Maker und Taker bezeichnen Rollen bei einem Geschäft im Orderbuch. Ein Maker stellt zunächst ein Angebot für andere ein; ein Taker handelt gegen ein bereits wartendes Angebot. Die Börse kann dafür gleiche oder unterschiedliche Gebühren berechnen. Keine der Rollen garantiert allein einen guten Preis, Gewinn oder die vollständige Ausführung des Auftrags.
Jana öffnet das Orderbuch, die Liste wartender Kauf- und Verkaufsangebote. Nimmt sie ein vorhandenes Angebot an, ist sie bei dieser Ausführung Taker: Sie nutzt vorhandene Liquidität, also die Möglichkeit, jetzt mit jemandem zu handeln. Wartet dagegen ihr Auftrag im Buch, bis jemand ihn annimmt, ist sie Maker. Kraken unterscheidet die Rollen anhand dieser Zusammenführung. Käufer wie Verkäufer können beide Rollen übernehmen; es ist keine dauerhafte Eigenschaft einer Person oder eines Kontos. [1]
Jana setzt eine Limit order, um ihren höchsten Kaufpreis festzulegen. Bietet jemand Bitcoin bereits zu diesem oder einem niedrigeren Preis an, kann der Handel sofort stattfinden. Ihr Auftrag nimmt dann ein vorhandenes Angebot an. Coinbase ordnet diese Ausführung als Taker ein. Das Limit beantwortet die Frage nach dem zulässigen Preis; Maker oder Taker beschreibt, woher die Gegenseite kam. Die Auftragsart allein bestimmt die Gebühr nicht. [2]
Zum akzeptablen Preis muss nicht genügend Bitcoin für Janas gesamten Kauf verfügbar sein. Ein Teil kann sofort ausgeführt werden; der Rest bleibt im Buch, sofern die Gültigkeitsregeln das erlauben. Nimmt später ein neuer Verkäufer den Rest an, entsteht eine weitere Ausführung. Coinbase beschreibt ausdrücklich: Der sofortige Teil unterliegt dem Taker-Satz, der zunächst wartende Teil bei späterer Ausführung dem Maker-Satz. Zwei Rollen auf derselben Auftragsabrechnung sind daher nicht automatisch ein Fehler. [2]
Will Jana ausschließlich ein Angebot ins Buch stellen, kann sie post-only wählen, soweit der Markt das unterstützt. Coinbase Exchange lehnt den gesamten Auftrag ab, wenn auch nur ein Teil sofort Liquidität entnehmen würde. Kraken beschreibt eine ähnliche Option namens post limit. Diese Absicherung schafft aber keine Gegenpartei. Ein angenommenes Angebot kann warten und letztlich unausgeführt bleiben. Maßgeblich sind die Regeln der konkreten Oberfläche, nicht ein ähnlich benannter Schalter anderswo. [3] [1]
Vor jeder Rechnung braucht Jana den Satz für ihr Produkt und ihr Konto. Coinbase Advanced nennt getrennte Volumenstufen über 30 Tage für verschiedene Produkte sowie gegebenenfalls eine Einstufung anhand des USDC-Guthabens. Entscheidend ist die Stufe bei Auftragserteilung. Maker- und Taker-Sätze können gleich sein; ein negativer Maker-Satz bedeutet eine Vergütung für bereitgestellte Liquidität. Kraken weist zudem darauf hin, dass bestimmte Käufe nicht für Volumenrabatte zählen. Ein alter Screenshot der Gebührentabelle ist deshalb keine verlässliche Grundlage. [2] [1]
Jana könnte auf eine Maker-Ausführung warten, um einen niedrigeren Satz zu erhalten, falls ihr Tarif das vorsieht. Währenddessen kann der Preis steigen oder der Kauf ganz ausbleiben. CFA Institute trennt deshalb sichtbare Gebühren von anderen Kosten: dem Spread, also dem Abstand zwischen Kauf- und Verkaufsangebot, dem Preiseinfluss des eigenen Handels, Verzögerungen und Nichtausführung. Ein sinnvoller Vergleich betrachtet denselben geplanten Betrag und denselben Ausgangszeitpunkt. Der niedrigste Gebührensatz allein bedeutet noch nicht das beste Ergebnis. [4]
Findet Janas wartendes Angebot eine Gegenpartei, hat diese Ausführung die Maker-Rolle. Dadurch wird Jana nicht zur professionellen Market Makerin. Kraken beschreibt die Auftragsausführung; CFA behandelt gesondert Händler, die durch Übernahme der Gegenseite Liquidität bereitstellen. Eine einzelne Maker-Ausführung belegt weder fortlaufende Kauf- und Verkaufsquotierungen noch eine Verpflichtung, auch unter schwierigen Bedingungen Angebote zu stellen. Ähnliche Begriffe beschreiben hier unterschiedlich weitreichende Tätigkeiten. [1] [4]
Zum Schluss prüft Jana, was wirklich gekauft wurde. Coinbase Exchange unterscheidet Auftragsannahme und Ausführung und berechnet tatsächliche Gebühren beim Handel. In der Historie vergleicht sie Mengen, einzelne Ausführungspreise, berechnete Sätze und Gebührenwährung. Auch den nicht ausgeführten Rest prüft sie. Vorübergehend reserviertes Geld ist nicht dasselbe wie eine gezahlte Gebühr; eine Kostenvorschau ist keine endgültige Abrechnung. [3]
Zwei Kaufteile, zwei Gebührensätze
Im rein hypothetischen Beispiel wird Janas Auftrag schließlich vollständig ausgeführt. Sie kauft 0.01 BTC sofort als Taker und 0.02 BTC später als Maker, beide Teile zu 100000 USD/BTC. Wir verwenden erfundene Sätze von 0.2 % und 0.1 %. Der erste Teil hat einen Wert von 1000 USD und kostet 2 USD Gebühr, der zweite einen Wert von 2000 USD und ebenfalls 2 USD Gebühr. Insgesamt sind es 2 + 2 = 4 USD. Gleiche Dollargebühren entstehen hier aus unterschiedlichen Mengen und Sätzen. Das ist weder ein aktueller Tarif noch ein Versprechen späterer Ausführung; Spread, Preisbewegung, Rundung und weitere Kosten bleiben unberücksichtigt.
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Limit order, Market order, Post-only order, Order book, Market maker, Bid–ask spread. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Market microstructure, Stop-limit order, Post-only order.
01Ist jede Limit order ein Maker?+
Nein. Erlaubt ihr Preis einen sofortigen Handel mit einem wartenden Angebot, kann diese Ausführung Taker sein. Der nicht ausgeführte Rest kann nach den geltenden Regeln im Buch warten und bei einem späteren Handel die Maker-Rolle erhalten. Entscheidend ist die tatsächliche Zusammenführung, nicht nur der Name des Auftrags.
02Bedeutet Maker einen kostenlosen oder profitablen Handel?+
Nein. Der gültige Satz hängt vom Tarif, Produkt und der Kontoeinstufung ab. Eine niedrigere Gebühr oder sogar eine Vergütung muss einen schlechteren Preis, Marktbewegungen oder einen unvollständigen Kauf nicht ausgleichen. Die Gebührenrolle garantiert kein Ergebnis.