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Broad Money

Breite Geldmenge

Wer wissen möchte, wie viel Geld er hat, darf nicht nur ins Portemonnaie schauen. Ein Teil liegt auf dem Girokonto, ein anderer auf dem Sparkonto oder als kurzfristige Einlage. Broad Money betrachtet ähnliche Bestände für eine ganze Volkswirtschaft: Neben Bargeld erfasst die breite Geldmenge ausgewählte Einlagen und leicht verfügbare Geldinstrumente. Sie ist aber kein Verzeichnis von allem, was sich verkaufen lässt. Entscheidend ist die Grenze zwischen Geld, anderem Vermögen und einer bloßen Umbuchung zwischen Konten.

Broad Money bezeichnet die Geldmenge in einer breiteren statistischen Abgrenzung. Sie umfasst Bargeld, ausgewählte Bankeinlagen und gegebenenfalls weitere liquide Instrumente. Auch Emittenten und Halter bestimmen den Umfang; gemeint sind weder das gesamte Vermögen noch einfach alle Finanzkonten zusammen.

Entscheidend ist die Liquidität: Wie leicht lässt sich etwas zum Bezahlen verwenden oder in Bargeld umwandeln? Im Euroraum ist M3 die breiteste der wichtigsten Geldmengen. Sie umfasst M2, die engere Summe aus Bargeld und kurzfristigen Einlagen, sowie weitere Instrumente: Repos, also Wertpapierverkäufe mit Rückkaufvereinbarung, Anteile an Geldmarktfonds für kurzfristige Anlagen sowie Schuldverschreibungen monetärer Finanzinstitute mit einer ursprünglichen Laufzeit von höchstens 2 Jahren. Zu diesen Instituten zählen vor allem Banken, aber auch Geldmarktfonds. Ein Haus oder eine langfristige Anlage wird nicht allein dadurch zu Geld, dass sich ein Käufer finden lässt. [1] [6]

Derselbe Bestand muss nicht bei jedem Halter berücksichtigt werden. Bei M3 im Euroraum umfasst der geldhaltende Sektor Gebietsansässige außerhalb der monetären Finanzinstitute und des Zentralstaats. Es kommt also darauf an, wer ein Instrument ausgibt und wer es hält. Zudem entfernt die Statistik gegenseitige Positionen innerhalb des Sektors der monetären Finanzinstitute; das nennt sich Konsolidierung. Einfach alle Posten der Bankbilanzen zu addieren, ergäbe etwas anderes als das Geld des festgelegten Teils der Volkswirtschaft. [1]

Die amerikanische Federal Reserve, kurz Fed, berechnet in ihrer Veröffentlichung H.6 das M2 aus M1, kleinvolumigen Termineinlagen und Anteilen an Geldmarktfonds für Privatanleger, abzüglich bestimmter Altersvorsorgeguthaben. Diese Liste ist nicht identisch mit M3 im Euroraum. Die Zahlen sind deshalb nicht austauschbar, nur weil beide als breite Geldmenge bezeichnet werden. Prüfen Sie beim Vergleich Währung, Instrumente, Emittenten und Halter. Eine gemeinsame Bezeichnung hilft bei der Einordnung, ersetzt aber keine genaue Definition. [2]

Stellen wir uns ein Giroguthaben von 80 und ein Sparguthaben von 20 vor, die beide zum selben Aggregat gehören, also zum selben statistischen Gesamtbetrag. Zusammen sind es 100. Werden 30 aufs Sparkonto verschoben, ergibt sich 50 + 50 = 100: Die Zusammensetzung ist anders, neues Geld ist nicht entstanden. Anders ist der Tausch einer erfassten Einlage gegen eine neu ausgegebene langfristige Bankanleihe außerhalb des Aggregats. Er kann die Geldmenge verringern, ohne das Vermögen entsprechend zu verkleinern. Der Kauf einer bestehenden Anlage von einer anderen Person kann Geld dagegen lediglich zum Verkäufer verschieben. [1] [4]

Die Bank of England beschreibt, wie ein Bankkredit eine entsprechende Einlage schafft und die Rückzahlung den Vorgang umkehrt. In unserem vereinfachten Beispiel erzeugt ein Kredit von 40 eine erfasste Kundeneinlage von 40. Eine Tilgung von 40 aus einer solchen Einlage verringert sie um 40, sofern keine anderen Vorgänge stattfinden. Tilgung betrifft den geliehenen Betrag; Zinsen sind dagegen der Preis des Kredits. Das bedeutet nicht, dass Banken unbegrenzt verleihen können. Kapital, Risiko, Finanzierung, Vorschriften und die Bereitschaft der Kunden, Kredite aufzunehmen, setzen Grenzen. [4]

Monetary Base erfasst Bargeld und die Reserven der Banken bei der Zentralbank. M2 ist anders abgegrenzt, doch ein Teil des Bargelds kommt in beiden Größen vor. Wer Geldbasis und M2 addiert, zählt dieses Bargeld erneut. Es sind keine unabhängigen Mengen, die sich einfach zusammenlegen lassen. Auch sind Bankreserven keine gewöhnlichen Haushaltseinlagen. Zwischen Geldbasis und breiter Geldmenge besteht daher kein fester automatischer Umrechnungsfaktor: Mehr Reserven allein bestimmen keine genaue Menge künftiger Einlagen. [2] [4]

Die Fed nahm Spareinlagen in M1 auf und wendete dies rückwirkend ab Mai 2020 an. Dadurch stieg das ausgewiesene M1 stark, während M2, das diese Einlagen schon enthielt, durch die Änderung selbst unverändert blieb. Am Tag der Definitionsänderung floss also nicht entsprechend viel neues Geld zu. Prüfen Sie vor einer Wachstumsberechnung, ob Reihen und Zeiträume vergleichbar sind. Achten Sie auch auf die Saisonbereinigung: Sie entfernt geschätzte, regelmäßig im Jahr wiederkehrende Schwankungen. Sonst kann ein Diagramm eine andere Geschichte erzählen als den tatsächlichen Vorgang. [3]

Eine wachsende breite Geldmenge sagt noch nicht, wer sie hält und was damit geschieht. Manche sparen, andere tilgen Schulden oder kaufen ein; ob sie Bitcoin (BTC) wählen, zeigt das Aggregat allein nicht. Bitcoin.org erklärt den Preis durch Angebot und Nachfrage. Velocity of Money betrachtet eine weitere Beziehung: den Wert der Produktion innerhalb eines Zeitraums zu laufenden Preisen im Verhältnis zur Geldmenge. Auch daraus folgt keine einfache Kaufregel. Ähnliche Diagramme belegen weder Ursache noch künftigen Preisanstieg oder Gewinn; nötig sind ein konkreter Mechanismus und seine zeitliche Einordnung. [5] [7]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Monetary Base, M1, M2, Velocity of Money. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Fiatgeld, Monetary Base, M0, M1.

DOC · 001ECB — Monetary AggregatesDokumentation DOC · 002Federal Reserve — H.6 Money Stock MeasuresDokumentation DOC · 003Federal Reserve — H.6 Technical QuestionsDokumentation DOC · 004Bank of England — Money Creation in the Modern EconomyDokumentation DOC · 005Bitcoin.org — FAQDokumentation DOC · 006ECB Data Portal — M3 and ComponentsDokumentation DOC · 007Federal Reserve Bank of St. Louis — Velocity of M2 Money StockDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung