Free Banking bezeichnet Ordnungen, in denen Banken bei der Ausgabe einlösbarer Banknoten und gegebenenfalls von Buchgeld konkurrieren, ohne einen einzigen ausschließlichen zentralen Herausgeber. Buchgeld besteht aus Guthaben auf Bankkonten, mit denen sich durch Überweisung bezahlen lässt. Einlösbarkeit bedeutet, eine Bankverbindlichkeit nach vereinbarten Bedingungen gegen das zugesagte Geld tauschen zu können. Aus dem Namen allein geht nicht hervor, welche Gesetze gelten, welche Deckung nötig ist oder wie schnell die Auszahlung erfolgt.
Free Banking ist kein unveränderliches Modell. Hayek erinnert an die historische Debatte, ob Geschäftsbanken eigene Noten ausgeben dürfen, die in einer bestehenden Währung einlösbar sind. Andere Vorschläge können andere Regeln haben. Frage deshalb nach Land, Zeitraum und Voraussetzungen für den Markteintritt. Erst dann lässt sich beurteilen, wie gut ein System funktionierte. Das Wort „frei“ sagt noch nicht, wie viel eine Bank für Auszahlungen in Reserve hielt, oder wer bei einer Pleite Verluste trug. [3]
Zurück zum Händler: Nimmt er eine private Banknote an, erhält er eine Forderung gegen eine bestimmte Bank. Die Note ist nicht die Münze, in die sie eingelöst werden kann. Der Nennwert ist der aufgedruckte Betrag; die Erfüllung des Versprechens folgt erst. Wichtig sind der Ort der Vorlage und die zur Zahlung verpflichtete Stelle. Eine andere Bank kann die Note freiwillig kaufen, ohne dadurch die Pflichten des Herausgebers zu übernehmen. [1]
Die amerikanische Free Banking Era wird gewöhnlich auf 1837–1863 datiert. In vielen Bundesstaaten konnten Anleger nach Erfüllung von Kapital- und Registrierungsvorgaben eine Bank gründen. Für die Notenausgabe galten außerdem Besicherungsregeln. Es war kein Bankwesen ohne Rechtsrahmen. Leichterer Markteintritt und fehlende Regeln sind verschieden. Unser Händler musste weiterhin wissen, wie der Staat die Bedingungen ausgestaltete und ob sie das Zahlungsversprechen tatsächlich stützten. [1]
Eine Anleihe verspricht Zahlungen ihres Herausgebers zu vereinbarten Bedingungen. Sie kann Banknoten besichern, ist aber kein sofort verfügbares Bargeld am Schalter. Sank in den beschriebenen amerikanischen Systemen der Wert der Sicherheiten, mussten Vermögenswerte nachgelegt oder umlaufende Noten reduziert werden. Trenne deshalb den Wert der Deckung von der Frage, wie leicht ein Einlösungswunsch gerade erfüllt werden kann. Eine gute Antwort auf die eine Frage löst die andere nicht automatisch. [1]
Unser einfaches Beispiel: Eine Banknote mit Nennwert 100 wird für 97 gehandelt. Das ergibt einen Abschlag von 3 % auf den aufgedruckten Betrag. Käufer können die Zuverlässigkeit der Bank und die Kosten des Weges zur Einlösung berücksichtigen. Der Abschlag bedeutet aber nicht, dass die Bank am Ende sicher nur den verminderten Betrag auszahlt. Marktpreis einer Forderung und endgültige Abwicklung sind unterschiedliche Angaben. [1]
Eine Studie der Minneapolis Fed erklärt die Nachfrage nach solchen Noten durch ihren Preis im Verhältnis zum erwarteten Wert ihrer Deckung. In den untersuchten Fällen New Yorks, Wisconsins und Indianas liefen sie zum Nennwert um. In Minnesota führte schwache Deckung zu erheblichen Abschlägen. Ein Händler konnte die Qualität also nicht sicher aus dem Namen der Bankenordnung ableiten. Ergebnisse für bestimmte Staaten entscheiden nicht automatisch über jedes historische System. [2]
Mehrere Banken können Verpflichtungen in derselben Währung ausgeben. Der Händler unterscheidet dann Herausgeber, ohne bei jeder Zahlung zwangsläufig die Grundeinheit zu wechseln. Hayeks Denationalisation of Money geht weiter und schlägt den Wettbewerb verschiedener Geldeinheiten vor. Das ist deshalb nicht automatisch dasselbe wie historisches Free Banking. Die Zahl der Banknotenmarken verrät allein noch nicht die Zahl der Währungen. [3]
Die Federal-Reserve-Studie trennt Free Banking von der späteren National Banking Era. Es war eine andere Epoche: Stabilere Noten beseitigten damals nicht die Risiken von Einlagen und Krediten. Noteninhaber und Einleger mussten nicht dieselbe Stellung haben. Diese allgemeine Lehre hilft auch beim Lesen über Dienste rund um Bitcoin: Was hältst du, wer schuldet dir was, und wie lässt sich der Anspruch geltend machen? Die Sicherheit eines Produkts gilt nicht automatisch für alle Verpflichtungen derselben Institution. [1]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Denationalisation of Money, Commodity Money, Fiatgeld, Fiduciary Media, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Denationalisation of Money.