Monetary Base bezeichnet den Bargeldumlauf zuzüglich der Reserveguthaben der Banken bei der Zentralbank gemäß der jeweiligen Statistik. Bargeld umfasst Banknoten und Münzen; Reserven sind Guthaben auf Zentralbankkonten der Banken, nicht die Einlagen ihrer gewöhnlichen Kunden.
Ihr Kontostand zeigt, wie viel Ihnen Ihre Bank schuldet. Die Bank selbst kann ein Konto bei der Zentralbank führen, etwa bei der amerikanischen Federal Reserve, kurz Fed. Die dortigen Reserven dienen zur Abwicklung von Zahlungen mit anderen Banken. Ein Reservekonto ist also etwas anderes als das Girokonto eines Kunden. Die Geldbasis umfasst diese Reserven und Bargeld; M1 und M2 enthalten dagegen auch bestimmte Kundeneinlagen. Aus der Geldbasis allein lässt sich deshalb nicht ablesen, wie viel Menschen und Unternehmen ausgeben können. Broad Money bietet den breiteren Blick einschließlich Bankeinlagen. [1]
Für Geldstatistiken zählt auch, wer das Bargeld hält. In der amerikanischen Veröffentlichung H.6 umfasst der Bargeldanteil der Geldbasis das Bargeld außerhalb des Finanzministeriums, Treasury, und der Federal Reserve Banks. Bargeld in den Tresoren der Geschäftsbanken ist somit enthalten. Der Bargeldanteil von M1 schließt diese Bestände dagegen aus. „Bargeldumlauf“ kann daher je nach Tabelle einen anderen Umfang haben. Ist Tresorbargeld bereits in einer Summe enthalten, würde seine erneute Addition dieselben Scheine doppelt zählen. [2]
Eine Bank kann bei der Zentralbank Reserven gegen Banknoten tauschen. So beschreibt die Europäische Zentralbank (EZB) die Bereitstellung von Banknoten. In unserem vereinfachten Beispiel hat das gesamte System Bargeld von 100 und Reserven von 200, zusammen 300. Werden Reserven von 20 gegen Bargeld getauscht, lautet die Zusammensetzung danach 120 + 180 = 300. Der Tausch allein hat die Geldbasis nicht erhöht. Wir nehmen dabei an, dass keine andere Operation gleichzeitig stattfindet; ein neuer Zentralbankkredit müsste gesondert berücksichtigt werden. [4]
Nun überweisen Sie Geld an einen Kunden einer anderen Bank. Bei der von der EZB beschriebenen Abwicklung wandern Reserven von der Bank des Absenders zur Bank des Empfängers. Unser Beispiel A -30 und B +30 ändert den Halter, nicht die Gesamtsumme der Reserven. Für die einzelne Bank ist der Abfluss trotzdem wichtig: Sie braucht Mittel, um Zahlungen abzuwickeln. Eine unveränderte Geldbasis bedeutet deshalb nicht, dass jede Bank ausreichend sofort verfügbare Mittel besitzt. [4]
Wie die Bank of England erläutert, entsteht bei der Kreditvergabe zugleich eine entsprechende Einlage. Ein beispielhafter Kredit von 50 kann dem Kunden 50 auf seinem Konto gutschreiben, ohne die Geldbasis gleichzeitig um diesen Betrag zu erhöhen. Der Kunde erhält keinen Zugang zum Reservekonto der Bank. Überweist er das Geld weiter oder hebt Bargeld ab, muss die Bank die Abwicklung ermöglichen. Einlagen lassen sich nicht unbegrenzt schaffen: Kapital, Risiken, Finanzierung, Vorschriften und Kreditnachfrage spielen dabei eine Rolle. [5]
Kauft die Zentralbank ein Wertpapier von einem Nichtbankinhaber, ist das ein anderer Vorgang: Die Reserven seiner Bank können steigen, während der Verkäufer eine Einlage erhält. Die Bank of England erklärt, warum daraus kein festes Vielfaches künftiger Kredite entsteht. Das Verhältnis breiter Geldmenge zur Geldbasis beschreibt einen Zustand und garantiert keine unveränderte Beziehung für die Zukunft. Aus dem Wachstum der Geldbasis allein lassen sich weder künftiges Kreditwachstum noch Verbraucherpreise berechnen. Auch die weiteren Entscheidungen von Banken, Unternehmen und Haushalten zählen. [5]
Das Glossar der EZB zählt zur Geldbasis Bargeld, Mindestreserven und Überschussreserven in der Einlagefazilität des Eurosystems, also auf dem entsprechenden Zentralbankkonto. Das Eurosystem besteht aus der EZB und den Zentralbanken der Länder, die den Euro nutzen. Mindestreserven müssen Banken nach den geltenden Regeln halten; über die Einlagefazilität können sie weitere Mittel bei der Zentralbank anlegen. Eine konkrete Statistik muss festlegen, welche Konten, Halter und Zeiträume sie erfasst. M0 wird manchmal ähnlich wie Geldbasis verwendet; die Bezeichnung allein beweist jedoch keinen identischen Inhalt. Prüfen Sie vor einem Diagrammvergleich deshalb die Definitionen und mögliche Änderungen. Dieselbe Währung oder ein ähnlicher Name des Indikators bedeutet noch nicht, dass dieselbe Größe verglichen wird. [3]
Bitcoin.org beschreibt ein Netzwerk ohne zentralen Emittenten, also ohne eine Institution, die das neue Geld ausgibt. Direkt gehaltener Bitcoin (BTC) ist weder eine Forderung gegen eine Zentralbank noch das Versprechen einer anderen Institution, Basisgeld auszuzahlen. Ausgaben autorisieren Sie mit privaten Schlüsseln: geheimen Daten, mit denen Ihre Wallet Übertragungen signiert. Hält ein Verwahrer wie eine Börse die Schlüssel, ist ein Kontoguthaben etwas anderes als die eigene Kontrolle über die Coins; auch die Auszahlung hängt vom Verwahrer ab. Der Vergleich mit der Geldbasis hilft zu fragen, was wir tatsächlich halten und gegen wen ein Anspruch besteht. Er beweist weder gleiche Liquidität, also wie leicht Geld verfügbar oder umtauschbar ist, noch gleiche Preisstabilität oder Risiken. [6]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Broad Money, M0, M1, M2. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Fiatgeld, Broad Money, M0, M1.