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Risk-reward Ratio

Verhältnis von geplantem Verlust und Gewinn

Risk-reward Ratio vergleicht den geplanten Verlust mit dem geplanten Gewinn. Eine verständliche Darstellung nennt Reihenfolge, Geldbeträge und Kosten. Das Verhältnis allein sagt weder, wie oft das Ziel erreicht wird, noch garantiert es Ausstiegspreis oder Profitabilität einer Strategie.

Risk-reward Ratio ist das Verhältnis der vorab definierten Verlust- und Gewinngröße eines Handels bei vorgegebenen Ausstiegen. Die Richtung des Verhältnisses muss genannt werden; Planwerte sind von tatsächlichen Ausführungen und der Statistik abgeschlossener Trades zu unterscheiden.

Risk-reward Ratio vergleicht geplanten Verlust und Gewinn desselben Handels. CME nennt es als eine Betrachtungsweise des Risikomanagements. Die Schreibweise muss aber angeben, welche Größe zuerst steht: Risiko zu Ertrag ist nicht dieselbe Zahl wie Ertrag geteilt durch Risiko. Hier verwenden wir für Risiko den positiven Verlustbetrag und für Ertrag den positiven Gewinn; ein tatsächliches negatives Ergebnis zeigen wir mit Vorzeichen. Ertrag bedeutet hier weder erwarteten noch garantierten Ertrag. [1]

Bei einer einfachen Spot-Longposition ergibt sich der geplante Kursverlust aus Menge mal Differenz zwischen Einstieg und Verlustausstieg. Der Kursgewinn verwendet die Differenz zwischen Gewinnausstieg und Einstieg. CME betont bei der Positionsgröße sowohl den Stopabstand als auch den Wert eines Preisschritts. Dasselbe geometrische Verhältnis kann daher sehr unterschiedliche Geldexpositionen betreffen. Bei Kontrakten sind Multiplikator und Auszahlungsstruktur einzubeziehen; die einfache Spotformel darf nicht ungeprüft auf Optionen oder inverse Kontrakte übertragen werden. [2]

Kauf- und Verkaufsgebühren verringern die Gewinnalternative und vergrößern die Verlustalternative. Anzugeben ist, ob sie in den verglichenen Beträgen bereits enthalten sind. Coinbase unterscheidet Maker- und Taker-Gebühren nach einzelnen Ausführungen; tatsächliche Kosten sind daher keine universelle Konstante für jede Order. Finanzierung und weitere Gebühren gehören in die Rechnung, wenn sie für das Produkt anfallen. In tatsächlichen Preisen enthaltener Spread und Slippage dürfen nicht nochmals gezählt werden. [5]

CME verbindet beim mathematischen Erwartungswert die Häufigkeit von Gewinnen und Verlusten mit deren durchschnittlicher Größe. Geplante Preisabstände bestimmen keine solche Häufigkeit. Ein weiter entferntes Ziel kann den berechneten Gewinn erhöhen, belegt aber keine unveränderte Erreichungswahrscheinlichkeit. Eine Gewinnschwelle lässt sich nur für ein ausdrücklich definiertes Ergebnismodell ableiten. Sie ist eine Bedingung an die unbekannte Erfolgsquote, keine Schätzung oder Bestätigung eines Handelsvorteils. [3]

FINRA weist bei Aktienstopps darauf hin, dass der Auslösepreis kein garantierter Ausführungspreis ist; die Limitvariante kann zudem unausgeführt bleiben. Coinbase unterscheidet ebenfalls Markt- und Limitausführung anhand des verfügbaren Buchs und der Produktbeschränkungen. Verlust- und Gewinnausstieg sind deshalb Planannahmen, die von tatsächlichen Ausführungen getrennt werden müssen. Ein aus eingezeichneten Niveaus berechnetes Verhältnis garantiert bei Kurssprüngen oder Liquiditätsmangel weder Verlustbegrenzung noch Zielrealisierung. [4] [6]

Wird ein Teil früher und der Rest anders verkauft, darf die gesamte Position nicht nur anhand des entferntesten Ziels bewertet werden. Coinbase beschreibt Teilausführungen und verschiedene Arten, den Rest zu erhalten oder zu stornieren. Die Berechnung muss daher Menge, Preis und zugeordnete Kosten jedes geschlossenen Teils verwenden. Keine Ausführung oder ein offener Rest sind kein abgeschlossener Verlust oder Gewinn. Das geplante Verhältnis und das empirische Verhältnis durchschnittlicher realisierter Gewinne und Verluste sind unterschiedliche Kennzahlen. [6] [3]

NFA erläutert bei hypothetischen Ergebnissen den Vorteil des Rückblicks und die unvollständige Erfassung von Liquidität, Slippage und Verhalten bei Verlusten. Nur Charts auszuwählen, bei denen ein entferntes Ziel erreicht wurde, belegt deshalb keinen Vorteil der Regel. Bei der Bewertung sind vorher festgelegte Bedingungen von Anpassungen an bekannte Ergebnisse zu trennen; auch nicht ausgeführte Trades und Kosten sind zu nennen. Das fiktive Rechenbeispiel hier erklärt Definitionen und ist weder Rücktest noch Strategieergebnis. [7]

CME unterscheidet im Risikoplan das Risiko eines einzelnen Handels, gleichzeitige Positionen und die gesamte Kontoexposition. Das Verhältnis allein zeigt weder Positionsgröße noch Haltedauer, Liquidität oder gemeinsame Bewegung mehrerer Expositionen. Vergleiche brauchen dieselben Währungseinheiten und einen klaren Kostenumfang; zugleich müssen tatsächliche Geldbeträge sichtbar sein. Eine universell richtige Verhältniswahl folgt aus der Definition nicht. Die Prüfung umfasst weiterhin Wahrscheinlichkeiten, Ergebnisverteilung und Verlusttragfähigkeit. [1] [3]

BeispielBEISPIEL · R:R

Gleiche Ausstiegspreise, anderes Verhältnis nach Kosten

Unser fiktives Modell verwendet dieselbe vollständig bezahlte Longposition von 0.25 BTC mit Einstieg zu 100000 USD/BTC, also einem Anschaffungswert von 25000 USD vor Kosten. Alternative A setzt einen vollständigen Verkauf zu 96000 USD/BTC voraus, Alternative B zu 108000 USD/BTC. Wir unterstellen ausdrücklich exakte vollständige Ausführungen, keine zusätzliche Slippage und gesamte Kauf- und Verkaufskosten von 100 USD je Alternative. Vor Kosten beträgt der Verlust 1000 USD und der Gewinn 2000 USD: Risiko zu Ertrag ist 1:2, Ertrag geteilt durch Risiko 2. Nach Kosten beträgt der Verlust 1100 USD und der Gewinn 1900 USD: Risiko zu Ertrag ist 11:19, Ertrag geteilt durch Risiko 19/11, ungefähr 1.7273. Das Diagramm zeigt die vorzeichenbehafteten Nettoergebnisse [-1100, 1900] USD für A und B; es sind keine zwei aufeinanderfolgenden Transaktionen. Nur für das zusätzlich angenommene Modell, in dem jeder abgeschlossene Trade bei gleicher Menge und gleichen Kosten genau mit einer dieser Alternativen endet, ergibt sich die Schwelle eines durchschnittlichen Ergebnisses von null als Verlust geteilt durch Gewinn plus Verlust. Ohne Kosten wäre sie 1/3, ungefähr 33.3333%; mit Kosten ist sie 11/30, ungefähr 36.6667%. Diese Grenze ist weder eine beobachtete Erfolgsquote noch die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung. Bei anderen Ausführungen, Teilausstiegen oder weiteren Ergebnissen reicht das beschriebene Modell mit zwei Ausgängen nicht mehr aus. Steuern, Finanzierung und Zeitwert werden nicht berücksichtigt; die Kosten sind kein Börsengebührenverzeichnis, und der geplante Verlustausstieg ist kein garantiertes Verlustmaximum.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Position Sizing, Stop-loss, Take-profit, Slippage, Risk Management. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Expectancy.

01Beweist ein hohes Verhältnis von Ertrag zu Risiko eine profitable Strategie?

Nein. Neben der Größe der Ergebnisse sind Häufigkeit, Kosten und tatsächliche Ausführung entscheidend. Ein weiter entferntes Ziel kann das notierte Verhältnis verbessern, belegt aber allein keine gleiche Erreichungschance.

02Warum verändert die Einbeziehung von Kosten die Gewinnschwelle?

Kosten verringern die Gewinnalternative und erhöhen die Verlustalternative. Im Modell mit zwei festen Ergebnissen ist deshalb eine höhere Gewinnquote für einen Durchschnitt von null nötig. Die Rechnung gilt nur unter den genannten Annahmen und prognostiziert keine Erfolgsquote.

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Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung