. [1]
Zum Preis gehört eine Gültigkeitsanweisung. Nehmen wir erneut einen Auftrag über 1 BTC, während sofort nur 0,3 BTC innerhalb des Limits verfügbar sind. IOC, Immediate or Cancel, kann 0,3 BTC kaufen und die übrigen 0,7 BTC stornieren. FOK, Fill or Kill, kauft unter dieser Bedingung nichts: Die Ausführung muss sofort und vollständig sein. GTC, Good til canceled, lässt einen offenen Teil bis zur Stornierung im Orderbuch warten. Welche Einstellungen und Preisschutzregeln verfügbar sind, hängt von der Plattform ab; der Name Limit order allein legt sie nicht fest. [1]
Nutzt Eva das Angebot eines bereits wartenden Verkäufers, entnimmt sie eine Handelsmöglichkeit, also Liquidität, und handelt als Taker. Wartet ihr Angebot auf jemand anderen, stellt sie als Maker Liquidität bereit. Coinbase erlaubt bei einem Limit ohne Post Only beide Rollen, auch für unterschiedliche Teile derselben Order. Ein angenommener Post-Only-Auftrag soll nach den Regeln die Maker-Rolle bewahren. Das garantiert weder Ausführung noch Gebührenfreiheit. Eine Auktion, bei der Aufträge zu einem bestimmten Zeitpunkt gemeinsam zusammengeführt werden, kann zudem anderen Bedingungen unterliegen als der laufende Handel. [1]
Kehren wir zum Kaufwert von 59.997 USD zurück. Kommt eine gesonderte, nur angenommene Gebühr von 10 USD hinzu, gibt Eva insgesamt 60.007 USD aus. Das allein verletzt bei einem Kauf von 1 BTC nicht ihr Limit von 60.000 USD: Die Ausführungspreise lagen innerhalb der Grenze, die Gebühr erhöht jedoch die Ausgabe. Im echten Auftrag sind Gebühren und mögliche Reservierungen von Guthaben einzuplanen. Eine Preisobergrenze ist nicht automatisch ein Budget einschließlich aller Kosten. [1]
Eva entscheidet sich zur Stornierung. Bevor die Anfrage bearbeitet wird, kann jedoch eine weitere Ausführung stattfinden. Deshalb prüft sie die bestätigte Stornierung, die bereits gekaufte Menge und einen möglichen offenen Rest. Die Stornierung des Rests macht abgeschlossene Geschäfte nicht rückgängig. Auch GTC ist eine Gültigkeitsanweisung, kein Versprechen der Börse, den Auftrag ewig zu halten. Coinbase behält sich nach seinen Regeln vor, offene Aufträge etwa aus technischen Gründen zu stornieren. Entscheidend ist der Endstatus, nicht nur der gedrückte Knopf. [1]
Eine gewöhnliche Limitorder kann unmittelbar eingestellt werden, während Stop Limit zunächst auf den festgelegten Auslöser wartet. Erst dann entsteht die Limitorder; die Preisgrenze bleibt bestehen. Springt der Markt über die passenden Preise hinweg, kann eine geeignete Gegenpartei fehlen. Eine Verkaufsorder bleibt beispielsweise möglicherweise offen, wenn sämtliche Käufer unter ihrem Mindestpreis liegen. Stop Limit garantiert deshalb keinen Verkauf. Eva prüft Auslösepreis, eigenes Limit und tatsächliches Ergebnis getrennt, denn jeder Wert beantwortet eine andere Frage. [1] [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Market order, Slippage, Order book, Post-only order. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Market maker, Bid–ask spread, Slippage, Market order.