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Price action

Kursbewegungen lesen

Was der Preisverlauf selbst verrät und welche Schritte zwischen einer Beobachtung im Chart und einem tatsächlichen Geschäft liegen.

Price action bedeutet, Preisbewegungen zu beobachten und einzuordnen: Steigen die Hochpunkte, wie weit reichen Rückgänge, was geschieht an einem bestimmten Niveau? Es ist keine fertige Einzelstrategie. Für eine überprüfbare Regel muss klar sein, was beobachtet wird und wann daraus eine Entscheidung folgt.

Petr bemerkt, dass Bitcoin mehrfach nahe demselben Preis zum Stillstand kam. Diese Beobachtung kann der Ausgangspunkt für Price action sein. Zuerst muss er aber die Darstellung verstehen. CME unterscheidet die Linie aus Schlusskursen vom Candlestick chart, der auch Eröffnung und Extrempreise erhält. Ein kurzer Ausschlag über ein Niveau kann in einer Kerze sichtbar sein, in der Schlusskurslinie aber fehlen. Ein anderes Bild bedeutet daher nicht unbedingt einen anderen Markt. [1]

Wechselt Petr von Minuten zu Tagen, werden mehrere kleine Anstiege Teil einer einzigen Kerze. CME erklärt, dass der Timeframe — das Zeitintervall jedes Chartelements — die Zusammenfassung der Preise bestimmt. Das ist mehr als ein Zoom. Halten Sie deshalb bei Vergleichen Markt, Datenquelle, Intervalllänge und Grenzen gleich. Sonst kann „steigend“ jedes Mal etwas anderes bedeuten. [1]

Petr markiert einen Bereich früherer Wendepunkte. Support bezeichnet einen möglichen Unterstützungsbereich bei fallenden Preisen, Resistance einen möglichen Widerstand bei steigenden Preisen. CME nennt frühere Hochs, Tiefs und Trendlinien als Anhaltspunkte und betont Zonen statt exakter Barrieren. Notieren Sie Niveau und zulässige Abweichung vor dem Test. Verschieben Sie die Linie erst nach Kenntnis des Ergebnisses, ändern Sie nachträglich die zu prüfende Frage. [2]

Der Preis steigt kurz über Petrs Linie und fällt zurück. War das ein Ausbruch? Das hängt von der Regel ab. High ist das Hoch der Kerze, Close ihr Schlusskurs; bei einer laufenden Kerze bezeichnet Close zunächst nur den zuletzt beobachteten Wert. TradingView erläutert diese Veränderlichkeit. High kann über einem Niveau liegen, obwohl der endgültige Close darunter bleibt. „Ausbruch“ braucht daher eine genaue Preisgröße und einen Auswertungszeitpunkt. [3]

Fertige Charts markieren lokale Hochs oft direkt am Gipfel. Solch ein Punkt heißt häufig pivot. Manche Verfahren bestätigen ihn jedoch erst nach weiteren Kerzen und zeichnen die Markierung rückwirkend ein, wie TradingView zeigt. Am Hochpunkt selbst war dieser bestätigte pivot noch nicht bekannt. Ein Test muss den Zeitpunkt der Erkennbarkeit berücksichtigen, nicht nur die Stelle der später ergänzten Markierung. [3]

Petr wartet, bis eine Kerze über dem Niveau schließt. Damit ist seine Preisbedingung erfüllt, aber noch kein Kauf exakt zum Close erfolgt. Er muss den Auftrag erst senden und ausführen lassen. TradingView trennt diese Schritte selbst im broker emulator zur Simulation von Ausführungen. Zur Regel gehören daher Zeitpunkt, Auftragstyp und Ausführungsannahmen. Ein historisches Modell bestätigt nicht, was ein echter Auftrag erzielt hätte. [4]

Auch wenn der Preis wie erwartet läuft, können Kosten einen Teil der Differenz aufzehren. TradingView berücksichtigt in Simulationen commission, also Gebühren, sowie slippage, die Abweichung zwischen angenommener und ausgeführter Preisstellung. Richtige Richtungsschätzungen zu zählen ist deshalb nicht dasselbe wie Ergebnisse nach Kosten zu messen. Petr muss neben der Preisbewegung auch die Annahmen für Einstieg und Ausstieg kennen. [4]

Nur Charts auszuwählen, auf denen die Regel funktioniert, ist leicht. TradingView nennt dies selection bias, eine Verzerrung durch Auswahl. Overfitting bedeutet, die Regel zu stark an bestimmte historische Daten anzupassen. Hilfreich ist, Entwicklungsdaten von Testdaten zu trennen und im Test nicht weiter nachzujustieren. Auch ein gutes historisches Ergebnis garantiert keinen künftigen Gewinn. Es geht darum, eine Idee ehrlich zu prüfen, nicht dem Chart eine Sicherheit zuzuschreiben, die er nicht bietet. [4]

Beispiel · PA

Der Docht überquerte das Niveau, der Schluss nicht

Nach einer fiktiven Regel wartet Petr auf einen endgültigen Close über dem vorher gewählten Niveau von 100000 USD/BTC. Die erste Kerze hat High 100020 und Close 99990 USD/BTC: Der Preis überschritt das Niveau, doch die Bedingung ist nicht erfüllt. Die nächste Kerze schließt bei 100010 USD/BTC und erfüllt die Preisbedingung. Ihr Schluss liegt um 100010 − 100000 = 10 USD/BTC darüber. Damit wurde nur die Regel ausgewertet; das Beispiel verspricht weder einen Kauf zu diesem Preis noch Gewinn.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Technical analysis, Candlestick chart, Backtesting, Timeframe, Risk Management, Slippage. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Technical analysis, Timeframe, Candlestick chart, Support and Resistance.

01Ist Price action eine genau definierte Einzelstrategie?

Nein. Es ist ein Ansatz zur Untersuchung von Preisbewegungen. Eine überprüfbare Strategie benötigt außerdem festgelegte Daten, Einstieg, Ausstieg, Timing, Positionsgröße und Kosten.

02Darf ein Test mit einem rückwirkend eingezeichneten Pivot früher einsteigen?

Nicht, wenn der Punkt erst später bestätigt wurde. Zu jedem Zeitpunkt dürfen nur damals verfügbare Informationen verwendet werden. Die Position der Markierung im fertigen Chart ist nicht der Zeitpunkt ihrer Erkennbarkeit.

DOC · 001CME — Chart typesDokumentation DOC · 002CME — Support and resistanceDokumentation DOC · 003TradingView — RepaintingDokumentation DOC · 004TradingView — StrategiesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung