266 / 736M2

M2

Geldmengenaggregat M2

Einen Teil Ihres Geldes halten Sie für tägliche Ausgaben bereit, einen anderen legen Sie vielleicht für eine Weile verzinst an. Beides gehört Ihnen, ist aber nicht gleich schnell verfügbar. M2 soll mehr erfassen als Bargeld und sofort verfügbare Einlagen allein. Es zeigt weder das gesamte Vermögen noch, wie viel eine Zentralbank gerade „gedruckt“ hat. Um die Kurve zu verstehen, müssen wir ihre Bestandteile kennen und neues Geld von Kontoumbuchungen und Wechselkursänderungen unterscheiden.

M2 ist ein breiteres Geldmengenaggregat, eine statistische Summe ausgewählter Geldformen. Es ergänzt eng definiertes Geld um bestimmte Einlagen und in manchen Ländern auch Fonds. Es gehört zum Thema Broad Money, also Geld in einem weiteren Sinne. Die genaue Zusammensetzung hängt von der verwendeten Statistik ab: Derselbe Name garantiert weder gleiche Verfügbarkeit noch gleiches Risiko oder vergleichbare Daten.

Sowohl die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) als auch die Europäische Zentralbank verwenden M2, jedoch mit unterschiedlichen Inhalten. Gegenüber engen Maßen wie einem landesspezifischen M0 ist es eine breitere Sicht, keine universelle Liste. Prüfen Sie Währung, Zeitraum, Emittenten und Halter. Auch die Saisonbereinigung zählt: Sie entfernt geschätzte regelmäßig wiederkehrende Schwankungen. Selbst eine Umrechnung in dieselbe Währung beseitigt methodische Unterschiede nicht. Häuser, Aktien oder Autos zählen nicht allein deshalb dazu, weil sie einen Wert haben. Geldmenge ist nicht Nettovermögen, also Vermögen abzüglich Schulden. [1] [2]

Die US-Veröffentlichung H.6 bildet M2 aus M1 (Bargeld und bestimmte Einlagen einschließlich Spareinlagen), Termineinlagen mit Beträgen unter 100 000 US-Dollar (USD) und Beständen privater Anleger in Geldmarktfonds, abzüglich bestimmter Guthaben auf IRA- und Keogh-Altersvorsorgekonten. Eine Termineinlage hat eine vereinbarte Laufzeit; ein Geldmarktfonds investiert in kurzfristige Instrumente, und Retail bezeichnet die Ausrichtung auf Privatanleger. Institutionelle Fonds für große Organisationen gehören nicht automatisch zu derselben Komponente. Spareinlagen sind bereits im engen US-Aggregat enthalten. Sie nochmals hinzuzufügen würde dasselbe Geld doppelt zählen. [1]

Im Euroraum kommen zu M1 (Bargeld im Umlauf und für Abhebungen oder Zahlungen leicht verfügbare Einlagen) Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu 2 Jahren und mit Kündigungsfrist bis zu 3 Monaten hinzu. Die Laufzeit beschreibt die vereinbarte Dauer der Einlage. Die Kündigungsfrist beschreibt die Wartezeit nach Ankündigung einer Auszahlung; sie ist nicht die verbleibende Restlaufzeit. Geldmarktfondsanteile gehören hier erst zu M3, nicht zu M2. Trotz ähnlicher Namen lässt sich die US-Liste daher nicht einfach auf eine europäische Kurve übertragen. [2]

In den USA gibt es sowohl Geldmarkt-Einlagenkonten bei Banken als auch Geldmarktfonds. Die FDIC, die US-Bundesbehörde für Einlagensicherung, erklärt: Bei versicherten Banken gelten für Einlagen die jeweiligen Sicherungsregeln und -grenzen. Fondsanteile sind dagegen nicht FDIC-versichert, auch wenn eine Bank sie verkauft. Ein Fonds ist eine Anlage, deren Wert sinken kann. Die Aufnahme eines Retailfonds in das US-M2 ändert daran nichts. Eine statistische Kategorie verspricht keine Sicherheit: Zuerst müssen wir klären, ob wir eine Bankeinlage oder einen Anteil an Fondsanlagen halten. [3] [6]

In unserem vereinfachten Beispiel beträgt M1 zunächst 100, die erfassten Termineinlagen betragen 20. M2 liegt somit bei 120. Werden 10 vom Girokonto auf diese Termineinlage verschoben, ergibt sich 90 + 30 = 120. M1 sank, M2 dagegen nicht. Wir unterstellen keine weiteren Vorgänge. Jemand hat eine andere Laufzeit gewählt, doch aus der gemessenen Summe ist kein Geld verschwunden. Den Rückgang einer Komponente müssen wir deshalb zusammen mit den anderen Veränderungen lesen, nicht als eigenständigen Beweis für Geldvernichtung. [2]

Die Bank of England, die Zentralbank des Vereinigten Königreichs, beschreibt, wie Bankkredite Einlagen schaffen und die Tilgung des Kapitals, also des eigentlichen Schuldbetrags ohne Zinsen, dies umkehrt. M2 ändert sich nur, soweit die Einlage seiner Definition entspricht. Auch bei einem Wertpapierkauf der Zentralbank zählt der Verkäufer. Kauft sie von einer Bank, kann deren Wertpapier gegen Reserven getauscht werden; beim Kauf von einem Nichtbank-Halter kann zusätzlich eine Kundeneinlage entstehen. Reserven sind hier Guthaben, die Banken bei der Zentralbank halten. Monetary Base erfasst einen anderen Geldkreis einschließlich Bankreserven. Ihr Wachstum bestimmt deshalb keinen festen automatischen Zuwachs breiteren Geldes. [4]

Stellen wir uns Land A mit M2 von 100 USD und Land B mit 100 Euro (EUR) vor. Bei 1 USD je EUR beträgt die Summe 200 USD, bei 1,2 USD je EUR bereits 220 USD. Beide inländischen Geldmengen sind unverändert geblieben. Gewachsen ist die umgerechnete Dollarsumme, nicht automatisch die neu geschaffene Geldmenge. Das ist unser vereinfachtes Beispiel. Bei einem echten globalen Diagramm müssen außerdem Datenstände und nationale Definitionen zusammenpassen; eine gemeinsame Rechenwährung löst dieses Problem nicht. [1] [2]

Bitcoin.org erklärt den Preis von Bitcoin (BTC) durch Angebot und Nachfrage. Ein höheres nominales M2, also ohne Bereinigung um Preisänderungen, verrät weder die Halter noch deren Ausgabenpläne. Ähnliche Kurven oder ein nachträglich gewählter Zeitversatz belegen keinen Preismechanismus. Sie zeigen also nicht, wie eine Geldmengenänderung gerade Bitcoin-Käufe auslösen sollte. Trennen Sie Geldbestand, Kaufkraft und tatsächliche Handelsentscheidungen. Ein Gleichlauf garantiert weder steigende Preise noch Rendite. [5]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Monetary Base, M0, M1, Broad Money. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Monetary Base, Broad Money, M0, M1.

DOC · 001Federal Reserve — H.6 Money Stock MeasuresDokumentation DOC · 002ECB — Monetary AggregatesDokumentation DOC · 003FDIC — Deposit Insurance BasicsDokumentation DOC · 004Bank of England — Money Creation in the Modern EconomyDokumentation DOC · 005Bitcoin.org — FAQDokumentation DOC · 006SEC Investor.gov — Money Market FundsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung