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Market maker

Liquiditätsanbieter mit Kauf- und Verkaufskursen

Ein Market maker nennt Preise, zu denen er kaufen und verkaufen möchte, und hilft anderen, Handelspartner zu finden. Die Preisdifferenz kann Einnahmen bringen, doch dabei trägt er Kursrisiken, nicht ausgeführte Orders und Kosten.

Ein Market maker stellt Kauf- und Verkaufsangebote. Jede Quote verbindet einen Preis mit einer unter bestimmten Bedingungen verfügbaren Menge. So entsteht Liquidität: Andere finden eine Gegenseite. Das garantiert keinen stabilen Kurs und ist etwas anderes als die Bezeichnung maker bei einer einzelnen Order.

Klára möchte Bitcoin kaufen und sieht Kauf- und Verkaufspreise an einer Börse. Manche stammen möglicherweise von einer Firma, die laufend Märkte stellt: Sie ist zum Kauf und Verkauf bereit und steuert dabei ihr eigenes Handelsrisiko. Investor.gov erklärt diese Rolle anhand einer im Aktienhandel tätigen Firma mit öffentlich genannten Preisen. Das beschreibt die Tätigkeit, belegt aber weder Registrierung noch Pflichten eines beliebigen Kryptoliquiditätsanbieters. Rechtsstellung und möglicher Kundenschutz hängen vom konkreten Markt ab. Ein nützliches Angebot bedeutet keine allgemeine staatliche Garantie. [1]

In unserem Modell bietet die Firma an, 1 BTC für 59.990 USD zu kaufen und 1 BTC für 60.010 USD zu verkaufen. Beide Preise gelten aus ihrer Sicht: Dem Verkäufer zahlt sie weniger, dem Käufer berechnet sie mehr. Die Differenz heißt Spread. Werden Kauf und entsprechender Verkauf tatsächlich zu diesen Preisen ausgeführt, entstehen 20 USD vor Kosten. Allein das Einstellen der Angebote verdient nichts; Gegenparteien müssen sie annehmen und die Geschäfte ausgeführt werden. Das ist ein Rechenbeispiel, weder ein aktuelles Angebot noch eine Prognose regelmäßiger Einnahmen. [1] [2]

Betrachten wir einen anderen Verlauf desselben Ausgangspunkts. Nur der Kauf von 1 BTC für 59.990 USD wird ausgeführt; das Verkaufsangebot nimmt niemand an. Die Firma hält nun Bitcoin. Sinkt dessen nächste Bewertung auf 59.000 USD, ergibt die Neubewertung einen Verlust von 990 USD vor Kosten. Solange sie nicht verkauft, ist das noch kein realisiertes Verkaufsergebnis, doch das Kursrisiko besteht bereits. Besonders ungünstig ist es, wenn andere schneller auf neue Informationen reagieren und an die veraltete Kaufquote verkaufen. Der angezeigte Spread schützt davor nicht. [2]

Klára kann selbst eine Limit-Order mit einer Preisgrenze aufgeben. Auf Coinbase kann sie im Orderbuch warten und Liquidität hinzufügen: Wird sie später zugeordnet, ist sie Maker. Trifft sie dagegen sofort auf ein bestehendes Gegenangebot, ist sie Taker und entnimmt Liquidität. Eine Order kann beide Teile enthalten. Entscheidend ist die Ausführung, nicht nur das Wort „Limit“. Eine einzelne Maker-Transaktion macht Klára daher nicht zur vertraglich gebundenen Market-Makerin. Die Tätigkeit einer Firma und die Einordnung einer einzelnen Ausführung sind unterschiedliche Ebenen. [2]

Zurück zum erfolgreichen Kauf und Verkauf im ersten Beispiel: Von 20 USD Bruttodifferenz bleiben nach insgesamt 8 USD Gebühren und weiteren 5 USD Kosten noch 7 USD. Die Beträge erläutern die Rechnung und stammen nicht aus einer aktuellen Preisliste. Ein Maker-Satz muss weder null noch negativ sein; Markt und Gebührenstufe bestimmen ihn. Rabatte oder Vergütungen haben eigene Teilnahmebedingungen. Selbst eine Firma mit Anreizen trägt weiterhin Bestandsrisiko und Betriebskosten. Klára sollte den Spread deshalb nicht als garantierte Nettomarge jedes Geschäfts verstehen. [3]

Manche Börsen schließen besondere Vereinbarungen: Vergünstigungen gehen mit Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit der Quotes einher. Das historische CBOT-Dokument 24-292 von 2024 nennt Mindestmengen, maximale Spreads und Zeitanteile für die Marktpräsenz bei ausgewählten Agrarfutures. Es zeigt konkrete Vertragsbedingungen, nicht heutige Regeln für jede Bitcoinbörse. Auch ein gewöhnlicher Nutzer mit Limit-Order übernimmt dadurch nicht diese Pflichten. Wer ein Liquiditätsversprechen beurteilen möchte, braucht Produkt, Vereinbarung, Geltungszeitraum und mögliche Ausnahmen. [4]

Die Firma muss nicht auf einen weiteren Kunden warten. Sie kann das erworbene Kursrisiko durch ein Gegengeschäft begrenzen, etwa indem sie die gekauften Bitcoins auf einem anderen Markt verkauft. Das nennt man Hedging oder Absicherung. Dort gelten jedoch eigene Preise, Mengen und Gebühren. Eine Order kann nur teilweise oder gar nicht ausgeführt werden und eine Restexposition hinterlassen: Das Ergebnis reagiert weiter auf Preisänderungen. Absicherung ist weder automatisch noch kostenlos. Ihre Kosten und tatsächliche Ausführung gehören zur selben Gesamtrechnung wie die ursprünglichen Quotes. [2] [3]

Klára profitiert von verfügbaren Angeboten. Trotzdem liest sie Preis und Menge gemeinsam. Ein Angebot kann ausgeschöpft oder storniert sein, bevor ihre Order eintrifft; eine größere Order kann weitere Preisstufen erreichen. Auch Betriebsbeschränkungen beeinflussen die Ausführung. Ein Market maker hilft, Gegenparteien bereitzustellen, garantiert aber weder stabile Preise noch sofortige Ausführung jeder Order oder Kundengewinne. Liquidität ist ein konkretes Angebot zu einem bestimmten Zeitpunkt, kein unbegrenztes Versprechen. [2] [4]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Bid–ask spread, Limit order, Market order, Slippage. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Bid–ask spread, Institutional OTC desk, Maker–taker.

DOC · 001Investor.gov — Market MakersDokumentation DOC · 002Coinbase — Trading RulesDokumentation DOC · 003Coinbase Exchange — FeesDokumentation DOC · 004CBOT — Market maker program filing 24-292 (2024)Dokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung