Fibonacci Retracement markiert Preise, die Teilen eines gewählten Anstiegs oder Rückgangs entsprechen. Händler beobachten dort mögliche Unterstützung, die einen Rückgang bremsen könnte, oder Widerstand gegen einen Anstieg. Die Linien selbst schaffen kein Hindernis im Markt. Sie ergeben sich aus zwei gewählten Endpunkten und einer Rechenmethode, nicht aus einer Garantie für eine Umkehr.
Peter sieht, wie der Preis nach einem Anstieg zurückgeht, und möchte den zurückgegebenen Anteil messen. Fidelity legt die Differenz zwischen einem gewählten Hoch und Tief zugrunde. Diese Endpunkte heißen Anker. Peter notiert Preise, Zeitpunkte, Markt und Timeframe, also die Dauer einer Kerze. Jemand anders kann im selben Chart eine kürzere Bewegung innerhalb der längeren messen. Andere Linien bedeuten daher nicht zwingend einen Rechenfehler. Zuerst werden die Anker verglichen, dann die Ergebnisse. [1]
StockCharts erklärt die üblichen Niveaus 23.6%, 38.2% und 61.8% anhand von Verhältnissen der Fibonacci-Folge, in der jede neue Zahl die Summe der beiden vorherigen ist. Beim Lesen zählt vor allem die Bedeutung: Welcher Anteil der gewählten Bewegung wurde zurückgenommen? Es geht um Preisabstände, nicht um die Wahrscheinlichkeit auftauchender Käufer oder die Erfolgsquote einer Strategie. Die mathematische Herkunft beweist nicht, dass der Markt den Markierungen folgen muss. [2]
Peter findet außerdem 50% im Werkzeug. StockCharts stellt klar, dass dieses häufig ergänzte Niveau nicht aus Fibonacci-Verhältnissen stammt. Es markiert schlicht die Hälfte der vorherigen Bewegung. Nach einem Anstieg ist das die Hälfte des gewonnenen Preisabstands, nicht die Hälfte des gesamten Bitcoin-Preises. Die Linie kann Orientierung bieten; der gemeinsame Werkzeugname gibt ihr aber nicht dieselbe mathematische Herkunft wie den anderen Marken. [2]
Fidelity verwendet den Abstand zwischen Hoch und Tief. Nennen wir sie High und Low, den Rücklaufanteil r. Nach einem Anstieg lautet die lineare Rechnung High − r × (High − Low): Vom Hoch wird ein Teil des Anstiegs abgezogen. Nach einem Rückgang wird die Erholung aufwärts gemessen: Low + r × (High − Low). Derselbe Anteil kann deshalb einen anderen Preis ergeben. TradingView bietet Reverse zum Umkehren der Ausrichtung. Peter prüft auch die Preise neben den Linien, damit er Beschriftungsrichtung und gemessenen Rücklauf nicht verwechselt. [1] [3]
TradingView hat eine eigene Option für die Berechnung auf logarithmischer Skala. Gleiche Abstände bedeuten linear gleiche Preisdifferenzen, logarithmisch gleiche Verhältnisse. Die Recheneinstellung kann daher die Preisniveaus ändern, nicht nur das Aussehen. Peter nennt beim Teilen Anker, Ausrichtung und Rechenmethode. Ein bloßer Wechsel der Chartdarstellung beweist noch nicht die Einstellung des Werkzeugs. Ohne diese Angaben können beide denselben Namen verwenden und trotzdem unterschiedlich messen. [3]
TradingView Auto Fib Retracement wählt die Anker für den Nutzer. Deviation beeinflusst die nötige Preisabweichung vom vorherigen Pivot, einem gewählten Wendepunkt; Depth beeinflusst die Mindestzahl berücksichtigter Kerzen. Peter muss die Endpunkte nicht mehr anklicken, muss aber die Auswahlregeln kennen. Ändert er sie, können sich Anker und sämtliche Linien verschieben. Automatisierung spart Zeichenarbeit, beseitigt jedoch nicht die Abhängigkeit von Einstellungen. [4]
StockCharts beschreibt die Niveaus als Beobachtungsbereiche, nicht als feste Umkehrpunkte. Peter schaut, wie sich der Preis dort tatsächlich verhält. Eine Berührung beweist weder wartende Aufträge, die den Rückgang stoppen, noch die Ausführung seines eigenen Auftrags. Für eine Strategie braucht er zusätzlich eine Definition der Bestätigung und der Bedingungen, die seine Annahme ungültig machen. Ein interessanter Bereich und eine Handelsregel sind unterschiedliche Dinge. [2]
TradingView warnt vor lookahead bias, der Verwendung damals unbekannter Informationen, und overfitting, übermäßiger Anpassung an einen historischen Ausschnitt. Peter darf also nicht erst nach dem späteren Abprall das perfekte Hoch auswählen. Der Test hält fest, wann beide Endpunkte tatsächlich erkennbar waren und welche Einstellungen damals galten. Hinzu kommen Einstieg, Ausstieg, Gebühren und Slippage, die Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis. Danach prüft er andere Daten. Eine schöne Übereinstimmung im Rückblick beweist allein keinen Handelsvorteil. [5]
Gleicher Abstand, andere Rücklaufrichtung
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Relative Strength Index, MACD, Technical indicator, Technical analysis, Timeframe, Backtesting.
01Bedeutet das Niveau 61.8% eine ebenso hohe Abprallchance?+
Nein. Der Prozentsatz bezeichnet einen Teil der gewählten Preisbewegung. Für eine Wahrscheinlichkeit müssten zunächst Abprall, Bedingungen und Zeitfenster definiert und anschließend Daten geprüft werden. Die Linie enthält dieses Ergebnis nicht.
02Warum hat mein Freund andere Linien?+
Vergleichen Sie zunächst Anfangs- und Endpunkt, Markt und Timeframe. Danach folgen Ausrichtung und lineare oder logarithmische Berechnung. Automatische Werkzeuge können zudem andere Regeln für die Pivot-Auswahl nutzen. Derselbe Name garantiert keine identische Messung.