Perpetual funding rate bezeichnet den Satz, nach dem Long- und Short-Positionen eines Kontrakts ohne feste Fälligkeit Zahlungen austauschen. Das Vorzeichen bestimmt den Zahler, die Positionsgröße die Berechnungsbasis und das Marktregelwerk den Zeitpunkt. Funding-Einnahmen allein machen einen Handel noch nicht profitabel.
Jana eröffnet eine Long-Position: Vor Kosten profitiert sie von einem steigenden Kontraktpreis. Sie kauft dabei keinen Bitcoin für ihre eigene Wallet, sondern handelt Perpetual Futures, einen Kontrakt ohne feste Fälligkeit, der dessen Preis abbildet. Liegt der Kontraktpreis zu weit über dem Spotmarkt, auf dem Bitcoin direkt gekauft wird, kann Funding Long-Positionen verteuern und die Gegenposition, Short, vergüten. Bei positivem Satz zahlen Longs an Shorts, bei negativem Satz umgekehrt. Das schafft einen Anreiz zur Preisannäherung, garantiert aber keine Gleichheit. Deribit erhebt auf diese Transfers keine Gebühr. Handelsgebühren fallen separat an; ein Funding-Satz von null beseitigt sie nicht. [1] [7]
Neben dem Satz liest Jana „pro 8 Stunden“. Das bedeutet nicht automatisch, dass Geld nur zu einem festen Zeitpunkt fließt. Deribit gibt den Satz so an, berechnet Funding aber fortlaufend. Das frühere Modell von Coinbase International Exchange rechnete in Abständen von 1 Stunde ab; die allgemeine Hilfe von Coinbase Global Exchange beschreibt weiterhin stündliche Intervalle. Auf Deribit übertragene institutionelle Konten folgen jedoch seit dem 1. Oktober 2026 dessen Modell. Diese Umstellung gilt nicht für jeden Nutzer der Coinbase-App. Vor einem Vergleich prüft Jana deshalb Bezugszeitraum, konkretes Produkt und Kontoregeln. Derselbe Prozentsatz für unterschiedliche Zeiträume bedeutet unterschiedliche Kosten. [1] [2] [5] [6]
Ein einfaches Dollar-Beispiel: Jana hält eine Position mit einem Nominalwert von 20.000 USD. Der Satz für den gesamten maßgeblichen Zeitraum beträgt 0,01 %, also entstehen 2 USD Funding. Der Nominalwert beschreibt den Wert, auf den sich der Kontrakt bezieht. Margin ist dagegen die hinterlegte Sicherheit für mögliche Verluste. Hat Jana 2.000 USD hinterlegt, entsprechen dieselben Kosten 0,1 % ihrer Margin. Das sind unterschiedliche Bezugsgrößen, keine unterschiedlichen Funding-Sätze. Mehr Margin bei unverändertem Nominalwert erhöht die Berechnungsbasis nicht von selbst. Der tatsächliche Nominalwert kann sich allerdings mit dem Preis und der Kontraktgestaltung ändern. [3]
Das Dollar-Beispiel veranschaulicht die Größenordnung, gilt aber nicht für jeden Kontrakt. Manche rechnen in einem Stablecoin ab, einem Token, der den Wert einer bestimmten Währung nachbilden soll; andere in BTC. Bei einem inversen Bitcoin-Kontrakt kann der Nominalwert in USD angegeben sein, während die Funding-Basis in BTC anhand des vorgeschriebenen Preises ermittelt wird. Bei linearen Kontrakten ergibt sich der Wert typischerweise direkt aus Menge und Preis des Basiswerts. Jana prüft deshalb Zahlungswährung, Kontraktmultiplikator und verwendeten Preis. Der Mark price ist ein Referenzpreis der Börse für Berechnungen und muss nicht dem letzten Handelspreis entsprechen. [1] [3]
Für eine fortlaufende Berechnung bleiben Nominalwert und Satz unverändert: 20.000 USD und 0,01 % pro 8 Stunden. Bei einer Haltedauer von 2 Stunden ergibt sich anteilig eine Zahlung von 0,5 USD. Ändern sich Satz oder Basis, müssen die einzelnen Zeitabschnitte separat berücksichtigt werden. Ein anderes Modell fragt, ob die Position am Intervallende noch offen ist. Die Coinbase-Hilfe zur intervallweisen Abrechnung beschreibt diese Regel: Wer vorher schließt, zahlt und erhält für dieses Intervall kein Funding. Das ist keine minutengenaue anteilige Berechnung und darf nicht auf das fortlaufende Deribit-Modell übertragen werden. Jana muss die Regel ihres konkreten Kontrakts kennen. [1] [4] [6]
Jana wechselt auf Short, eine Position, die vor Kosten von fallenden Preisen profitiert. Sie erhält 2 USD Funding, verliert durch einen Preisanstieg aber 100 USD. Insgesamt sind das minus 98 USD, noch vor Handelsgebühren und weiteren Kosten. Die Zahlung ist somit kein Zins auf eine sichere Einlage. Der Satz kann außerdem sein Vorzeichen wechseln und aus der Empfängerin eine Zahlerin machen. Zehren Preisbewegungen oder Zahlungen die Sicherheit zu stark auf, kann die Börse die Position zwangsweise schließen. Das heißt Liquidation. Erwartetes künftiges Funding hilft nicht, wenn die Margin bereits jetzt nicht ausreicht. [1]
Ein Satz von 0,01 % pro 8 Stunden lässt sich einfach annualisieren: Man unterstellt denselben Satz 3-mal täglich über 365 Tage. Das ergibt 10,95 % ohne Zinseszinseffekt, also ohne die Wiederanlage erhaltener Zahlungen für weitere Erträge. Es ist eine Rechenillustration bei konstantem Satz und konstanter Basis, keine Marktprognose. Ebenso wenig ist es APY, eine Jahresrendite einschließlich Zinseszinseffekt, oder die Rendite auf Janas Margin. Für einen Vergleich müssen Zeitraum, Vorzeichen, Währung und Nominalwert gleich definiert sein. Sonst entsteht eine auffällige Jahreszahl womöglich nur durch eine andere Darstellung. [1] [2]
Janas Bildschirm kann eine Schätzung des nächsten Satzes, eine laufende Berechnung und bereits verbuchte Zahlungen zeigen. Das sind unterschiedliche Angaben. Für die Kontrolle verbindet sie die Positionsrichtung mit dem Vorzeichen und prüft Größe, Währung und Haltedauer. Bei Deribit wirkt sich Funding sofort auf den Kontowert aus; erhaltenes Funding steht zum Handeln bereit. In den Geldsaldo wird es bei der täglichen Abrechnung um 08:00 UTC übertragen. Verfügbarkeit zum Handeln und Verfügbarkeit zur Auszahlung entstehen also zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Eine Abweichung zwischen eigener Schätzung und Auszug lässt sich anhand der Kontrakthistorie erklären, nicht allein anhand des aktuell angezeigten Satzes. [1] [6]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Perpetual futures, Leverage, Forced liquidation, Open interest. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Cash-and-carry arbitrage, Open interest, Perpetual futures, Forced liquidation.