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Commodity Money

Warengeld: mit der Ware selbst bezahlen

Stell dir einen Händler vor, der Gold für Stoff annimmt. Er erhält nicht nur das Versprechen einer späteren Goldlieferung, sondern das Metall selbst. Er kann es weitergeben oder etwa für Schmuck verwenden. So funktioniert Commodity Money. Dasselbe Material kann aber auch Rohstoff oder aufbewahrtes Vermögen sein. Um Geld zu verstehen, müssen wir deshalb darauf schauen, wie Menschen einen Gegenstand verwenden.

Commodity Money besteht aus einer Ware, die auch nichtmonetäre Verwendungen hat, etwa Gold oder Silber. Knappheit und Verkäuflichkeit allein reichen nicht: Die Ware muss tatsächlich als Tauschmittel dienen. Metall in der Hand ist außerdem etwas anderes als ein Dokument, das seine Herausgabe verspricht.

Ein Goldschmied kauft Gold für einen Ring. Der Händler in unserem Beispiel nimmt es als Zahlung an, um später andere Waren zu kaufen. Das Material kann gleich sein, seine Rolle ist verschieden. Mises unterscheidet diese Verwendung einer Ware als Geld von anderen Geldformen. Die chemische Zusammensetzung allein entscheidet also nicht. Auch ein zu Hause aufbewahrter Goldgegenstand beweist noch nicht, dass Gold dort allgemein als Geld dient. [1]

Der Händler interessiert sich vielleicht überhaupt nicht für einen Goldring. Ihm genügt die Aussicht, das Gold leichter weiterzutauschen. Carl Menger erklärt, warum jemand eine Ware annimmt, die er nicht selbst verbrauchen will, wenn sie ihm den Weg zum Gewünschten erleichtert. In unserem Beispiel verbindet Gold den Stoffverkauf mit einem späteren Lebensmittelkauf. Das veranschaulicht indirekten Tausch; die konkrete Entstehungsgeschichte des Geldes in einzelnen Gesellschaften braucht eigene Belege. [2]

Gold hat Verwendungen jenseits des Bezahlens. Das gibt ihm aber keine dauerhaft feste Kaufkraft, also Fähigkeit, eine bestimmte Menge an Dingen zu kaufen. Mises lehnt die vereinfachte Vorstellung eines vom Material selbst festgelegten Preises ab. Spricht jemand von „innerem Wert“, frage nach der Bedeutung. Schmuck erklärt einen Grund für die Nachfrage, nicht aber, wie viel Brot ein Händler heute oder nächstes Jahr dafür anbietet. [1]

Unser einfaches Beispiel: Ein Stück wiegt 10 g und hat einen Feingehalt von 900/1000. Es enthält somit 9 g reines Metall; den Rest bilden andere Bestandteile. Der Feingehalt beschreibt den Anteil des betreffenden Metalls am Gewicht. Die Rechnung prüft weder Echtheit noch Preis. Die LBMA legt Standards für den Edelmetallmarkt fest. Ihre Regeln für Großhandelsbarren unterscheiden zwischen dem Wiegen und den Feingehaltsangaben. Good Delivery ist der Name des Standards für diese Barren. Unser kleines Beispiel beschreibt nicht dessen Anforderungen, sondern trennt zwei häufig verwechselte Angaben. [3]

Metall zu transportieren kann unpraktisch sein. Die Bank of England beschreibt den Umlauf von Quittungen für hinterlegte Goldmünzen und später von in Gold einlösbaren Banknoten. Statt Metall wird dann ein Anspruch auf dessen Herausgabe weitergegeben. Auch bei voller Deckung muss man die Bedingungen kennen und auf ihre Erfüllung vertrauen. Daher unterscheiden wir die Ware von der Forderung auf sie. Dasselbe versprochene Gewicht bedeutet nicht dieselbe Form des Besitzes. [4]

Ein Goldstandard regelt die Beziehung zwischen Währungseinheit und Gold sowie die Einlösbarkeit. Er ist eine Währungsordnung, keine Bezeichnung für jeden Goldgegenstand. Die Bank of England nennt 1931 als endgültiges Ende der Goldeinlösung ihrer Banknoten. Das betrifft eine bestimmte Institution und ein Land, nicht das gleichzeitige Ende aller Goldwährungen. Menschen konnten weiterhin Gold besitzen und handeln, ohne damit einen Goldstandard wiederherzustellen. [4]

Gold entsteht nicht einfach durch das Eintragen eines Betrags. Seine verfügbare Menge ist trotzdem nicht unveränderlich. Bergbau kann weiteres Metall liefern; zugleich ändert sich die Nachfrage für monetäre und andere Zwecke. Auch das Angebot der damit gekauften Waren kann sich ändern. Eine Warenbasis allein garantiert deshalb keine gleichbleibenden Preise. Die Bank of England verweist auf die Folgen veränderter Warenmengen. Knappheit allein genügt nicht zur Beurteilung der Kaufkraft. [4]

Bitcoin wird wegen seiner Knappheit oft mit Gold verglichen. Sein Whitepaper, das Dokument zum Entwurf des Systems, beschreibt jedoch Übertragungen von Bitcoin (BTC) und Proof of Work, Rechenarbeit zur Sicherung der Transaktionshistorie, keinen Anspruch auf Metall. Digitale Einheiten lassen sich nicht zu Schmuck einschmelzen. Das entscheidet nicht über ihren Geldnutzen, zeigt aber die Grenze des Materialvergleichs. Wer BTC als Commodity Money bezeichnet, sollte seine Definition erklären. Die Mining-Kosten allein entscheiden diese Einordnung nicht. [5] [1]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Regression Theorem, Bitcoin, Fiatgeld, Medium of Exchange, Fiduciary Media. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Fiatgeld, Denationalisation of Money, Free Banking, Carl Menger.

DOC · 001Mises — Commodity Money, Credit Money, and Fiat MoneyPrimärquelle DOC · 002Menger — The Nature and Origin of MoneyPrimärquelle DOC · 003LBMA — Good Delivery Rules: Technical SpecificationsPrimärquelle DOC · 004Bank of England — Money in the modern economy: an introduction (2014)Primärquelle DOC · 005Nakamoto — Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash SystemPrimärquelle
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung