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MACD

Moving average convergence divergence · Annäherung und Auseinanderlaufen gleitender Durchschnitte

MACD zeigt, wie sich zwei Preisdurchschnitte annähern oder voneinander entfernen. Damit lässt sich die bisherige Marktbewegung besser lesen. Die beiden Linien und die Balken vergleichen aber unterschiedliche Größen und sagen nicht, wann Sie Gewinn machen.

MACD beginnt mit der Differenz zwischen einem schnelleren und einem langsameren gleitenden Durchschnitt: Preisdurchschnitten, die mit neuen Beobachtungen neu berechnet werden. Der Durchschnitt dieser Differenz ergibt die Signallinie. Die Histogrammbalken zeigen anschließend den Abstand zwischen MACD und Signallinie.

Jana schaltet in TradingView MACD ein. Unter dem Bitcoinpreis erscheinen zwei Linien und Balken. Zunächst muss sie unterscheiden, was diese darstellen. Die MACD-Hauptlinie vergleicht zwei Preisdurchschnitte. Die Signallinie mittelt die MACD-Werte selbst; das Histogramm zieht die Signallinie von der Hauptlinie ab. Die Balken zeigen also nicht das Volumen gekaufter Bitcoin. Sie beruhen auf einer anderen Differenz als die Hauptlinie und können deshalb in die entgegengesetzte Richtung weisen. [1]

Fidelity beschreibt eine verbreitete Variante: Die schnelle EMA hat die Länge 12, die langsame 26 und die Signal-EMA 9. Eine EMA gewichtet neuere Beobachtungen stärker; die schnellere Variante reagiert daher meist früher auf Veränderungen. Die Längen beziehen sich auf die gewählten Zeitintervalle, bei einem Stundenchart also nicht auf Tage. Jana wählt damit eine Sicht auf die bisherige Preisbewegung und nicht bloß eine Linienform. Die Voreinstellung garantiert nicht, dass gerade diese Längen das beste Ergebnis liefern. [2]

TradingView unterscheidet zwei Vergleiche. Ist MACD positiv, liegt der schnellere Preisdurchschnitt über dem langsameren. Ist das Histogramm positiv, liegt MACD über seiner Signallinie. Jana kann deshalb eine Hauptlinie über null und gleichzeitig Balken unter null sehen. Der Rechnung fehlt nichts: Sie vergleicht verschiedene Wertepaare. Eine einzelne Momentaufnahme zeigt zudem einen Zustand und noch keine Kreuzung. Dafür muss Jana auch die vorherige Reihenfolge der Linien kennen. [1]

Wird der Preis in USD/BTC angegeben, haben auch die Differenzen seiner Durchschnitte diese Einheit. MACD ist somit weder ein Prozentsatz noch eine Wahrscheinlichkeit oder ein Kontogewinn. Anders als RSI hat er keine fest begrenzte Skala. Absolute Werte lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres zwischen unterschiedlich teuren Anlagen oder Währungen vergleichen. Auch Fidelity weist darauf hin, dass MACD üblicherweise kein Maß für überkaufte oder überverkaufte Märkte ist. Eine hohe Linie allein bedeutet nicht, dass Bitcoin zu teuer ist. [1] [2]

Auf einer anderen Plattform sieht Jana unter demselben Namen MACD ein anderes Ergebnis. Das muss kein Fehler sein. TradingView erlaubt die getrennte Wahl von EMA oder SMA für die Preisdurchschnitte und das Signal. SMA gewichtet die Werte im betrachteten Fenster gleich, EMA betont neuere Werte. Auch Preisquelle und timeframe, also das Zeitintervall, spielen eine Rolle. Für einen Vergleich müssen Markt, Preispaar, Längen, Durchschnittstypen und verfügbare Historie übereinstimmen. Ebenso wichtig ist, ob das letzte Intervall bereits abgeschlossen ist. [1]

Fidelity warnt, dass MACD in einem seitwärts innerhalb einer Spanne laufenden Markt die Signallinie wiederholt kreuzen kann. Wer jede Kreuzung handelt, kauft und verkauft womöglich bei jedem Hin und Her. Auch eine Divergenz, eine Abweichung zwischen Preisbewegung und Indikator, will vorsichtig gelesen werden. Der Preis kann beispielsweise ein höheres Hoch bilden, der Indikator dagegen ein niedrigeres. Das beschreibt die bisherige Bewegung; es bestimmt weder den Zeitpunkt einer Umkehr noch, ob sie überhaupt kommt. [2]

Jana erhält einen Kreuzungsalarm, während die aktuelle Kerze noch offen ist. Eine Kerze fasst den Preisverlauf eines Zeitintervalls zusammen; ihr letzter Preis verändert sich noch. TradingView nennt MACD ausdrücklich als einen Indikator, der sich dabei laufend verändert. Vor Intervallende können die Linien wieder ihre ursprüngliche Reihenfolge annehmen. Der historische Chart zeigt dann den bestätigten Endstand, nicht jede zwischenzeitliche Kreuzung. Bei der Bewertung eines Alarms ist daher entscheidend, ob er während der Kerze oder erst nach ihrem Abschluss auslösen durfte. [3]

Die MACD Strategy von TradingView eröffnet beispielhaft eine Long-Position, die von steigenden Preisen profitiert, wenn das Histogramm von negativ zu positiv wechselt. Beim umgekehrten Wechsel geht sie short, setzt also auf fallende Preise. Das ist eine zusätzliche Regel, nicht der Indikator selbst. Shorten ist auch nicht dasselbe wie der Verkauf eigener Bitcoin. Jana muss im Test Gebühren und slippage berücksichtigen, den Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis. Hinzu kommt overfitting: eine Anpassung an vergangene Daten, die sich bei anderen Daten nicht bewährt. Auch ein erfolgreicher Test verspricht kein künftiges Ergebnis. [4] [5]

Beispiel · MACD

Positive Linie, negative Balken

In einer erfundenen Momentaufnahme bereits berechneter Durchschnitte beträgt die schnelle EMA 102000 und die langsame 101500 USD/BTC. Ihre Differenz ist MACD = 102000 − 101500 = 500 USD/BTC. Die Signallinie beträgt 600 USD/BTC, also gilt: Histogramm = 500 − 600 = −100 USD/BTC. Die schnelle EMA liegt über der langsamen, die MACD-Hauptlinie aber unter ihrem Signal. Beides kann gleichzeitig stimmen. Eine Kreuzung belegt das Bild nicht: Ohne frühere Werte wissen wir nicht, ob sich die Reihenfolge gerade geändert hat. Die Durchschnittswerte sind hier vorgegeben; dies ist weder ihre vollständige Berechnung aus Preisen noch ein tatsächliches Handelsangebot.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Exponential moving average, Moving average, Relative Strength Index, Divergence, Backtesting, Technical indicator. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Exponential moving average, Stochastic oscillator, Ichimoku Cloud, Fibonacci Retracement.

01Soll ich bei positivem MACD kaufen?

Positiver MACD bedeutet, dass der schnellere Durchschnitt über dem langsameren liegt. Er sagt nicht, ob der Preis nun steigt oder wie viel Geld man riskieren sollte. Das Histogramm kann trotzdem negativ sein. Ein Handel braucht eine eigene Regel und deren Prüfung, nicht nur die Farbe oder das Vorzeichen einer Linie.

02Warum zeigt eine andere Plattform einen anderen MACD?

Beginnen Sie mit Markt und Preispaar. Vergleichen Sie dann Preiseingabe, timeframe, Längen und die Wahl von EMA oder SMA für Durchschnitte und Signal. Prüfen Sie auch die verfügbare Historie und den Abschluss der letzten Kerze. Dieselbe Abkürzung bedeutet nicht, dass beide Plattformen dieselben Daten verwenden.

DOC · 001TradingView — MACDDokumentation DOC · 002Fidelity — MACDDokumentation DOC · 003TradingView — RepaintingDokumentation DOC · 004TradingView — MACD StrategyDokumentation DOC · 005TradingView — StrategiesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung