Denken Sie an Ihren üblichen Lebensmitteleinkauf. Bringen Sie für denselben Betrag weniger nach Hause, ist dessen Kaufkraft gesunken, obwohl die Zahl auf dem Geldschein gleich blieb. Purchasing Power bezeichnet die Menge an Waren und Dienstleistungen, die Geld kaufen kann. Ein sinnvoller Vergleich legt fest, was wir wo und wann kaufen. Ebenso wichtig ist der Unterschied zwischen der Kaufkraft einer Geldeinheit und der des gesamten Gehalts oder Sparguthabens: Ein höheres Einkommen kann steigende Preise ausgleichen. Bitcoins Wechselkurs allein verrät deshalb nicht, wie sich Ihre Möglichkeiten verändert haben, Miete oder Einkäufe zu bezahlen.
Das US-amerikanische Amt für Arbeitsstatistik (BLS) erklärt Kaufkraft anhand von Preisverhältnissen. Unser einfaches Beispiel: Sie haben 1 000, und derselbe Lebensmitteleinkauf kostet jedes Mal 100. Das reicht für 10 solcher Einkäufe, die wir hier Warenkörbe nennen. Steigt der Korbpreis auf 125, sind es nur noch 8. Die Preise stiegen um 25%, die Kaufkraft des Betrags sank aber um 20%, nicht um 25%. Die Prozente haben unterschiedliche Grundlagen: den ursprünglichen Preis beziehungsweise die ursprüngliche Einkaufsmenge. Für weiterhin 10 Körbe brauchen Sie 1 250. Das sind Modellbeträge, keine heutigen Preise. Diese Rechnung allein sagt nichts über Monetary Deflation, eine schrumpfende Geldmenge; sie misst, was ein gegebener Betrag kauft. [1]
Die Europäische Zentralbank (EZB) erklärt den Unterschied zwischen dem nominalen, also in Geld ausgedrückten Ertrag von Ersparnissen und dem realen Ertrag nach Berücksichtigung steigender Preise. Beim Gehalt stellt sich dieselbe Frage: Es kommt mehr Geld an, aber können Sie dafür mehr kaufen? In unserem Beispiel steigt das Nettoeinkommen von 30 000 auf 33 000, der passende Preisindex von 100 auf 108. Wir vergleichen Einkommens- und Preiswachstum: (1,10/1,08 − 1) × 100 ergibt ungefähr +1,85%, nicht genau +2%. Die Division zeigt, wie viel mehr Sie kaufen können; bloßes Subtrahieren der Prozente ist eine Näherung. Die Kaufkraft der Geldeinheit sank, das gesamte Einkommen kauft jedoch etwas mehr. Vergleichen Sie denselben Zeitraum und das nach Steuern und Abgaben verfügbare Geld. [3]
BLS weist darauf hin, dass der US-Verbraucherpreisindex CPI einen durchschnittlichen Warenkorb abbildet, nicht die genaue Erfahrung jeder Familie. Nehmen wir einen festen Modellkorb aus Miete und Lebensmitteln: Die Miete steigt um 20%, Lebensmittel um 0%. Ausgangsgewichte von 50/50, also gleiche Ausgabenanteile, ergeben 10% Teuerung. Bei 80/20 sind es 16%. Entscheidend ist, wie viel der Haushalt wofür ausgibt. Das rekonstruiert nicht den tatsächlichen CPI: Seine Methodik berücksichtigt auch Qualitätsänderungen und den Austausch von Produkten. Schauen Sie für Ihren Haushalt daher zusätzlich auf tatsächliche Rechnungen und verfügbare Alternativen. [2]
BLS nutzt Indexverhältnisse, um Beträge in konstante Preise umzurechnen und verschiedene Zeiträume vergleichbar zu machen. Dieselbe Bewegung lässt sich als 100 → 125 oder nach Umskalierung als 200 → 250 schreiben. Beides bedeutet +25% und ein Kaufkraftverhältnis von 0,8. Die Zahl 250 allein bedeutet deshalb keine höhere Inflation als 125. Sie brauchen die Basis, so wie ein Messgerät Einheiten braucht. Ebenso bestimmt Unit of Account, die Einheit für Preisangaben, nicht selbst die verfügbare Warenmenge. Vermischen Sie Länder, Körbe oder einen Jahresdurchschnitt und einen einzelnen Monat nur mit Erklärung. [1]
Über längere Zeiträume verknüpfen wir die Preisverhältnisse wie bei BLS. Unser Korb verteuert sich um 10% und anschließend erneut um 10%: Sein Preis steigt von 100 über 110 auf 121. Die nächste Erhöhung beginnt bereits beim höheren Betrag, weshalb die Änderungen multipliziert werden. Insgesamt stiegen die Preise um 21%; die Kaufkraft desselben Geldes sank um (1 − 100/121) × 100, ungefähr 17,36%. Keines der Ergebnisse ist 20%. Nennen Sie Zeitraum und zwischenzeitliche Einnahmen oder Ausgaben. Disinflation, eine Verlangsamung des Preisauftriebs, bedeutet außerdem langsamere Teuerung, nicht automatisch sinkende Preise. [1]
Die Weltbank unterscheidet Wechselkurse von Preisunterschieden zwischen Volkswirtschaften. Im folgenden Beispiel steht CZK für die tschechische Krone und USD für den US-Dollar. Sie haben im Beispiel 6 000 CZK. Bei 25 CZK/USD erhalten Sie 240 USD, bei 30 CZK/USD nur 200 USD, jeweils vor Gebühren. Die Kursnotierung stieg um 20%, der Dollarbetrag sank aber um 16,67%. Entscheidend ist, von welcher Seite man das Verhältnis betrachtet. Ohne tschechische Preisdaten folgt daraus kein gleicher Rückgang der heimischen Kaufkraft. Bei Auslandskäufen kommen Versand, Steuern und weitere Kosten hinzu. Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem, was Sie tatsächlich bezahlen müssen. [4]
Die Weltbank verwendet Kaufkraftparitäten, PPP, um wirtschaftliche Volumina bei gemeinsamem Preisniveau zu vergleichen. Im Beispiel kostet ein vergleichbarer Korb 500 CZK und 25 USD: Das ergibt ein Teilpreisverhältnis von 20 CZK/USD; der Marktkurs kann trotzdem 25 betragen. Zu dieser statistischen Parität lässt sich Geld nicht automatisch tauschen. Ein einzelner Korb ist auch keine vollständige Umrechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), des Werts der in einer Volkswirtschaft während eines Zeitraums produzierten Endprodukte und Dienstleistungen. Gemeint ist die Endverwendung; bei der Produktion verbrauchte Vorleistungen werden so nicht doppelt gezählt. Das Internationale Vergleichsprogramm (ICP) vergleicht deshalb viele Positionen. Seine PPP ist weder ein Gleichgewichtswechselkurs, also ein „richtiger“ Marktkurs, noch eine Kursprognose. Sie hilft beim Preisniveauvergleich, nicht beim Bestellen eines Geldtausches. [4]
Bitcoin.org erinnert an Kursschwankungen und Transaktionsgebühren. Im Modell steigt der Preis eines Bitcoins (BTC) von 1 000 000 auf 2 000 000 CZK, der betrachtete Warenkorb von 1 000 auf 1 250 CZK. Feste 0,01 BTC kaufen vor Kosten zunächst 10, später 16 Körbe. Die Kaufkraft stieg um 60%, nicht um 100%, weil auch der Einkauf teurer wurde. Gebühren und tatsächliche Wechselbedingungen verändern das Ergebnis zusätzlich. Darauf kommt es bei Store of Value, dem Bewahren von Kaufkraft, an. Das Beispiel ist ein Modell, keine Prognose und kein Beweis, dass Bitcoin steigende Haushaltskosten immer ausgleicht. [5]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Disinflation, Store of Value, Unit of Account, Monetary Deflation. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Debasement, Hyperinflation, Disinflation, Debt Deflation.