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Expectancy

Erwarteter Handelsertrag

Expectancy verbindet die Größe möglicher Ergebnisse mit ihren Wahrscheinlichkeiten. Der Durchschnitt aufgezeichneter Trades beschreibt zunächst nur diesen Datensatz und kann als Schätzung für die Zukunft dienen. Kosten, Auswahl der Trades und Schätzunsicherheit bestimmen, was die Zahl tatsächlich bedeutet.

Expectancy ist der Erwartungswert eines Handelsergebnisses in einem festgelegten Modell. Empirisch wird er durch den Durchschnitt vergleichbarer abgeschlossener Ergebnisse geschätzt; ein positiver vergangener Durchschnitt garantiert weder zukünftigen Gewinn noch einen begrenzten Rückgang.

Expectancy bezeichnet das erwartete Handelsergebnis in einem bestimmten Wahrscheinlichkeitsmodell. Der Erwartungswert gewichtet mögliche Ergebnisse mit ihren Wahrscheinlichkeiten. Die Summe aufgezeichneter Ergebnisse geteilt durch die Anzahl der Trades ist dagegen der Stichprobenmittelwert. Er beschreibt den vorliegenden Datensatz exakt, schätzt den zukünftigen Erwartungswert aber nur unter zusätzlichen Annahmen. Es muss klar sein, ob ein Modell, tatsächliche Ergebnisse oder eine erfundene Illustration verwendet werden. Diese Begriffe dürfen nicht verwechselt werden, nur weil ihre Berechnungen ähnlich aussehen. [1] [5]

CME multipliziert die Gewinnhäufigkeit mit dem durchschnittlichen Gewinn und zieht die Verlusthäufigkeit mal durchschnittliche Verlusthöhe ab. Für einen abgeschlossenen Datensatz ist dies eine andere Schreibweise seines Mittelwerts, sofern dieselben Einheiten und eine vollständige Aufteilung der Ergebnisse verwendet werden. Der Verlust im abzuziehenden Glied ist eine positive Größe, keine erneut negative Zahl. Trades mit einem Nettoergebnis von null bleiben im Gesamtumfang enthalten, obwohl sie zur Summe nichts beitragen. Fehlt eine Gruppe, verwenden Sie unmittelbar die Summe aller Ergebnisse statt des undefinierten Durchschnitts einer leeren Gruppe. [2]

Teilweise Ein- und Ausstiege können mehrere Ausführungen für einen einzigen Trade erzeugen. Coinbase beschreibt Teilausführungen und das Beibehalten oder Stornieren des nicht ausgeführten Rests. Das Journal muss daher vorab festlegen, wie es Ausführungen zusammenfasst und Kosten zuordnet. Ein offener Rest darf nicht als abgeschlossener Gewinn gelten, und eine abgelehnte Order ist nicht automatisch ein Trade mit Ergebnis null. Nicht ausgeführte Signale und die Gründe für ihren Ausschluss sind gesondert zu erfassen. Ohne diese Definition können scheinbar gleiche Durchschnitte unterschiedliche Nenner verwenden. [4]

Ziehen Sie Gebühren vom Ergebnis jedes Trades ab, bevor Sie ihn als Gewinn, Verlust oder Nullergebnis einordnen. Ein Bruttogewinn kann nach Kosten in eine andere Gruppe fallen. Coinbase unterscheidet maker- und taker-Gebühren nach Ausführung; der feste Kostenbetrag in der Illustration ist daher kein Gebührenverzeichnis. Berücksichtigen Sie gegebenenfalls Finanzierungskosten. Bereits in Ausführungspreisen enthaltene Spreads und Slippage dürfen nicht erneut abgezogen werden. Geldbeträge lassen sich ohne Erklärung der Umrechnung nicht direkt mit prozentualen oder anders normalisierten Ergebnissen vergleichen. [3]

Eine andere Reihenfolge derselben abgeschlossenen Ergebnisse verändert weder ihre Summe noch ihren arithmetischen Mittelwert, wohl aber den Verlauf des kumulierten Ergebnisses. Der Durchschnitt allein zeigt daher weder den Rückgang vom vorherigen Höchststand noch die Länge einer Verlustserie oder die erforderliche Geldreserve. Dies ist eine mathematische Begrenzung der Kennzahl, die das eigene Beispiel unten verdeutlicht. CME trennt beim Risikomanagement einzelne Trades von gleichzeitigen Positionen und der Gesamtexposition des Kontos. Bei veränderlichen Positionsgrößen oder Reinvestitionen lässt sich der Durchschnitt gleich großer Trades zudem nicht ohne Weiteres auf das Kontowachstum übertragen. [7]

NIST erklärt, dass der Stichprobenmittelwert zwischen Stichproben schwankt und eine Intervallschätzung die Unsicherheit ausdrückt. Im dargestellten statistischen Modell beeinflussen sowohl Stichprobengröße als auch Streuung diese Unsicherheit. Die Anzahl der Trades allein bestätigt jedoch nicht allgemein die Zuverlässigkeit einer Handelsstrategie. Vor Anwendung eines bestimmten Intervalls müssen seine Voraussetzungen geprüft werden, einschließlich des Umgangs mit abhängigen Beobachtungen. Aus unserem erfundenen Datensatz leiten wir kein Intervall für eine reale Strategie ab; der berechnete Durchschnitt ist keine Wahrscheinlichkeit zukünftigen Gewinns. [5]

NFA weist bei hypothetischer Performance auf Rückschau, unvollständige Erfassung von Liquidität und Slippage sowie Unterschiede zum tatsächlichen Tragen von Verlusten hin. Der Durchschnitt ausgewählter erfolgreicher Trades reicht deshalb nicht aus. Regeln, der gesamte Beobachtungszeitraum, Kosten und Unterschiede zwischen vorgesehenen und ausgeführten Trades müssen dokumentiert werden. Regeländerungen nach Kenntnis der Ergebnisse verändern die Bedeutung der anschließend angegebenen Zahl. Hypothetische und tatsächliche Ergebnisse müssen unterscheidbar bleiben; eine Rechenillustration beweist keinen Handelsvorteil. [6]

Neue tatsächliche Ergebnisse mit einer älteren Schätzung zu vergleichen erfordert dieselbe Definition eines Trades, dieselben Einheiten und denselben Kostenumfang. Änderungen der Positionsgröße oder Ausführung können den Durchschnitt verändern, ohne dass noch dieselbe Strategie unter denselben Bedingungen vorliegt. Die Dokumentation sollte Ergebnisse daher mit Ausführungen und Risikoregeln verknüpfen. Ein historischer Durchschnitt verspricht keinen weiteren Gewinn und ersetzt keine Kontrolle der Gesamtexposition. Expectancy soll Fragen zu Ergebnissen und ihren Voraussetzungen präzisieren, nicht aus einer einzigen Zahl Gewissheit machen. [4] [7]

BeispielBEISPIEL · EV

Positiver Durchschnitt trotz deutlichem Rückgang

Der eigene erfundene Datensatz enthält 10 vollständig abgeschlossene Trades mit gleicher Positionsgröße, ohne Reinvestition und ohne offenen Rest. Die Bruttoergebnisse in zeitlicher Reihenfolge lauten [300, 300, 300, 300, -100, -100, -100, -100, -100, -100] USD. Insgesamt sind das 600 USD, also durchschnittlich 60 USD pro Trade. Die angenommenen Gesamtkosten für Ein- und Ausstieg betragen 20 USD pro Trade, insgesamt 200 USD; sie werden genau einmal abgezogen. Die Nettoergebnisse lauten [280, 280, 280, 280, -120, -120, -120, -120, -120, -120] USD. Die Summe von 400 USD geteilt durch die Anzahl der Trades ergibt einen Nettodurchschnitt von 40 USD. Dasselbe ergibt die Gewinnhäufigkeit 0.4 mal durchschnittlicher Gewinn 280 USD minus Verlusthäufigkeit 0.6 mal durchschnittliche Verlusthöhe 120 USD. Diese Häufigkeiten beschreiben den erfundenen Datensatz, nicht geschätzte zukünftige Wahrscheinlichkeiten. Das Diagramm zeigt das kumulierte Nettoergebnis einschließlich der anfänglichen Null: [0, 280, 560, 840, 1120, 1000, 880, 760, 640, 520, 400] USD. Vom Höchststand von 1120 USD bis zum Endwert von 400 USD beträgt der größte Rückgang 720 USD. Ein positiver Durchschnitt bedeutet also keinen Verlauf ohne Rückgang. Das Diagramm zeigt weder Kontostand noch Anfangskapital oder prozentuale Rendite. Die Kosten sind lediglich eine Annahme des Beispiels; Steuern und Finanzierung bleiben unberücksichtigt, und aus dem Modell wird keine zukünftige Performance abgeleitet.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Risk-reward Ratio, Slippage, Position Sizing, Backtesting, Risk Management. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Risk of Ruin, Kelly Criterion, Trading Journal.

01Bedeutet eine positive Expectancy, dass der nächste Trade profitabel wird?

Nein. Ein Erwartungswert ist nicht das Ergebnis eines einzelnen Trades. Außerdem muss ein positiver Durchschnitt vergangener Daten keine zuverlässige Schätzung des zukünftigen Erwartungswerts sein.

02Kann der Durchschnitt nur aus profitablen Trades berechnet werden?

Eine solche Zahl beschreibt lediglich die Größe der Gewinne. Für den Durchschnitt des gesamten Datensatzes brauchen Sie auch Verluste und Nettoergebnisse von null, klar bestimmte Kosten und eine vorab definierte Einheit des abgeschlossenen Trades.

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Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung