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Denationalisation of Money

Entstaatlichung des Geldes: eine Währung wählen können

Anna verkauft Brot und legt einen Teil der Einnahmen zurück. Wenn sie mit demselben Geld später weniger Mehl kaufen kann, ist ihr nicht gleichgültig, in welcher Währung sie spart. Friedrich Hayek schlug vor, Menschen zwischen konkurrierenden Währungen wählen zu lassen. Das sollte deren Herausgeber zu einem sorgsameren Umgang mit dem Geldwert bewegen. Denationalisation of Money entwickelt diese Idee. Daraus folgt aber kein einfaches Rezept, nach dem jede private Währung automatisch gut funktioniert.

Denationalisation of Money ist Hayeks Vorschlag, das ausschließliche staatliche Recht zur Währungsausgabe aufzuheben und verschiedene Geldeinheiten konkurrieren zu lassen. Menschen könnten wählen, welche sie verwenden und halten. Der Staat könnte weiterhin eine eigene Währung ausgeben, hätte aber kein Monopol mehr. Der Herausgeber schafft eine bestimmte Währung und steuert ihre Menge; die Geldeinheit ist die Einheit, in der Preise und Schulden angegeben werden.

Das Buch erschien erstmals 1976. Hayek suchte einen Weg, Inflation und andere Störungen des Geldsystems durch Wettbewerb einzudämmen. Inflation bedeutet einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus: Für denselben Betrag kann man dann gewöhnlich weniger kaufen. Anna interessiert nicht der Name auf dem Geldschein, sondern was sie für ihre Einnahmen bekommt. Hayeks Erwartung besserer Ergebnisse begründet seinen Vorschlag; sie ist kein hier nachgewiesenes Ergebnis eines bereits eingeführten Systems. [1]

Stell dir vor, Anna kann eine andere Währung annehmen und damit auch ihren Mehllieferanten bezahlen. Enttäuscht sie die bisherige Währung, hat sie eine brauchbare Alternative. Die Freiheit, eine Währung anzunehmen oder abzulehnen, steht im Zentrum von Hayeks Überlegung. Ein Herausgeber könnte sich nicht darauf verlassen, dass die Menschen bleiben müssen. Mehrere Logos in einer App genügen dafür nicht: Entscheidend ist, ob man die Währungen wirklich nutzen und zwischen ihnen wechseln kann. [3]

Hayek beschreibt eine gedachte Bank, die eine eigene Einheit namens ducat ausgibt. Auf Verlangen könnte deren Inhaber je ducat wahlweise 5 Schweizer Franken, 5 Deutsche Mark oder 2 Dollar erhalten. Das ist eine konkrete Einlösungsverpflichtung. Gemeint sind weder ein heutiges Produkt noch die historische Goldmünze mit ähnlichem Namen. Die Beträge gehören zum Gedankenexperiment und sind keine aktuellen Wechselkurse. [2]

Neben der Einlösung beschreibt Hayek das Ziel annähernd gleicher Kaufkraft gegenüber einem gewählten Güterkorb. Stell dir festgelegte Mengen verschiedener Waren vor, deren Gesamtpreis als Maßstab dient. Das ist keine Zusage, diese Waren aus einem Banklager auszuliefern. Anna muss deshalb zwei Fragen auseinanderhalten: Was kann sie von der Bank verlangen, und wie gut hält die Währung ihr angekündigtes Ziel ein? Die eine Antwort ersetzt die andere nicht. In diesem Vorschlag wäre die Bank rechtlich zur Einlösung in den genannten Währungen verpflichtet, nicht jedoch zur Wahrung einer konstanten Kaufkraft. [2]

In unserem einfachen Beispiel kostet der beobachtete Korb zunächst 100 Einheiten und später 110. Die Einheit hat ihm gegenüber an Kaufkraft verloren. Hayeks Herausgeber würde die Geldmenge an Nachfrage und Preisziel anpassen; sie wäre nicht für immer im Voraus festgelegt. Das ist ein Steuerungsvorschlag, keine Erfolgsgarantie. Auch ein konstanter Gesamtpreis des Korbes bedeutet nicht, dass Mehl oder ein anderer einzelner Bestandteil niemals teurer oder billiger werden dürfte. [2]

Anna kann Konten bei verschiedenen Banken führen und überall in tschechischen Kronen rechnen. Sie wechselt die Institution, nicht zwangsläufig die Geldeinheit. Die Zahl der Banken ist nicht die Zahl der Währungen. Hayek grenzt seinen Vorschlag damit von der älteren Free Banking-Debatte ab, in der es um das Recht der Banken ging, in einer gemeinsamen bestehenden Währung einlösbare Banknoten auszugeben. Für einen Vergleich müssen wir wissen, ob verschiedene Einheiten konkurrieren oder Banken dieselbe Einheit nutzen. [2]

Hayek behandelt auch die Gefahr, dass Menschen die vormals ausschließliche Währung verlassen und dadurch deren Entwertung beschleunigen. Der Übergang ist also nicht automatisch reibungslos. Anna müsste in unserem Beispiel außer künftigen Zahlungen auch vorhandene Ersparnisse und Verträge bedenken. Eine neue Alternative schützt nicht von selbst den Wert jeder alten Verpflichtung. Das sind zu prüfende Übergangsrisiken, kein Beweis für einen stets gleichen Ausgang. [2]

Beim Vergleich mit Bitcoin oder einem anderen Projekt beginne bei den Regeln, nicht beim Etikett „privates Geld“. Wer kann die Zahl der Einheiten ändern? Gibt es einen Herausgeber, von dem man etwas verlangen kann? Was bedeutet die versprochene Stabilität genau? Kann ein Nutzer tatsächlich wechseln? Währungswettbewerb hilft, diese Fragen zu stellen. Wahlfreiheit allein bedeutet nicht, dass jede angebotene Währung verlässlich ist oder ihr Preis nicht fallen kann. [3]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Commodity Money, Free Banking, Fiatgeld, Friedrich A. Hayek, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Free Banking, Friedrich A. Hayek.

DOC · 001Hayek — Denationalisation of Money (IEA)Primärquelle DOC · 002Hayek — Denationalization of Money: The Argument RefinedPrimärquelle DOC · 003Hayek — Choice in Currency: A Way to Stop InflationPrimärquelle
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung