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Debasement

Verringerung des Metallgehalts und Geldentwertung

Das Porträt und die Zahl auf einer Münze bleiben gleich, doch im Inneren steckt weniger Silber. Das ist der klassische Fall von Debasement: Der Herausgeber verringert den Metallgehalt, ohne den Nennwert entsprechend zu senken. Heute bezeichnet das Wort auch einen Verlust an Kaufkraft. Um beides zu verstehen, folgen wir dem Weg von der Münzstätte zum Einkauf und fragen, was sich tatsächlich verändert hat. Dabei wird klar, weshalb unterschiedliche Prozentzahlen nicht dasselbe messen.

Debasement bedeutet ursprünglich, den Edelmetallgehalt je Nennwerteinheit einer Münze zu verringern. In heutigen Debatten wird damit auch eine Entwertung der Währung bezeichnet. Deshalb müssen wir Metallgehalt, die mit Geld käuflichen Güter und den Wechselkurs gegenüber einer anderen Währung auseinanderhalten.

Stellen wir uns eine Münze mit 10 Gramm Gewicht und einer Feinheit von 900/1000 vor: Neunhundert von tausend Teilen der Legierung, also der Metallmischung, sind Silber. Sie enthält also 9 Gramm reines Silber. Sinkt die Feinheit auf 600/1000, bleiben 6 Gramm. Nennwert und Gesamtgewicht können unverändert sein, obwohl ein Drittel weniger Silber enthalten ist. Das ist unser Modell, keine historische Münzspezifikation. Bei Commodity Money, Geld auf Grundlage des Werts einer Ware, betrifft diese Veränderung die materielle Grundlage. Auch ein geringeres Münzgewicht kann den Metallgehalt senken. Zur Prüfung der Metallstandards dienten früher Probierplatten. Heute belegen sie, dass ein Standard tatsächlich geändert wurde. [1]

Mit 90 Gramm reinem Silber lassen sich in unserem Modell 10 alte oder 15 neue Münzen prägen. Ihre Anzahl steigt um 50 %, während der Silbergehalt je Münze um ein Drittel sinkt. Die Rechnungen haben unterschiedliche Ausgangswerte. Vorausgesetzt sind genügend Zusatzmetall, keine Herstellungsverluste und derselbe Nennwert. Das ist weder eine Preisprognose noch der Nettoertrag des Herrschers: Die Herstellung kostet Geld. Auch der Weg der neuen Münzen in den Umlauf und ihre Akzeptanz spielen eine Rolle. Seigniorage bezeichnet den damit verwandten Ertrag aus der Geldemission; eine höhere Münzanzahl allein beziffert ihn noch nicht. [1]

Das britische Münzmuseum Royal Mint Museum besitzt eine silberne Probierplatte aus der Zeit Heinrichs VIII. Ihre Feinheit liegt unter 800/1000 und damit unter dem Sterlingstandard von 925/1000. Sie belegt einen amtlich herabgesetzten Metallstandard, nicht bloß Abnutzung durch Gebrauch. Eine Platte beschreibt allerdings weder alle Münzen noch die gesamte Regierungszeit. Das Museum erinnert außerdem an die Neuprägung unter Elisabeth I., die nach der Verschlechterung unter Heinrich und Eduard VI. Feinheit und Vertrauen wiederherstellen sollte. Die Geschichte reicht also über das Beimischen billigerer Metalle hinaus: Geschwächtes Vertrauen muss unter Umständen erst wieder aufgebaut werden. [2] [1]

Wir erwarten nicht, dass das Papier einer Banknote so viel kostet wie der aufgedruckte Betrag. Fiat Money ist Geld ohne direkte Einlösbarkeit in eine feste Warenmenge; so erklärt die Europäische Zentralbank (EZB) auch den Euro. Sein Wert besteht nicht in den Papier- oder Metallkosten. Eine Materialänderung bei einer gewöhnlichen heutigen Münze ist deshalb für sich genommen nicht dasselbe wie ein Bruch des Silberstandards. Debasement wird heute weiter gefasst, kann ohne Erläuterung aber irreführen. Geht es darum, was wir kaufen können, um den Preis fremder Währungen oder um die Regeln für neues Geld? [3]

Nehmen wir einen unveränderten Warenkorb, dessen Preis von 200 auf 250 steigt. Die Preise sind um 25 % gestiegen, doch derselbe Betrag kauft nur noch 200 / 250 = 0,8 des bisherigen Korbs. Die Kaufkraft ist somit um 20 % gefallen, nicht um 25 %. Purchasing Power bezeichnet die Menge an Waren und Dienstleistungen, die Geld kaufen kann. Unser Beispiel ist keine veröffentlichte Statistik. Inflationsmessungen beziehen sich auf einen bestimmten Korb und Zeitraum; die tatsächlichen Einkäufe eines Haushalts können davon abweichen. Die unterschiedlichen Prozentsätze sind kein Trick: Preissteigerung und Kaufkraftverlust beziehen sich auf verschiedene Ausgangswerte. [4]

Bei einer Auslandsreise interessiert uns der Wechselkurs. Die RBA, Australiens Zentralbank, erklärt ihn als Preis einer Währung in einer anderen. In unserem Beispiel steigt er von 25 auf 30 tschechische Kronen (CZK) je Euro (EUR): Der Euro kostet in tschechischen Kronen 20 % mehr. Die umgekehrte Notierung, also der Wert der Krone in Euro, zeigt einen Rückgang um etwa 16,67 %. Beide Werte beschreiben dieselbe Bewegung aus entgegengesetzter Sicht. Sie sagen noch nichts darüber aus, wie stark der heimische Warenkorb teurer wurde. Wechselkurse können Importpreise beeinflussen; ihre Bewegung verändert aber nicht automatisch alle Verbraucherpreise um denselben Prozentsatz. [5]

Höhere Strompreise sehen wir auf der Rechnung. Allein sind sie aber kein Beleg für eine absichtliche Währungsentwertung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) unterscheidet Einflüsse von Geld, Nachfrage, Produktionskosten und Erwartungen. Auch eine wachsende Monetary Base, also Bargeld und Bankreserven bei der Zentralbank, führt nicht automatisch zu einem ebenso großen Preisanstieg. Kreditvergabe, Produktion, die Bereitschaft zur Geldhaltung und der Zeitraum sind wichtig. Hyperinflation bedeutet außergewöhnlich rasche Inflation und ist keine passende Bezeichnung für jede Verteuerung. Eine hilfreiche Erklärung trennt daher Messwerte, Ursachen und Belege für die Absichten der Verantwortlichen. [4]

Bitcoin hat keinen metallischen Feingehalt. Seine Regeln begrenzen die Ausgabe neuer Bitcoin (BTC). Vollständige Nodes sind Computer mit Software, die Transaktionen und Blöcke selbstständig nach den Netzwerkregeln prüft. Bitcoin.org weist zugleich darauf hin, dass der Marktpreis von Angebot und Nachfrage abhängt. Begrenzte Emission garantiert deshalb nicht, dass wir morgen mehr oder auch nur gleich viel kaufen können. Ein Verwahrer ist ein Dienst, der Coins für uns hält. Ebenso sind Coins im Netzwerk von der Zusage eines Verwahrers zu unterscheiden, sie auszuzahlen: Eine Verbindlichkeit auf dem Konto eines Dienstes ist für sich keine neue BTC-Emission im Protokoll. Die Debatte hilft, wenn sie einen konkreten Mechanismus benennt. Vermischt sie Emission, Preis und Forderungen gegen einen Vermittler, verschleiert sie den Ursprung des Risikos. [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Seigniorage, Commodity Money, Hyperinflation, Purchasing Power. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Seigniorage, Hyperinflation.

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Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung