Commodity Money bezeichnet hier eine Ware, die als Tauschmittel dient, etwa Gold im Geldumlauf. Handelbarkeit oder Knappheit allein belegen noch keine monetäre Verwendung eines Gegenstands.
Mises unterscheidet die als Geld verwendete Ware von anders bewerteten Zeichen oder Ansprüchen. Ein Goldgegenstand kann Schmuck, Materialvorrat oder Geld sein; seine chemische Zusammensetzung entscheidet nicht allein über seine gegenwärtige Rolle. [Mises — Commodity Money, Credit Money, and Fiat Money]
Menger erklärt, warum jemand eine leichter verkäufliche Ware annimmt, ohne sie selbst verbrauchen zu wollen: Sie erleichtert einen späteren Tausch. Sein Argument beschreibt die Verbreitung von Akzeptanz, belegt aber keinen identischen Ablauf in allen Gesellschaften. [Menger — The Nature and Origin of Money]
Der Ausdruck innerer Wert kann einen konstanten, im Material verborgenen Preis nahelegen. Mises kritisiert diese Vorstellung. Gold für Schmuck verwenden zu können sagt weder, wie viel Brot jemand dafür anbietet, noch wie sich seine Bewertung ändert. [Mises — Commodity Money, Credit Money, and Fiat Money]
Eigenes Rechenbeispiel: Ein Stück mit 10 g Gewicht und Feingehalt 900/1000 enthält 9 g reines Metall. Die Rechnung bestätigt weder Echtheit noch Verkaufspreis. LBMA unterscheidet Wiegen, Prüfung und Feingehaltskennzeichnung; dieses kleine Beispiel ist keine Spezifikation eines Good Delivery-Barrens. [LBMA — Good Delivery Rules: Technical Specifications]
Die Bank of England beschreibt umlaufende Quittungen und in Gold einlösbare Banknoten. Ihr Inhaber vertraut darauf, dass der Emittent den Anspruch erfüllt. Auch bei voller Deckung sind die physische Ware, der Herausgabeanspruch und die Einlösungsbedingungen zu unterscheiden. [Bank of England — Money in the modern economy: an introduction (2014)]
Warengeld und Goldstandard sind keine austauschbaren Begriffe. Letzterer umfasst Regeln der Geldeinheit und Konvertibilität. Die Bank of England datiert das Ende der Goldeinlösung ihrer Noten auf 1931; das gilt weder für alle Länder noch als Ende der Goldverwendung. [Bank of England — Money in the modern economy: an introduction (2014)]
Eine Warenbasis friert weder Angebot noch Nachfrage ein. Veränderungen im Abbau und in verfügbaren Mengen können monetäre Verhältnisse beeinflussen; auch Geldhaltungsnachfrage und Angebot anderer Güter verändern sich. Knappheit allein bedeutet keine Preisstabilität. [Bank of England — Money in the modern economy: an introduction (2014)]
Das Bitcoin Whitepaper beschreibt digitale Übertragungen und Proof of Work, keinen Anspruch auf Metallauszahlung. Eine Knappheitsanalogie belegt keine nichtmonetäre Materialverwendung. Wer BTC als Commodity Money bezeichnet, sollte die Definition nennen; Miningkosten allein entscheiden die Einordnung nicht. [Nakamoto — Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System] [Mises — Commodity Money, Credit Money, and Fiat Money]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Regression Theorem, Bitcoin, Fiatgeld, Tauschmittel, Fiduciary Media. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Fiatgeld, Denationalisation of Money, Free Banking, Carl Menger.