Take-profit ist ein geplanter Positionsausstieg bei Erreichen eines Gewinnziels oder eine Order zu dessen Umsetzung. Dafür kommen eine gewöhnliche Limitorder oder bedingte Markt- und Limitorders infrage; die konkreten Regeln bestimmen Auslösung und Ausführungsmöglichkeiten.
Take-profit bezeichnet das geplante Schließen oder Verringern einer Position bei günstiger Kursentwicklung sowie die dafür verwendeten Orders. CME zählt das Gewinnziel zu den vorab festgelegten Ausstiegskriterien eines Handelsplans. Bei Longpositionen wird gewöhnlich über dem Einstiegspreis verkauft, bei Shortpositionen darunter zurückgekauft. Das bloße Festlegen eines Ziels erzeugt aber keinen Ertrag und sagt nichts darüber aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Markt es erreicht. [1]
Ein Ausstieg benötigt nicht immer eine bedingte Order: Kraken nennt auch die gewöhnliche Limitorder. Ein Verkaufslimit bestimmt den niedrigsten zulässigen Ausführungspreis, ein Kauflimit den höchsten. SEC erläutert dies für Aktien, CME für Futures; die genaue Ausführung hängt vom gewählten Markt ab. Der Preis kann besser als das Limit sein, aber die Order muss weder vollständig noch überhaupt ausgeführt werden. Bestehende Gegenorders werden beim Eintreffen der Order beurteilt, nicht anhand einer zuvor angezeigten Kerze. [2] [7] [6]
Kraken erzeugt beim beschriebenen Take-profit nach Erreichen des Auslösepreises eine Marktorder. Der tatsächliche Preis kann abweichen. Kraken MTF unterscheidet außerdem Markt- und Limitvarianten sowie verschiedene Referenzpreise; Schutzbereiche können die ausgeführte Menge beschränken. Dieselbe Bezeichnung verspricht daher nicht einheitlich einen vollständigen Ausstieg. Bekannt sein müssen Auslöser, anschließender Ordertyp, Preisbeschränkungen und Regeln des konkreten Produkts. [2] [3]
Eine Berührung des Ziels bedeutet nicht unbedingt den Verkauf der gesamten Menge. Verfügbares Volumen, Orderpriorität und Gültigkeit sind entscheidend. Coinbase unterscheidet beispielsweise zwischen einem bis zur Stornierung im Buch verbleibenden unausgeführten Limit und sofortiger Ausführung des verfügbaren Teils mit Stornierung des Rests. Die Auswertung muss deshalb verkaufte und verbleibende Mengen nennen. Der offene Rest trägt weiter Kursrisiko, auch wenn ein anderer Teil bereits mit Gewinn geschlossen wurde. [4] [5]
Gleichzeitige Take-profit- und Stop-loss-Orders erfordern eine Prüfung ihrer Verknüpfung. Coinbase beschreibt bei angehängten Ausstiegen eine Menge entsprechend den Ausführungen der Hauptorder und die Deaktivierung der anderen Seite nach Aktivierung des jeweiligen Zweigs. Kraken MTF erklärt dagegen ausdrücklich, dass seine Bracket-Orders kein OCO sind und der andere Auslöser nicht automatisch storniert wird. Bei eigenständigen Orders müssen Größenänderungen oder anderweitiges Schließen der Position sowie eine verfügbare Beschränkung auf Positionsabbau berücksichtigt werden. [4] [3] [2]
Die Differenz zwischen Ausstiegs- und Einstiegspreis ist nicht automatisch Nettogewinn. Dem geschlossenen Teil sind Anschaffungswert und zugehörige Kosten zuzuordnen. Coinbase unterscheidet Maker- und Taker-Gebühren danach, ob die jeweilige Ausführung Liquidität hinzufügt oder entnimmt. Eine Limitorder ist deshalb nicht automatisch Maker: Bei sofortiger Zuordnung kann sie Taker sein und ihr späterer Rest Maker. Spread und Slippage werden nicht nochmals addiert, wenn sie bereits in tatsächlichen Preisen enthalten sind. [5] [4]
Nach einem Verkauf kann der Preis weiter steigen, nach dem Rückkauf einer Shortposition weiter fallen. Umgekehrt kann ein nicht ausgeführter Ausstieg einer Umkehr vorausgehen. CME behandelt Ziele deshalb im gesamten Plan einschließlich Teilausstiegen. Dieser Rahmen beweist für sich genommen nicht den Vorteil eines bestimmten Niveaus. Der spätere Kursverlauf verändert keine bereits erfolgte Ausführung; die Kenntnis eines künftigen Hochs darf nicht als bei Orderaufgabe verfügbare Information dargestellt werden. [1]
Der Bericht sollte gesetztes Ziel, eventuelle Auslösung, einzelne Ausführungen, stornierte Menge und weiterhin offenen Rest trennen. Die Coinbase-Regeln beschreiben die Zuordnung zu verfügbaren Orders; die Ergebnisrechnung muss dann diese tatsächlichen Preise und Mengen verwenden. Erst danach lässt sich das Vorgehen mit dem ursprünglichen Plan vergleichen. Das realisierte Ergebnis eines Teils ist weder das Ergebnis der gesamten Position noch ein Nachweis einer dauerhaft profitablen Strategie. [5] [1]
Gewinn des geschlossenen Teils und verbleibende Menge
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Position Sizing, Stop-loss, Limit order, Slippage, Risk Management. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Risk-reward Ratio.
01Ist Take-profit immer eine eigenständige bedingte Order?+
Nein. Ein gewöhnlicher Limitauftrag kann ebenfalls einen gewinnorientierten Ausstieg umsetzen. Bei einer bedingten Variante müssen zusätzlich die Auslösereferenz und der nach Aktivierung entstehende Ordertyp bekannt sein.
02Bedeutet das Erreichen des Ziels, dass der gesamte Gewinn realisiert ist?+
Nein. Die Order kann unausgeführt oder nur teilweise ausgeführt sein. Das realisierte Ergebnis wird aus bestätigten Ausführungen, dem Anschaffungswert des verkauften Teils und zugehörigen Kosten berechnet; der Rest bleibt Kursänderungen ausgesetzt.