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Monetary Network Effect

Netzwerkeffekt des Geldes

Geld wird nützlicher, wenn die Menschen und Geschäfte es annehmen, mit denen Sie handeln möchten. Wie dieser Zusammenhang wirkt und was er nicht garantiert.

Sie kommen in eine Stadt und haben Geld dabei, das dort niemand annimmt. Anderswo kann es wertvoll sein, doch Ihr Mittagessen können Sie damit zunächst nicht bezahlen. Wenn Restaurants, Geschäfte und Verkehrsunternehmen es akzeptieren, wird es für Sie nützlicher. Das kann weitere Käufer und Verkäufer anziehen. Diese Rückkopplung zwischen Akzeptanz und Nutzen heißt Monetary Network Effect. Es geht nicht bloß um Menschen auf einer Liste. Entscheidend ist, wen Sie tatsächlich bezahlen können, was Sie erhalten und was es kostet. Mehr Konten oder ein höherer Preis allein belegen diesen Effekt nicht.

Der Ökonom Carl Menger beschreibt jemanden, der ein gut tauschbares Gut annimmt, ohne es selbst verbrauchen zu wollen: Er erwartet, dass es später jemand anderes akzeptiert. So kann ein Medium of Exchange, ein Tauschmittel, funktionieren. Zahlungsbereite Kunden helfen einem Händler, aber auch die Möglichkeit, seinen Lieferanten zu bezahlen. Weitere Geschäfte können die Akzeptanz somit stärken. Das ist eine Rückkopplung zwischen Nutzen und Verwendung, keine Sicherheit, zu jedem Preis verkaufen zu können oder eine unumkehrbar steigende Nachfrage zu erleben. Das Geldnetz besteht hier aus Beziehungen zwischen Menschen und Unternehmen, nicht nur aus Computerknoten. [1]

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), die die Zusammenarbeit der Zentralbanken unterstützt, unterscheidet Teilnehmer von Zahlungsnetzen und ihre Verbindungen. In unserer Stadt wächst die Kundenzahl von 100 auf 200, doch bezahlt werden kann weiterhin nur in 2 Geschäften. Die Auswahl an Einkaufsorten verdoppelt sich dadurch nicht. Eine Erweiterung auf 20 tatsächlich akzeptierende Geschäfte verändert eine andere Seite des Netzes. Merchant Adoption bezeichnet die Einführung dieser Zahlungsoption bei Händlern. Ein Logo im Internet reicht nicht: Die Kasse muss funktionieren, das Geschäft passende Waren führen und Kunden müssen wiederkommen. Eine registrierte Person und eine nutzbare Verkaufsstelle sind unterschiedliche Einheiten. [2]

Bitcoin.org beschreibt Dienste, die eingehende Bitcoin-Zahlungen für Händler in herkömmliche Währung umwandeln. Nehmen wir einen Einkauf für 200 CZK, also tschechische Kronen: Der Kunde zahlt in BTC, der Einheit von Bitcoin, und der Dienst schreibt dem Händler sofort CZK gut. Das ist eine echte Zahlungsoption, die den Einkauf erleichtern kann. Sie belegt aber nicht, dass der Händler Preise, Löhne oder langfristige Verträge in BTC festlegt. Zahlungsmittel und Recheneinheit erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Zahlungsmöglichkeiten können wachsen, ohne dass sich die Sprache von Preisen und Buchhaltung ebenso schnell ändert. [3]

BIS bezeichnet als Interoperabilität die Fähigkeit verschiedener Systeme, eine Zahlung gemeinsam auszuführen und abzuwickeln, also den Transfer nach ihren Regeln abzuschließen. Denken Sie an zwei verbundene Banking-Apps: Kunde und Händler können dieselbe Währung verwenden, obwohl sie verschiedene Dienste nutzen. Die Nutzerzahl einer App ist daher nicht automatisch die Größe des gesamten Geldnetzes. Funktionierende Verbindungen erweitern den Kreis der Menschen und Unternehmen, mit denen Sie handeln können, ohne dass alle zu einem Anbieter wechseln müssen. Umgekehrt garantiert ein gleicher Einheitenname weder Kompatibilität noch identische Bedingungen der endgültigen Abwicklung. [2]

CFA Institute, ein Berufsverband für Anlagefachleute, behandelt netzwerkbasierte Bewertungsmodelle und ihre Grenzen. Stellen wir uns vor, jeder könnte mit jedem handeln. Dann gibt es n × (n − 1)/2 mögliche Paare: n bezeichnet die Teilnehmerzahl, Verbindungen mit sich selbst entfallen und jedes Paar zählt nur einmal. Bei 10 Menschen sind es 45 Paare, bei 20 Menschen 190. Das Verhältnis 190/45 beträgt ungefähr 4,22, nicht genau 4. Gemeint sind aber Möglichkeiten, keine ausgeführten Einkäufe. Manche Menschen handeln nie miteinander, andere häufig; Beziehungen sind unterschiedlich wertvoll. Aus der Paarzahl folgt deshalb nicht direkt, mit welchem Faktor der Geldpreis steigen müsste. [5]

Bitcoin Developer Guide, eine Dokumentation für Entwickler, erklärt Empfangsadressen und Transaktionsausgänge: die Teile einer Zahlung, die einen Betrag und die Bedingungen für seine spätere Ausgabe festlegen. Eine Wallet kann neue Adressen erstellen und den nicht benötigten Teil über einen eigenen Ausgang an den Absender zurückgeben, ähnlich wie Wechselgeld. In unserem Beispiel verwenden 100 Menschen je 5 Adressen, insgesamt 500. Steigen sie auf 10 Adressen pro Person um, sehen wir 1 000 Adressen, aber weiterhin 100 Menschen. Umgekehrt kann ein Dienst das Geld vieler Kunden gemeinsam verwalten. Weder eine Adresse noch ein Transaktionsausgang ist also ein Ausweis einer eindeutigen Person. Solche Daten helfen beim Beobachten von Aktivität; Nutzerzahlen daraus abzuleiten erfordert aber eine erklärte Methode und deren Grenzen. [6]

BIS weist in seiner Analyse von 2022 auf Überlastung und Zersplitterung von Kryptosystemen hin. Daraus folgt nicht, dass alle ihre Ebenen gleich funktionieren. Bitcoin nimmt bestätigte Zahlungen in Paketen, den Blöcken, in das gemeinsame Verzeichnis auf. Deren Platz ist begrenzt: Bei höherer Nachfrage können Menschen höhere Transaktionsgebühren bieten, damit ihre Zahlung früher aufgenommen wird. Weitere Zahlungsebenen haben eigene Kapazitäts- und Zugangsbedingungen. Mehr Kunden machen daher nicht zwangsläufig jede Zahlung günstiger. Beim Umtausch von Bitcoin zählt auch Market liquidity, die Möglichkeit, die gewünschte Menge ohne erhebliche Preisverschlechterung zu handeln. Der Netznutzen muss zusammen mit diesen Kosten und Hindernissen beurteilt werden. [4]

BIS verknüpft Vorteile von Zahlungsnetzen mit Zugang, Wettbewerb und Verbindungsmöglichkeiten. Bei Monetary Network Effect fragen Sie deshalb, wer Zahlungen wirklich annimmt, ob Menschen zurückkehren, wie Preise festgelegt werden und ob sie andere Mittel bequem parallel nutzen können. Dazu gehört Monetary Premium: der Teil der Bewertung, der mit dem Halten für Geldzwecke statt direktem Verbrauch zusammenhängt. Auch ihn garantiert keine Registrierungszahl. Anmeldeprämien oder spekulative Käufe können Zahlen ohne dauerhafte Nutzung aufblasen. Ein bestehender Vorsprung beweist weder ein dauerhaftes Monopol noch garantiert er steigende Kurse. Entscheidend ist, was breitere Akzeptanz gewöhnlichen Nutzern tatsächlich ermöglicht. [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Medium of Exchange, Market liquidity, Merchant Adoption, Monetary Premium. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Salability, Network Effect, Hyperbitcoinization.

DOC · 001Carl Menger — On the Origin of Money, 1892Dokumentation DOC · 002BIS — Central Banks and Payments in the Digital Era, 2020Dokumentation DOC · 003Bitcoin.org — FAQDokumentation DOC · 004BIS — The Future Monetary System, 2022Dokumentation DOC · 005CFA Institute — Valuation of Cryptoassets, 2023Dokumentation DOC · 006Bitcoin Developer Guide — TransactionsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung