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Quantity Theory of Money

Quantitätstheorie des Geldes

Stellen Sie sich einen Markt vor, auf dem mehr Geld vorhanden ist, die Stände aber genauso viele Waren anbieten wie zuvor. Wenn die Menschen das zusätzliche Geld ebenso bereitwillig ausgeben, können sie höhere Preise bieten. Auf dieser Überlegung beruht die Quantitätstheorie des Geldes. Die Wirklichkeit ist komplizierter: Menschen können mehr sparen, Betriebe eine zusätzliche Schicht einlegen. Aus dem Geldmengenwachstum allein lässt sich daher nicht die nächste Inflationsrate berechnen.

Quantity Theory of Money beschreibt einen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau. In ihrer einfachen Form führt mehr Geld zu proportional höheren Preisen, wenn Umlaufgeschwindigkeit und reale Produktion unverändert bleiben. Diese Bedingungen unterscheiden eine hilfreiche Erklärung von der irreführenden Regel, mehr Geld bedeute immer eine gleich große Preissteigerung.

Auf unserem Markt kann dieselbe Geldeinheit innerhalb eines Zeitraums mehrfach verwendet werden. Der Zusammenhang lautet M × V = P × Y: M bezeichnet die Geldmenge, V ihre Umlaufgeschwindigkeit, P das Preisniveau und Y die reale Menge erzeugter Güter und Dienstleistungen. P mal Y ergibt deren Wert zu laufenden Preisen. Definieren wir die Geschwindigkeit als V = PY/M, ist die Gleichung eine rechnerische Identität: Beide Seiten müssen übereinstimmen. Sie sagt nicht, welche Größe die Veränderung der anderen verursacht hat. Diese Fassung bezieht sich auf Endproduktion, nicht auf sämtliche Überweisungen oder Geschäfte mit bestehenden Vermögenswerten. Den Wert des Mehls für ein verkauftes Brot zählen wir beispielsweise nicht nochmals neben dem vollen Brotpreis hinzu. [3]

Um die Preisentwicklung abzuleiten, müssen wir Annahmen über Menschen und Produzenten treffen. Die Erklärung des Internationalen Währungsfonds (IMF) geht von einer relativ stabilen V aus. Die Ökonomen Bennett T. McCallum und Edward Nelson untersuchen in ihrer Arbeit von 2010 eine langfristig proportionale Preisreaktion auf eine von außerhalb des Modells kommende Geldmengenänderung, bei unveränderten einschlägigen Rahmenbedingungen. Das ist ein bedingter theoretischer Zusammenhang, keine Prognose aus jedem beobachteten Geldmengenzuwachs; die Autoren sprechen auch nicht für die gesamte Politik ihrer Institution. Ändern sich V oder Y, können die Preise anders reagieren. Die Gleichung selbst garantiert keine Stabilität dieser Größen. [1] [2]

Unser eigenes kleines Modell beginnt mit M = 100, V = 2 und Y = 100; daraus folgt P = 2. Steigt M auf 110 und bleibt alles andere gleich, wird P zu 2,2, also um 10 % höher. Steigt zugleich Y auf 110, bleibt P bei 2. Bei Y = 100 kann auch ein Rückgang von V auf 20/11 dieses Preisniveau erhalten. Das sind alternative Annahmen, keine drei gleichzeitigen Vorhersagen. Im zweiten Fall kommen auch mehr Waren auf den Markt; im dritten halten Menschen relativ mehr Geld und setzen es weniger für Käufe ein. [3]

Lassen wir V unverändert, die Geldmenge um 10 % und die reale Produktion um 4 % wachsen. Die genaue Preisänderung beträgt in diesem Modell (1,10/1,04 − 1) × 100 ≈ 5,77 %, nicht genau 6 %. Wir teilen die neue Geldmenge durch die neue Produktionsmenge; gewöhnliche Prozentänderungen einfach abzuziehen reicht nicht. Die Rechnung 10 − 4 = 6 ist eine Näherung für kleine Veränderungen. Bei größeren Bewegungen fällt der Unterschied stärker ins Gewicht. Exakt rechnet man mit Verhältnissen von Wachstumsfaktoren; mathematisch Fortgeschrittene können logarithmische Änderungen exakt addieren, gewöhnliche Prozentänderungen hingegen nicht. [3]

Umlaufgeschwindigkeit ist keine universelle Konstante für beliebige Diagramme. Die Wirtschaftsdatenbank FRED berechnet die US-Reihe M2V aus dem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) und dem durchschnittlichen M2-Bestand. Das nominale BIP bewertet die in der Wirtschaft produzierten Endprodukte und Dienstleistungen zu den Preisen des jeweiligen Zeitraums. Zu dieser Geschwindigkeit darf man nicht die Geldbasis statt M2 einsetzen: Monetary Base erfasst anderes Geld als Broad Money, eine breitere Zusammenfassung von Bargeld, einbezogenen Einlagen und weiteren liquiden Instrumenten. Währung, Zeitraum und Jahreshochrechnung müssen ebenfalls übereinstimmen. Lesen Sie Velocity of Money deshalb stets zusammen mit der Methodik. Schon eine statistische Neudefinition kann die berechnete Geschwindigkeit verändern, obwohl Menschen unverändert einkaufen. [4]

Ein Betrieb mit ungenutzten Maschinen und verfügbaren Arbeitskräften kann zusätzliche Nachfrage teilweise durch mehr Produktion bedienen. St. Louis Fed erklärt daran kurze und lange Zeiträume: Zunächst kann Y steigen; bei ausgeschöpften Kapazitäten schlagen zusätzliche Ausgaben eher auf P durch. Auch V kann sich ändern. Das verspricht weder einen genauen Verlauf im nächsten Monat noch einen festen Anpassungstermin. Langfristige Geldneutralität in bestimmten Modellen bedeutet, dass eine reine Geldmengenänderung die reale Produktion nicht dauerhaft erhöht; sie bedeutet keinen schmerzfreien Übergang. [3]

Die Bank of England, die Zentralbank des Vereinigten Königreichs, erläutert, dass eine Geschäftsbank bei der Kreditvergabe normalerweise eine neue Einlage schafft. Die Rückzahlung des noch ausstehenden Kreditbetrags ohne Zinsen verringert das so entstandene Geld. M kann also auf Kreditnachfrage und wirtschaftliche Aktivität reagieren, statt nur deren Richtung vorzugeben. Ein gleichzeitiger Anstieg von Geldmenge und Preisen beweist für sich genommen keine Ursache. Mit Reserven sind hier Kontoguthaben der Banken bei der Zentralbank gemeint. Kundeneinlagen sind Beträge, die eine Bank ihren Kunden schuldet. Das sind verschiedene Posten; kein mechanisch fester Multiplikator verwandelt jeden Zuwachs der Reserveguthaben automatisch in eine bestimmte Kreditsumme. Fragen Sie bei der Anwendung der Theorie deshalb auch nach dem Ursprung der Geldmengenänderung. [5]

Bitcoin hat festgelegte Regeln für die Entstehung neuer Bitcoin-Einheiten (BTC) und eine Grenze von ungefähr 21 Millionen BTC. Das ist für das Angebot wichtig, macht die Nachfrage aber nicht konstant. In einer gedachten Wirtschaft, die ihre Produktion in BTC bewertet, würde P Güterpreise in Bitcoin bezeichnen, nicht automatisch den Dollarpreis eines Bitcoins. Das begrenzte Angebot allein bestimmt weder V, Y noch BTC/USD. Eine Wechselkursschätzung bräuchte einen definierten Markt, Annahmen zur Nachfrage nach BTC-Beständen und weitere Voraussetzungen. Purchasing Power bedeutet Kaufkraft: wie viel Sie für Ihr Geld kaufen können. Die Gleichung allein sagt ihre künftige Entwicklung nicht voraus und garantiert keinen Anstieg. [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Velocity of Money, Monetary Base, Broad Money, Purchasing Power. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Velocity of Money.

DOC · 001IMF — What Is Monetarism?, 2014Dokumentation DOC · 002McCallum and Nelson — Money and Inflation: Some Critical Issues, 2010Dokumentation DOC · 003St. Louis Fed — Money and Inflation ExplainedDokumentation DOC · 004FRED — Velocity of M2 Money StockDokumentation DOC · 005Bank of England — Money Creation in the Modern Economy, 2014Dokumentation DOC · 006Bitcoin.org — FAQDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung