Timeframe bezeichnet das Zeitintervall eines Balkens oder einer Kerze in einem üblichen zeitbasierten Chart. Ein anderes Intervall gruppiert Kursdaten neu; Zoomen verändert lediglich ihre Darstellung.
Jana öffnet einen Bitcoin-Chart und wechselt von Minuten- zu Tageskerzen. Nicht der Markt hat sich verändert, sondern der Zeitraum pro Kerze. Eine kleine Bewegung, die eben den Bildschirm füllte, kann in der Tagesspanne untergehen. TradingView nennt dieses Intervall auch Auflösung. Zoomen vergrößert die Ansicht; ein Intervallwechsel fasst Daten anders zusammen. Beides bestimmt nicht, wie lange Jana Bitcoin halten sollte. [1]
Beim Lesen eines Charts genügt zunächst die Einheit neben dem Intervall. Bei der Datenverarbeitung zählt die genaue Schreibweise: In TradingViews Pine Script steht 15 für fünfzehn Minuten, 60 für eine Stunde und 1M für einen Monat. Eine eigene Stundeneinheit H gibt es nicht. Die REST API-Schnittstelle von Kraken für OHLC akzeptiert dagegen Minutenwerte aus einer vorgegebenen Auswahl. Einstellungen lassen sich deshalb nicht ungeprüft zwischen Plattformen übertragen. [1] [5]
Eine Tageskerze braucht einen festgelegten Anfang und ein Ende. Jana prüft beim Vergleich deshalb neben dem Markt auch diese Grenzen und die Datenquelle. Bei TradingView steuert die Chart-Zeitzone die Darstellung; Pine Script verwendet Zeitwerte und eigene Berechnungsregeln. Eine Anzeige in Ortszeit verändert die Skriptberechnungen nicht von selbst. Andere Uhrzeitbeschriftungen belegen also noch keine andere Zusammenfassung der Daten. [2]
Bei Märkten mit festen Handelszeiten kann das Ende der Handelssitzung die letzte Kerze verkürzen. TradingView richtet zeitbasierte Kerzen an diesen Sitzungsgrenzen aus. Man darf daher nicht für jeden Chart annehmen, dass jeder Balken die volle angegebene Dauer umfasst. Andere Charttypen bilden Balken nach einer Anzahl von Kursaktualisierungen oder einer Kursbewegung statt nach der Uhr. Ihre zeitlichen Abstände sind unregelmäßig. [2]
Jana betrachtet eine Tageskerze mitten am Tag. Höchstkurs (High), Tiefstkurs (Low) und letzter Preis können sich noch ändern. TradingView nennt das Feld für den letzten Preis Close; bei einer offenen Kerze ist das aber noch nicht der endgültige Tageskurs. Dasselbe gilt für einen Indikator, der in einem kurzfristigen Chart ein längeres Intervall verwendet. Laufende und zum Schluss bestätigte Werte müssen unterschieden werden, sonst kann ein Signal später anders aussehen. [3]
Ein Backtest prüft Regeln anhand vergangener Daten. Jede Entscheidung darf nur damals verfügbare Informationen nutzen: Der endgültige Tageskurs stand morgens noch nicht fest. TradingView warnt, dass lookahead_on bei längeren Intervallen ohne passenden Versatz des Ausdrucks zukünftige Werte vergangenen Balken zuordnen kann. Das Ergebnis wirkt überzeugend, lässt sich in Echtzeit aber nicht wiederholen. Entscheidend ist die tatsächliche Verfügbarkeit der Daten, nicht eine schöne Ergebniskurve. [4]
Ein Programm kann kürzere Balken innerhalb einer längeren Kerze abrufen. Pine Scripts request.security liefert dabei nur einen inneren Balken je Chart-Balken. request.security_lower_tf kann ein Array der verfügbaren inneren Balken zurückgeben. Davon hängt ab, ob eine Berechnung eine Stichprobe oder eine verfügbare Folge verwendet. Auch das Array garantiert keine vollständige Historie: Daten können fehlen oder später vom Anbieter korrigiert werden. [4]
Jana notiert deshalb Markt, Intervall, Quelle und ob die Kerzen bereits geschlossen sind. Bei einem Indikator über eine bestimmte Kerzenzahl hält sie auch diese Zahl fest: Ein anderes Intervall verändert den betrachteten Zeitraum. Anzahl mal Dauer funktioniert unmittelbar nur bei vollständigen, aufeinanderfolgenden Intervallen ohne Lücken. Timeframe präzisiert, welchen Teil der Vergangenheit wir betrachten; die zukünftige Kursentwicklung sagt es nicht voraus. [1] [2]
Zwanzig Kerzen, zwei Zeiträume
In einem fiktiven Chart wählt Jana 20 vollständige, gleich lange, lückenlos aufeinanderfolgende Kerzen aus. Bei jeweils 15 Minuten decken sie 20 × 15 = 300 min ab. Nach dem Wechsel auf 60 Minuten stehen dieselben 20 Kerzen für 20 × 60 = 1200 min. Gemeint ist die von den ganzen Intervallen abgedeckte Dauer, nicht der Abstand zwischen dem ersten und letzten Schlusszeitpunkt. Für verkürzte oder fehlende Kerzen gilt die Rechnung nicht unverändert; bessere Handelsergebnisse verspricht sie ebenfalls nicht. Die jüngste Kerze bleibt bis zu ihrem Schluss vorläufig.
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit OHLCV, Candlestick chart, Technical analysis, Backtesting, Moving average, Price action. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem OHLCV, Candlestick chart, Price action, Technical indicator.
01Ändert eine andere Zeitzone auch die Tageskerzen?+
Nicht automatisch. TradingViews Chart-Zeitzone ist eine Anzeigeeinstellung und verändert Pine Scripts Zeitberechnungen nicht. Beim Quellenvergleich sind die tatsächlichen Intervallgrenzen maßgeblich; eine andere Uhrzeitbeschriftung belegt keine andere Aggregation.
02Kann ich einen Tageschart mit einem kürzeren Intervall kombinieren?+
Ja. Das längere Intervall kann Kontext, das kürzere Details liefern. Klar bleiben müssen der zugrunde liegende Markt und die zum Entscheidungszeitpunkt bekannten Werte. Das Endergebnis eines noch offenen Tages darf nicht vorweggenommen werden.