M0 bezeichnet ein eng gefasstes Geldmengenaggregat, also eine statistische Summe ausgewählter Geldformen. Eine weltweit einheitliche Abgrenzung gibt es nicht. Herausgeber und Zeitraum bestimmen den Inhalt; M0 ist deshalb weder automatisch das Bargeld der Bevölkerung noch die monetäre Basis.
Das Kürzel M0 allein genügt nicht. Die historische britische Reihe der Bank of England umfasste Pfundnoten und Münzen außerhalb der Zentralbank, einschließlich des Bargelds bei Banken und britischen Building Societies, die Spareinlagen annehmen und Hypothekenkredite vergeben, sowie operative Einlagen der Banken bei der Zentralbank. Eine solche Einlage ist ein Kontoguthaben der Bank, kein weiteres Bündel Scheine. Schon daran wird deutlich, warum „Geld in den Portemonnaies“ den Umfang nicht richtig beschreibt. Ein anderes Land kann dasselbe Kürzel anders definieren. [1] [6]
Im Mai 2006 reformierte die Bank of England ihre Geldmarktgeschäfte und führte ein neues System verzinster Reserven ein. Reserven sind Bankguthaben bei der Zentralbank; ihre Funktion und ihr Umfang änderten sich. Deshalb stellte die Bank die gemeinsame Reihe ein und veröffentlichte Bargeld und Reserveguthaben getrennt. Das Ende einer Reihe bedeutet nicht, dass Geld verschwunden ist. Die Statistik hat sich verändert. Alte und neue Zahlen dürfen daher nicht ohne Erklärung zu einer durchgehenden Kurve zusammengesetzt werden. [1] [2]
Die US-Veröffentlichung H.6 bezeichnet Bargeld plus Reserveguthaben als Monetary Base, also monetäre Basis. Ihre Bargeldkomponente umfasst Bargeld außerhalb des US-Finanzministeriums und der Federal Reserve Banks, einschließlich des Bargelds in Banktresoren. Die Bargeldkomponente von M1 schließt dagegen auch diese Tresorbestände aus. M0 ist deshalb kein geeigneter Ersatzname für jede ähnliche Zahl. Auch beim breiteren M2 oder dem Begriff Broad Money zählt die ursprüngliche Definition: Diese Größen erfassen ausgewählte Kundeneinlagen und nicht nur Zentralbankgeld. [3]
Nehmen wir ein selbst gewähltes Beispiel in einer Währung zu einem Zeitpunkt, keine beobachteten Landesdaten. Menschen halten Bargeld von 90, Banken Bargeld von 10. Zusammen sind das 90 + 10 = 100. Zusätzlich haben Banken Reserven von 200 bei der Zentralbank. Die weitere Abgrenzung aus Bargeld und Reserven ergibt somit 300. Keine dieser Summen muss falsch sein: Jede beantwortet eine andere Frage. Ein Kürzel lässt sich erst zuordnen, wenn die Statistik genau abgegrenzt ist. [3]
Nun hebt ein Kunde 5 aus dem Bargeldbestand der Bank ab; weitere Vorgänge finden nicht statt. Die Bevölkerung hält 95, die Bank 5, zusammen weiterhin 100 in bar. Die Reserven bleiben bei 200, die gemeinsame Summe bei 300. Ein Maß nur für Bargeld bei der Bevölkerung steigt trotzdem. Die ausgegebenen Scheine dürfen nicht nochmals als Zuwachs zur ursprünglichen Gesamtsumme gezählt werden. Sie haben den Besitzer gewechselt. Darin liegt der Unterschied zwischen dem Wachstum einer Komponente und dem Wachstum des Ganzen. [3]
Im Bericht für Januar 2023 erklärte Chinas Zentralbank PBOC, seit Dezember 2022 den umlaufenden e-CNY, die digitale Form des Yuan, in M0 einzubeziehen. Der digitale Anteil bestand nicht aus Banknoten und gehörte dennoch zu dieser konkreten Statistik. Das ist eine belegte historische Zuordnung. Sie bestätigt weder die heutige Behandlung jeder digitalen Wallet noch die Regeln aller Länder. Für neuere Zahlen ist die dann geltende Methodik zu prüfen, statt eine ältere Erklärung ungeprüft zu übernehmen. [4]
Die britische monatliche M0-Reihe verwendete den Durchschnitt wöchentlicher Beobachtungen. Dieser ist nicht dasselbe wie der Bestand am letzten Monatstag, besonders wenn Geld im Laufe des Monats bewegt wird. Keine der beiden Angaben beschreibt die Zahl der Zahlungen im Monat: Geldbestand und Zahlungsvolumen sind unterschiedliche Größen. Prüfen Sie Zeitraum, Einheit, erfasste Halter und eine mögliche Saisonbereinigung, die geschätzte regelmäßige Schwankungen herausrechnet. Sonst erscheint ein Messunterschied leicht als wirtschaftliche Veränderung. [1]
Wer Bitcoin (BTC) als Basisgeld bezeichnet und mit M0 vergleicht, verwendet eine Analogie, keine gemeinsame amtliche Definition. Bitcoin.org erläutert die Regeln, nach denen neue Bitcoin entstehen. Ausgegebene Coins, verfügbare Coins und Kundenforderungen gegenüber Verwahrern, also Beträge, die eine Börse oder ein anderer Anbieter den Kunden schuldet, sind aber keine austauschbaren Größen. Fragen Sie bei jedem Diagramm, was tatsächlich gezählt wird. Das Wachstum eines Geldmengenmaßes für staatlich ausgegebene Währungen allein garantiert keinen künftigen Bitcoin-Preis: Es sagt nicht, wer zu welchen Bedingungen kaufen möchte. [5]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Monetary Base, M1, M2, Broad Money. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Monetary Base, M1, M2.