Ein Simple moving average, kurz SMA, ist ein einfacher gleitender Durchschnitt. Er addiert ausgewählte Werte und teilt die Summe durch deren Anzahl. Im Preischart bilden die wiederholten Ergebnisse eine Linie, die den Verlauf leichter erkennen lässt, indem sie kleine Schwankungen glättet. Dafür müssen die verwendeten Preise, die Fensterlänge und der Zeitrahmen bekannt sein.
Jana notiert die Schlusskurse einiger Kerzen und möchte sie knapp zusammenfassen. Der von Fidelity beschriebene SMA ist ein arithmetischer Mittelwert: Preise addieren und durch ihre Anzahl teilen. Jeder enthaltene Preis hat dasselbe Gewicht. Eine Kerze mit viel Handelsvolumen dominiert daher nicht allein wegen ihres Volumens. Würden die Gewichte vom Volumen abhängen, wäre es eine andere Art von Durchschnitt. [1]
Jana möchte stets einen gleich langen Ausschnitt betrachten, nicht den Durchschnitt der gesamten Vergangenheit. Kommt ein neuer Preis hinzu, entfernt sie den ältesten. TradingView beschreibt dieses gleitende Fenster des SMA. Die Ergebnisänderung entspricht der Differenz zwischen neuem und ausscheidendem Wert, geteilt durch die Fensterlänge. Der Durchschnitt kann sich deshalb ändern, obwohl der letzte Preis gegenüber seinem Vorgänger gleich geblieben ist. Das Beispiel unten zeigt den Ablauf. [2]
In TradingView legt Source den Eingangspreis fest. Ein SMA aus Close, dem Schlusskurs einer Kerze, kann von einem aus High, ihrem Höchstkurs, abweichen. Timeframe bestimmt das Datenintervall des Indikators; es muss nicht immer dem angezeigten Chart entsprechen. Jana hält deshalb auch Markt, Länge und dieses Intervall fest. Die Zahl der Beobachtungen allein sagt nicht, wie viele Kalendertage die Rechnung umfasst. [2] [5]
Am Anfang von Janas Aufzeichnung reichen die Preise noch nicht für das vollständige Fenster. Aus der Definition des Durchschnitts folgt, dass sie eine Regel braucht: vorerst kein Ergebnis ausgeben oder ausdrücklich ein kürzeres Fenster verwenden. Stillschweigend Nullen einzusetzen wäre falsch. Ein Preis von null ist ein Zahlenwert, der den Durchschnitt senkt, kein Kennzeichen für „unbekannt“. Auch bei Lücken innerhalb der Reihe ist diese Unterscheidung nötig. [1]
Ein ungewöhnlich hoher Preis gelangt in die Aufzeichnung. Im SMA hat er dasselbe Gewicht wie die anderen Preise, hebt den Durchschnitt aber durch seine Höhe an. Sein Beitrag bleibt bestehen, solange er im Fenster ist, und entfällt beim Ausscheiden. Jana kann daher eine veränderte Steigung sehen, weil ein alter Ausschlag herausgefallen ist, nicht weil der Markt gerade stark ausschlug. Das folgt aus der Berechnung und ist keine zusätzliche Information. [2]
Jana verlängert den Zeitraum, und kurze Schwankungen treten zurück. Fidelity erläutert, dass ein längerer SMA gewöhnlich stärker glättet, aber auch stärker hinter den Ausgangspreisen zurückbleibt. Es ist eine Wahl darüber, wie viel kurzfristige Bewegung man dämpfen möchte. Die schönste Linie im alten Chart zu finden belegt allein keine bessere Erfassung künftiger Bewegungen. Deren Preise sind noch gar nicht in den Durchschnitt eingeflossen. [1]
Jana beobachtet den Live-Chart, und der neueste SMA-Punkt bewegt sich. TradingView erklärt, dass Close bei einer offenen Kerze noch kein endgültiger Preis ist, sondern sich mit neuen Daten ändert. Ein Durchschnitt, der diese Eingabe nutzt, ändert sich ebenfalls. Eine Regel auf Grundlage abgeschlossener Schlusskurse muss daher abgeschlossene Daten bewerten. Eine vorübergehende Kreuzung während der Kerze muss bis zu ihrem Ende nicht bestehen bleiben. [3]
Der Preis ist über den SMA gestiegen. Was folgt daraus für Jana? Erst eine genaue Regel legt Einstieg, Ausstieg, Positionsgröße und Kosten fest. TradingView unterscheidet Auftragserstellung und Ausführung und warnt vor overfitting, dem Anpassen von Regeln an Zufälle einer bestimmten Vergangenheit. Die Regel muss außerdem ohne weiteres Nachjustieren an getrennten Daten geprüft werden. Eine Kreuzung allein belegt weder einen ausführbaren noch einen profitablen Handel. [4]
Der Preis blieb gleich, der Durchschnitt nicht
Fiktive Schlusskurse abgeschlossener Kerzen sind 100000, 100030 und 100060 USD/BTC. Ihr Durchschnitt ist (100000 + 100030 + 100060) / 3 = 100030 USD/BTC. Auch die nächste Kerze schließt bei 100060 USD/BTC. Der älteste Preis entfällt, sodass nun (100030 + 100060 + 100060) / 3 = 100050 USD/BTC gilt. Der SMA stieg um 20 USD/BTC, obwohl der letzte Preis gleich blieb. Der höhere neue Wert ersetzte einen niedrigeren alten. Das zeigt die Berechnung, keine Handelsrendite und keine aktuellen Marktdaten.
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Moving average, Exponential moving average, Moving average crossover, Timeframe, OHLCV, Backtesting. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Technical indicator, Moving average, Exponential moving average, Moving average crossover.
01Hat der letzte Preis im SMA mehr Gewicht?+
Nein. In einem vollständigen Fenster sind alle enthaltenen Preise gleich gewichtet. Der neueste verändert das Ergebnis, weil er den ältesten ersetzt, nicht weil er ein Sondergewicht hat. Andere Verfahren wie EMA betonen neuere Preise stärker.
02Darf ich einen fehlenden Preis durch null ersetzen?+
Nicht ohne Bedeutungsänderung. Null bedeutet, dass der Preis null betrug, nicht dass der Eintrag fehlt. Legen Sie fest, ob unzureichende Daten kein Ergebnis oder ein klar gekennzeichnetes kürzeres Fenster bedeuten, und prüfen Sie die Lückenregel Ihres Werkzeugs. Sonst vergleichen Sie womöglich unterschiedlich berechnete Durchschnitte.