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Average Directional Index

ADX · durchschnittlicher Richtungsindex

Der Average Directional Index (ADX) hilft zu unterscheiden, ob am Markt eine Richtung überwiegt oder der Kurs eher hin und her schwankt. Ein steigender ADX kann auch einen starken Kursrückgang bei Bitcoin begleiten. Er misst die Trendstärke nach seiner Berechnung, nicht, ob gerade ein guter Kaufzeitpunkt ist.

ADX ist ein geglätteter Wert, der aus Veränderungen der Kurshochs und -tiefs entsteht. Häufig wird er mit +DI und −DI angezeigt: Diese Linien vergleichen aufwärts- und abwärtsgerichtete Bewegungen. ADX fasst zusammen, wie stark eine Seite überwiegt, ohne die Richtung zu unterscheiden. Er beschreibt vergangene Daten, keine Rendite und keine Wahrscheinlichkeit weiterer Kursgewinne.

Peter sieht einen fallenden Kurs und darunter einen steigenden ADX. Das ist kein Widerspruch: Möglicherweise verstärkt sich gerade der Abwärtstrend. Zum Verständnis beginnt er bei einer Kerze, die einen Zeitabschnitt zusammenfasst. High ist dessen höchster, Low dessen niedrigster Preis. TradingView bezeichnet das aktuelle High minus das vorherige High als UpMove; das vorherige Low minus das aktuelle Low heißt DownMove. +DM übernimmt UpMove nur, wenn dieser positiv und größer als DownMove ist. Für −DM gilt der umgekehrte Vergleich. Bei Gleichstand sind beide Komponenten null. Die Berechnung wählt die größere positive Verschiebung eines Kursextrems; sie addiert nicht beide Richtungen gleichzeitig. [1]

Eine Kursverschiebung braucht einen Maßstab. Fidelity setzt sie zur True Range (TR) ins Verhältnis, die auch den Abstand zum vorherigen Schlusskurs berücksichtigt. TR ist der größte Wert aus High–Low und den absoluten Abständen beider Extreme zum vorherigen Close, also Schlusskurs. Ein absoluter Abstand bezeichnet die Größe einer Differenz ohne Vorzeichen. Richtungsbewegungen und TR werden zunächst nach Wilder geglättet und enthalten dadurch auch frühere Daten. Die geglättete Aufwärtsbewegung geteilt durch die geglättete TR und multipliziert mit 100 ergibt +DI; −DI entsteht entsprechend. Das Minus im Namen bezeichnet die Abwärtsrichtung, keinen negativen Zahlenwert. Bei einem Nenner von null ist der Quotient nicht definiert. [2]

Peter möchte nun wissen, wie deutlich sich die Linien unterscheiden. Aus +DI und −DI entsteht der Zwischenwert DX: Ihre absolute Differenz wird durch ihre Summe geteilt und mit 100 multipliziert. Genau diesen Vergleich beschreibt Fidelity. Entscheidend ist das Wort absolut. Vertauscht man die Werte, wechselt die vorherrschende Richtung, DX bleibt jedoch gleich. Berechnet werden weder der Kursanstieg noch eine Erfolgschance. Ist die Summe beider Linien null, lässt sich die Division nicht ausführen. Ein Ersatzwert in einer Anwendung ist dann eine Festlegung der Implementierung, nicht das Ergebnis dieses Quotienten. [2]

DX beschreibt das aktuelle Verhältnis; ADX glättet dessen Verlauf. Fidelity beginnt mit dem durchschnittlichen DX über die gewählte Periodenzahl und bezieht spätere Werte in das vorherige Ergebnis ein. Bei Länge n wird der vorherige ADX mit n − 1 multipliziert, der aktuelle DX addiert und die Summe durch n geteilt. Beispielsweise steht 14 für Berechnungsperioden, nicht automatisch für Tage. Aus einem einzigen Paar von Richtungswerten kann Peter deshalb DX berechnen, aber ohne Vorgeschichte nicht ADX. Beim Vergleich von Anwendungen muss er auch Anfangsdaten, Längen und Glättungsmethoden beachten. Das Ergebnis behält frühere Bewegungen im Gedächtnis und reagiert verzögert auf Marktänderungen. [2]

Im von TradingView beschriebenen DMI erfüllen die Linien verschiedene Aufgaben. Liegt +DI über −DI, ist die geglättete Aufwärtskomponente stärker; bei umgekehrter Reihenfolge überwiegt die Abwärtskomponente. ADX beschreibt die Stärke dieses gemessenen Ungleichgewichts nach der Glättung. Ein steigender ADX muss für Bitcoin-Besitzer daher keine gute Nachricht sein: Er kann einen sich verstärkenden Rückgang begleiten. Auch ein fallender ADX kündigt nicht automatisch eine Kurswende an. Ein Trend kann mit weniger deutlichem Übergewicht weiterlaufen, während der Durchschnitt noch frühere Entwicklungen berücksichtigt. Keine dieser Linien sagt für sich genommen voraus, was als Nächstes geschieht. [1]

TradingView nennt die traditionellen Orientierungswerte 20 und 25. Unter dem ersten wird ein Trend häufig als schwach bezeichnet, über dem zweiten als stärker. Peter sollte eine Überschreitung aber nicht unmittelbar zur Kaufregel machen: Der starke Trend könnte nach unten zeigen. Die Werte hängen von Markt, Zeitintervall und Einstellungen ab; universelle Grenzen für jedes Diagramm sind es nicht. Ein niedriger ADX bedeutet auch keinen ruhigen oder unveränderten Kurs. Große Bewegungen können sich in beide Richtungen abwechseln, sodass das gemessene Übergewicht gering bleibt. [3]

Peter muss außerdem wissen, wann er den Wert abgelesen hat. TradingView weist darauf hin, dass High, Low und Close erst mit dem Kerzenschluss feststehen. Ein neues Hoch oder Tief kann Richtungsbewegung und True Range verändern und damit den nachgelagerten Indikator. Eine während der Kerze sichtbare Kreuzung kann bis zum Schluss wieder verschwinden. Ein Regeltest muss Entscheidungen innerhalb einer Kerze von solchen nach ihrem Schluss unterscheiden. Der endgültige Wert darf rückwirkend nicht als bereits früher bekannte Information gelten. [4]

Kreuzen sich die Richtungslinien, hat sich ihre Reihenfolge geändert. Das beweist noch keinen lohnenden Handel. TradingView warnt vor Fehlsignalen und unterscheidet beim Testen zwischen Signal und tatsächlicher Ausführung. Nutzt Peter ADX als Filter, braucht er vorab Regeln für Einstieg, Ausstieg, Positionsgröße und dafür, wann sein Plan nicht mehr gilt. Gebühren und Slippage, also die Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis, gehören ins Ergebnis. Wiederholtes Anpassen an dieselben historischen Daten führt zu Overfitting: Die Regel passt zur Vergangenheit, kann andernorts aber versagen. Deshalb hilft ein Test mit Daten, die nicht zur Auswahl der Regel dienten. [3] [5]

Beispiel · ADX

Gleiches Ergebnis bei umgekehrter Richtung

In diesem erfundenen Beispiel sind +DI = 30 und −DI = 10 bereits berechnet. Dann gilt DX = abs(30 − 10) / (30 + 10) × 100 = 50; abs bezeichnet den Absolutbetrag, also die Größe ohne Vorzeichen. Vertauschen wir die Eingaben zu +DI = 10 und −DI = 30, ergibt DX wieder 50. Für den nächsten Schritt nehmen wir einen vorherigen ADX von 22 und die Länge n = 14 an. Daraus folgt ADX = (22 × 13 + 50) / 14 = 24. Diese letzte Berechnung ergibt für beide Paare dasselbe, sofern ihr vorheriger ADX gleich ist. Das bedeutet nicht, dass ihre gesamten Kursverläufe identisch waren. Es zeigt lediglich, warum aktuelle Richtung, DX und geglätteter ADX nicht austauschbar sind und der Zahlenwert keine Wahrscheinlichkeit ist.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Average True Range, Technical indicator, Technical analysis, Timeframe, Backtesting, Relative Strength Index.

01Bedeutet ein ADX über fünfundzwanzig, dass ich kaufen sollte?

Nein. Das ist eine traditionelle Orientierung für die Stärke des gemessenen Trends, der auch abwärtsgerichtet sein kann. Die Schwelle allein beantwortet keine Fragen zu Einstiegspreis, Risiko, Kosten oder Ausstieg. Dafür braucht es eine separate, geprüfte Regel.

02Kann ich ADX aus einem einzigen DI-Wertepaar berechnen?

Ist die Summe ungleich null, lässt sich daraus der aktuelle DX bestimmen. Für ADX brauchen Sie außerdem den vorherigen ADX und die Glättungseinstellungen oder genügend Vorgeschichte für den Anfangsdurchschnitt. Vergleichen Sie Anwendungen erst, wenn Daten, Intervall und Einstellungen übereinstimmen.

DOC · 001TradingView — DMIDokumentation DOC · 002Fidelity — DMIDokumentation DOC · 003TradingView — ADXDokumentation DOC · 004TradingView — RepaintingDokumentation DOC · 005TradingView — StrategiesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung