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Stop-limit order

Stop-Limit-Auftrag: Auslöser und Limit haben verschiedene Rollen

Jana möchte Bitcoin verkaufen, wenn der Kurs fällt, aber nicht jedes Angebot annehmen. Mit einer Stop-limit order legt sie fest, wann der Verkauf ausgelöst wird und welchen Mindestpreis sie akzeptiert. Genau diese Grenze kann jedoch dazu führen, dass ein Teil oder der gesamte geplante Verkauf unausgeführt bleibt.

Eine Stop-limit order ist ein bedingter Limitauftrag. Sie wartet zunächst auf den festgelegten Stoppreis und erlaubt danach nur Geschäfte zum Limitpreis oder besser. Beim Verkauf ist das Limit der Mindestpreis, beim Kauf der Höchstpreis. Die Auslösung allein bedeutet noch keinen abgeschlossenen Handel.

Jana möchte nicht den ganzen Tag die Börse beobachten. Sie legt deshalb fest, bei welchem Kursrückgang der Verkauf beginnen soll, und bestimmt getrennt davon einen Preis, unter dem sie nicht verkaufen will. Der erste Wert ist der Stop, also der Auslöser; der zweite ist das Preislimit. Kraken beschreibt dies als Aktivierung einer Limit order beim Erreichen des Stoppreises. Bis dahin wartet der Auftrag auf seine Bedingung. Danach muss sich erst ein geeigneter Käufer finden: Niemand hat Jana vorab einen Kauf zu einem der eingetragenen Preise zugesagt. [1]

Beim Verkauf bedeutet das Limit „zu diesem Preis oder höher“, beim Kauf „zu diesem Preis oder niedriger“. Investor.gov erklärt dieses Prinzip für Wertpapieraufträge; dieselbe Preislogik gilt für unser Bitcoinbeispiel. Das Limit muss also nicht der endgültige Handelspreis sein, denn ein besseres Angebot ist möglich. Es sagt auch nicht, welche Menge verkauft wird. Begrenzt wird der Ausführungspreis selbst, nicht der Nettoerlös nach Gebühren oder der gesamte Verlust einer Anlage. [2]

Angenommen, Janas Auftrag wird ausgelöst, doch Käufer bieten inzwischen weniger, als ihr Limit erlaubt. Dieses niedrigere Angebot nimmt der Auftrag nicht an. Genau dafür ist er gedacht. Jana besitzt aber weiterhin Bitcoin und bleibt von weiteren Kursverlusten betroffen. FINRA weist bei Aktien-Stop-Limit-Aufträgen auf dieses Ausführungsrisiko hin. Das muss kein Fehler sein: Die Preisbedingung wird gerade dadurch eingehalten, dass kein Geschäft zustande kommt. Gleiche Stop- und Limitpreise schaffen keine fehlende Nachfrage. [3]

Jana sieht möglicherweise in einem Chart den Stoppreis erreicht, während ihr Auftrag weiter wartet. Bevor sie einen Fehler vermutet, muss sie dessen Referenzpreis kennen. Kraken bietet bei unterstützten Handelspaaren die Wahl zwischen dem letzten ausgeführten Handel und einem Index, also einem nach festgelegter Methode berechneten Preis. Ein kurzer Ausschlag nur an einer Börse muss diesen Index nicht ausreichend bewegen. Maßgeblich sind die Einstellungen und die Auslösungsrichtung des konkreten Auftrags, nicht irgendein Chart in einer anderen Anwendung. [4]

Nach der Aktivierung kann Janas Limitauftrag sofort ein ausreichend gutes vorhandenes Angebot finden. Er nimmt dann bereits verfügbare Liquidität aus dem Orderbuch und handelt als taker. Wartet er dagegen im Buch und wird erst durch einen später eintreffenden Auftrag ausgeführt, stellt er als maker Liquidität bereit. Kraken weist ausdrücklich auf Takergebühren bei sofort ausgeführten Limitaufträgen hin. Das Wort Limit bestimmt daher noch nicht die Gebühr; entscheidend sind die tatsächliche Ausführung und das Gebührenverzeichnis des Marktes. [1]

Eine Börse kann den Auftrag annehmen, später auslösen und schließlich nur einen Teil der gewünschten Menge ausführen. Diese Schritte sind zu unterscheiden. Coinbase Exchange trennt in seiner Dokumentation angenommene Aufträge, Teilausführungen mit offenem Rest und vollständig ausgeführte Aufträge. Jana muss deshalb die verkaufte Menge, den Preis jeder Ausführung und die Restmenge prüfen. Wurde nur ein Teil verkauft, ist ihr übriger Bitcoinbestand weder verschwunden noch automatisch gegen weitere Kursrückgänge abgesichert. [5]

Auch die Gültigkeitsdauer entscheidet über das weitere Warten. Kraken beschreibt GTC als gültig bis zur Ausführung oder Stornierung und GTD als höchstens bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gültig. Bei IOC wird ein nicht sofort ausgeführter Rest storniert. Welche Optionen mit einem Stop-Limit-Auftrag kombinierbar sind, hängt vom Markt und der Oberfläche ab. Wichtig ist außerdem die Verknüpfung mit dem Bestand: Laut Kraken ist eine eigenständige Stop Loss Limit nicht automatisch an eine bestimmte Position gebunden. Verkauft Jana auf anderem Weg, sollte sie den wartenden Auftrag ebenfalls prüfen und gegebenenfalls stornieren. [4] [1]

Eine gewöhnliche Stop order wird nach der Auslösung in der Regel zu einer Market order. Diese sucht verfügbare Gegenangebote, ohne den Stoppreis zu garantieren. Eine Stop-limit order hält dagegen an ihrem Limit fest und kann unausgeführt bleiben. FINRA beschreibt den Zielkonflikt zwischen einer Preisvorgabe und dem Risiko, dass kein Handel zustande kommt. Keine Variante garantiert das beste Ergebnis. Für Jana zählt, den Ablauf nach der Auslösung zu verstehen und im Ausführungsverlauf nachzusehen, was tatsächlich verkauft wurde. [3]

Beispiel · STPLMT

Ein Teil verkauft, ein Teil weiterhin auf dem Konto

Jana stellt einen fiktiven Verkaufsauftrag über 0.02 BTC mit einem Stoppreis von 99000 USD/BTC und einem Limit von 98800 USD/BTC ein. Nach der Aktivierung will ein Käufer nur 0.01 BTC zu 98900 USD/BTC kaufen; das nächstbeste Kaufangebot beträgt 98700 USD/BTC. Im vereinfachten Beispiel wird der erste Teil für 0.01 × 98900 = 989 USD verkauft. Das zweite Angebot liegt unter dem Limit und wird nicht angenommen. Es bleiben 0.02 − 0.01 = 0.01 BTC. Bei GTC-Gültigkeit und ohne weitere Regeln bleibt der Auftrag über diesen Rest offen. Gebühren und andere Angebote werden nicht berücksichtigt; ein späterer Verkauf ist nicht zugesagt. Der Erlös der ersten Ausführung ist nicht der Erlös aus dem Verkauf der gesamten Menge.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Stop order, Limit order, Market order, Slippage, Order book, Maker–taker. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Stop order, Stop-loss.

01Hilft es, Stop und Limit auf denselben Preis zu setzen?

Das sichert keine Ausführung. Nach der Aktivierung muss weiterhin ein Käufer oder Verkäufer zum Limitpreis oder besser vorhanden sein. Gleiche Werte beheben weder fehlende Angebote noch schnelle Marktbewegungen. Der Auftrag kann ganz oder teilweise unausgeführt bleiben.

02Ist ein Stop-Limit-Auftrag sicherer als ein gewöhnlicher Stop?

Er schützt eine andere Bedingung: Er lehnt einen schlechteren Ausführungspreis ab, kann Bitcoin aber unverkauft lassen. Ein gewöhnlicher Stop garantiert seinerseits nicht den Auslösepreis. Ohne Zweck, Marktregeln und Restposition zu kennen, lässt sich keine Variante allgemein als sicherer bezeichnen.

DOC · 001Kraken — Stop Loss Limit OrdersDokumentation DOC · 002Investor.gov — Types of OrdersDokumentation DOC · 003FINRA — Stop Orders and VolatilityDokumentation DOC · 004Kraken — Other Order OptionsDokumentation DOC · 005Coinbase — Create OrderDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung