Max Drawdown ist die größte Rückgangstiefe gegenüber dem bisherigen Höchststand im gewählten Beobachtungsfenster. Hier geben wir sie als nichtnegativen Prozentsatz eines positiven Höchststands an; Geldbetrag und zeitlichen Verlauf nennen wir getrennt.
Max Drawdown erfasst den größten Rückgang von einem früheren Höchststand zu einem späteren niedrigeren Wert im betrachteten Abschnitt. Es ist nicht die Differenz zwischen beliebigem Maximum und Minimum ohne Beachtung ihrer Reihenfolge. Für jede Beobachtung wird der Wert mit dem bis dahin erreichten höchsten Wert im festgelegten Fenster verglichen. Der tiefste dieser Rückgänge ist der maximale Rückgang. Er kann mehrere verlust- und gewinnbringende Schritte umfassen; nicht jeder Zwischenschritt muss negativ sein. Eine positive Rendite vom Anfang bis zum Ende schließt daher einen erheblichen zwischenzeitlichen Rückgang nicht aus. [1]
In diesem Eintrag geben wir die Rückgangstiefe als nichtnegativen Prozentsatz an. Bezeichnet V den aktuellen Wert und H den positiven bisherigen Höchststand, verwenden wir d = 1 - V / H und rechnen das Ergebnis in Prozent um. Das Maximum wird im gesamten festgelegten Fenster gesucht. Andere Darstellungen zeigen eine negative Underwater-Kurve; deren tiefster Punkt hat denselben Betrag mit umgekehrtem Vorzeichen. Geldbetrag und prozentualer Rückgang unterscheiden sich sowohl in der Einheit als auch bei Vergleichen unterschiedlich großer Konten. Unsere Illustration verwendet ausschließlich positive Werte und behandelt kein Konto mit negativem Eigenkapital. [1] [2]
Eine eigene Folgerung aus der Definition: Ein ausgelassener untertägiger Höchststand oder Rückgang lässt sich nicht allein aus Tagesschlusswerten erkennen. Wird aus derselben positiven Reihe eine Teilmenge von Beobachtungen ausgewählt, kann ihr berechneter maximaler Rückgang bei gleicher Fensterdefinition das Maximum der vollständigen Reihe nicht übersteigen. Zeitliche Verdichtung kann jedoch den schlimmsten Verlauf verdecken. Ebenso muss ein neues Fenster mit neu angesetztem Höchststand den Verlust gegenüber einem älteren Höchststand nicht erfassen. Deshalb nennen wir Beginn, Ende, Bewertungsintervall und die Regel, ob ein Höchststand aus früherer Historie übernommen wird. Sonst können zwei richtige Zahlen unterschiedliche Fragen beantworten. [1]
Eine Einzahlung erhöht den Geldwert des Kontos auch ohne Handelsgewinn; eine Auszahlung senkt ihn auch ohne Strategieverlust. GIPS behandelt bei zeitgewichteter Rendite die Trennung externer Zahlungsströme und die geometrische Verknüpfung von Teilrenditen. Für den Rückgang der Performance brauchen wir eine konsistente, um solche Ströme bereinigte Reihe, statt Kontostände unüberlegt zu verbinden. Außerdem müssen Währung, Bewertung offener Positionen, Erträge und enthaltene Kosten festgelegt werden. Eine reine Kursreihe und die Nettoperformance eines Portfolios sind nicht austauschbar. Unser Beispiel schließt externe Zahlungsströme daher vorab aus und verwendet Werte nach Kosten. [3]
Die CFA-Methodik unterscheidet früheren Höchststand, folgenden Tiefpunkt und Rückkehr zum Höchststand. Zur Eindeutigkeit beschreiben wir die Zeit vom Höchststand zum Tiefpunkt, vom Tiefpunkt bis zum ersten Wiedererreichen des Höchststands und das gesamte Intervall bis zur Rückkehr getrennt. Der tiefste Rückgang muss nicht die längste Zeit unter dem Höchststand sein. Erholt sich die Reihe bis zum Beobachtungsende nicht, ist die Zeit bis zur Rückkehr noch unbekannt; das letzte Datum ist nicht automatisch das Erholungsdatum. Wer nur den größten Prozentsatz vergleicht, lässt einen wesentlichen Teil des zeitlichen Verlaufs weg. [2]
Eigene Algebra für einen positiven Wert zeigt, warum Rückgang und anschließend nötiger Anstieg nicht denselben Prozentsatz haben. Nach einem Verlust wird die Erholung von einer kleineren Basis aus berechnet. Bei einem Rückgang von 25% vom Höchststand 1200 USD bleiben 900 USD; zur Rückkehr fehlen 300 USD, also ein Anstieg um ein Drittel des niedrigeren Werts. Diese rechnerische Identität sagt nicht, wann oder ob die Erholung erfolgt. Ein Ergebnis in nominaler Währung bedeutet außerdem für sich genommen nicht, dass die frühere Kaufkraft wiederhergestellt ist. Die Definition der Erholung muss deshalb zur betrachteten nominalen oder realen Reihe passen. [2]
Maximum bezieht sich auf die beobachtete Reihe, nicht auf alle möglichen Zukünfte. CFTC weist darauf hin, dass vergangene Performance künftige Ergebnisse nicht vorhersagt. NFA beschreibt zugleich die Grenzen hypothetischer Ergebnisse, Rückschauwissen und die unvollständige Erfassung von Liquidität oder Slippage. Ein kleiner Rückgang in einem ausgewählten Test garantiert daher keinen kleinen Rückgang im tatsächlichen Handel. Tatsächliche und simulierte Ergebnisse müssen unterschieden, wesentliche Annahmen offengelegt und auch Situationen außerhalb der gewählten Aufzeichnung berücksichtigt werden. Unsere kurze fiktive Reihe dient nur der Überprüfung der Rechnung. [4] [5]
Max Drawdown beschreibt den entstandenen Verlauf und ist kein Mechanismus, der Verluste selbst stoppt. CME trennt im Handelsplan vorgesehenen Hebel, maximalen Einzelhandelsverlust, Tagesverlust und Gesamtexposition des Kontos. Ein historischer Wert ersetzt diese Entscheidungen nicht. Eine vorab festgelegte Reaktion auf Rückgänge muss bestimmen, was gemessen und wann weiteres Risiko begrenzt wird; auch dadurch wird das rückblickend gemessene Maximum nicht zur Ausführungsgarantie. Zur Strategiebewertung ergänzen wir die Kennzahl deshalb um Wertverlauf, Erholungsdauer und ausdrückliche Risikoregeln statt nur einen attraktiven Prozentsatz zu zeigen. [6] [5]
Positive Endrendite schließt einen tiefen Rückgang nicht aus
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Risk of Ruin, Volatilität, Risk Management, Kelly Criterion, Portfolio Risk. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Volatilität, Risk of Ruin, Portfolio Risk, Trading Journal.
01Reicht es, den niedrigsten vom höchsten Wert abzuziehen?+
Nein. Der verwendete höchste Wert muss vor dem betrachteten Rückgang erreicht worden sein. Außerdem muss klar sein, ob ein Geldbetrag oder ein Prozentsatz des früheren Höchststands verglichen wird und welchen Zeitraum und welche Bewertungen die Reihe enthält.
02Verschwindet der alte Rückgang bei einem neuen Höchststand aus der Rechnung?+
Nein, solange dasselbe gesamte Zeitfenster ausgewertet wird. Der aktuelle Rückgang wird bei der Rückkehr zum Höchststand null, doch der historische maximale Rückgang in diesem Fenster bleibt bestehen. Ein neues rollierendes Fenster, das die ältere Episode ausschließt, kann ein anderes Ergebnis liefern.