Ein Unternehmen kündigt ein großes Aktienverkaufsprogramm an, und schon wird gerechnet, wie viel Bitcoin es damit kaufen wird. Zwischen Ankündigung und Kauf liegen aber mehrere Schritte. At-the-market offering, kurz ATM, ermöglicht laufende Verkäufe in einen bestehenden Markt zu nicht vorab festgelegten Preisen. ATM meint hier weder einen Geldautomaten noch ein Ertragsprodukt. Üblicherweise erhält ein Verkaufsagent, also ein Wertpapierhändler, der die Verkäufe ausführt, Aufträge; Kapital fließt entsprechend den tatsächlichen Verkäufen. Erst nach Kostenabzug und Prüfung der Mittelverwendung lässt sich von der Finanzierung eines Kaufs von BTC (Bitcoin) sprechen. Der Programmrahmen allein ist keine Finanzierungszusage.
Die SEC ist die US-Börsenaufsicht. Im US-Rechtsrahmen beschreibt Rule 415 ein ATM als Verkauf in einen bestehenden Handelsmarkt zu einem anderen als einem festen Preis. Es ist ein Vertriebsweg, kein besonderes Aktienrecht. Ein übliches Emissionsprogramm nutzt einen Verkaufsagenten und Registrierungsunterlagen, die das Angebot bestimmen. Es ist nicht automatisch eine einmalige vollständige Platzierung zu einem gesicherten Preis. Prüfen Sie auch den Verkäufer: Gibt das Unternehmen neue Aktien aus, oder verkauft ein anderer Inhaber bestehende Stücke? Im zweiten Fall fließt der Erlös nicht automatisch dem Unternehmen zu. Das Kürzel allein bestimmt die Rechte des Wertpapiers nicht. [1]
USD steht für US-Dollar. Strategy ist ein Unternehmen, das Bitcoin kauft und hält. Unser eigenes Beispiel erlaubt Bruttoverkäufe bis 10 Millionen USD. Das Unternehmen verkauft 20000 Aktien zu 100 USD. Damit sind 2 Millionen genutzt, 8 Millionen Kapazität bleiben bei sonst unveränderten Bedingungen. Das Unternehmen hat nicht bereits 10 Millionen erhalten, und niemand muss die restlichen 8 liefern. Ein Dollarrahmen ist zudem keine feste Aktienzahl: Ein anderer Preis bedeutet eine andere Stückzahl für dieselbe Summe. Der historische Bericht von Strategy trennt deshalb tatsächlich verkaufte Aktien, Nettoerlöse und verbleibende Kapazität zu einem bestimmten Datum. [4]
Ein Prospekt erläutert Anlegern das Wertpapierangebot und seine Risiken. Der Ventas-Prospekt zeigt, dass ein Auftrag Höchststückzahl und Mindestpreis festlegen kann. Der Agent garantiert kein bestimmtes Volumen. Unser Beispiel verlangt höchstens 20000 Stück zu mindestens 95 USD. Werden nur 12000 zu einem gewichteten Durchschnitt von 97 USD verkauft, entstehen brutto 1164000 USD. Der gewichtete Durchschnitt berücksichtigt, wie viele Aktien zu welchem Preis verkauft wurden. Das volle geplante Volumen wurde nicht erreicht. Auch ist der Mindestpreis eines Auftrags kein Preisversprechen für alle späteren Verkäufe. [2]
Der Emittent ist das Unternehmen, das die Aktien ausgibt. In unserem Beispiel bringt der Verkauf von 10000 Stück zu 100 USD brutto 1000000 USD. Eine angenommene Provision von 1 % kostet 10000, weitere Ausgaben 5000; es bleiben 985000 USD. Das sind unsere Annahmen, keine Gebührenliste eines bestimmten Emittenten. Bei 80 USD wären für dieselbe Bruttomillion 12500 Stück nötig. Ein niedrigerer Preis kann mehr neue Aktien für dasselbe Geld bedeuten. Prüfen Sie, ob der ausgewiesene Nettoerlös nur die Provision oder auch andere Kosten abzieht. „Netto“ braucht eine Definition. [2]
In unserem Beispiel hält die Firma 100 BTC und hat 100000 ausstehende Aktien. Sie gibt 10000 weitere Aktien aus und verwendet die gesamten Nettoerlöse von 985000 USD für Bitcoin. Bei einem Preis von 50000 USD werden 19,7 BTC gekauft: 119,7/110000 ergibt rund 0,00108818 BTC je Aktie, einen Anstieg um 8,82 %. Bei einem BTC-Preis von 100000 USD sind es nur 9,85 BTC: 109,85/110000 ergibt rund 0,00099864, einen Rückgang um 0,14 %. Das Beispiel enthält keine weiteren Änderungen der Aktienzahl. Unternehmensspezifische Assumed Diluted Shares, die angenommene zusätzliche Aktien enthalten, können anders ausfallen. Accretion meint hier die Verbesserung des gewählten Verhältnisses je Aktie, nicht automatisch Aktionärsgewinn. ATM verspricht sie nicht. Die Kaufpreise in diesem Beispiel enthalten alle Kaufgebühren; von diesem Betrag werden keine weiteren Kosten abgezogen. [5]
STRD und MSTR sind Börsenkürzel für unterschiedliche Aktien derselben Firma. Eine Dividende ist eine Zahlung an Aktionäre nach den Bedingungen der Aktie; ein Anspruch darauf muss anhand der Unterlagen geprüft werden. Strategy kündigte am 7. Juli 2025 ein ATM-Programm bis 4,2 Milliarden USD für STRD an. Das sind Vorzugsaktien mit eigenen Bedingungen, keine neuen MSTR-Stammaktien. Dieser historische Höchstbetrag beschreibt nicht die heute verfügbare Kapazität. Vorzugsaktien können Dividenden- und vorrangige Vermögensansprüche hinzufügen, ohne sofort die Stammaktienzahl zu erhöhen. Aus den Unterlagen ergibt sich, ob eine Wandlung möglich ist, ob unbezahlte Dividenden angesammelt werden und wer bei der Vermögensverteilung Vorrang hat. Die Bezeichnung ATM legt diese Bedingungen nicht fest. [3]
Ventas beschreibt auch einen Forward, eine Vereinbarung über eine künftige Abwicklung. Die Gegenpartei verkauft geliehene Aktien am Markt; der Emittent erhält daraus zunächst kein Geld. In unserem Beispiel bringt die Lieferung von 10000 Aktien bei einem angepassten Forwardpreis von 98 USD erst bei Abwicklung 980000 USD. Dann wird der vereinbarte Austausch abgeschlossen. Das ist physische Erfüllung: Aktien gegen Geld. Bar- oder Nettoaktienausgleich können anders ausfallen und erfordern womöglich eine Geld- oder Aktienlieferung durch das Unternehmen statt eines Zuflusses. Ein Absicherungsverkauf der Gegenpartei ist daher nicht automatisch bereits erhaltene Finanzierung. Mit diesem Verkauf begrenzt die Gegenpartei ihr vertraglich bedingtes Risiko aus Aktienkursänderungen. [2]
Lesen Sie in SEC EDGAR, der öffentlichen US-Datenbank regulatorischer Einreichungen, Prospekt, Nachtrag, Verkaufsvertrag und spätere Berichte zusammen. Der Strategy-Bericht vom 16. März 2026 trennt ATM-Verkäufe von der BTC-Tabelle und erklärt abgezogene Verkaufsprovisionen sowie in den Bitcoin-Kaufpreisen enthaltene Gebühren. Vergleichen Sie denselben Zeitraum, Aktienart, tatsächliche Stückzahl, Nettodefinition und BTC-Kaufdatum. Eine Verkaufserlaubnis belegt weder Verkauf noch späteren Kauf oder einen Anspruch des Aktionärs auf Bitcoin-Auszahlung. Jeder Schritt braucht seinen eigenen Nachweis. [6] [4]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Dilution, Bitcoin per Share, Preferred stock, Corporate Bitcoin Treasury. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Dilution, Accretive acquisition.