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Energy Arbitrage

Strompreisunterschiede beim Mining nutzen

Morgens kann es sich lohnen, einen Miner einzuschalten, abends eher, ihn zu pausieren. Nicht die Maschine hat sich verändert, sondern der Strompreis. Wenn diese Änderung tatsächlich auf der Rechnung ankommt, lassen sich Laufzeit und Leistungsaufnahme an den Wert der verbrauchten Energie anpassen. Darum geht es bei Energy Arbitrage im Mining. Günstiger Strom ist aber nur der Anfang: Entscheidend sind auch die damit geleistete Arbeit, der erwartete Erlös und die Kosten, die selbst im Stillstand weiterlaufen.

Energy Arbitrage bedeutet im Mining, Strompreisunterschiede bei der Wahl von Betriebszeit und Leistungsaufnahme zu nutzen. Der Strom wird für Berechnungen verbraucht und nicht für einen späteren Verkauf gespeichert. Das kann den Betrieb wirtschaftlicher machen, garantiert aber keinen risikofreien Gewinn.

Eine Batterie lässt sich in einer günstigen Stunde laden und später entladen, wenn der Strom mehr wert ist. So beschreibt EIA, die US-Behörde für Energieinformationen, Preisarbitrage mit Speichern und weist zugleich auf Speicherverluste hin. Ein Miner verbraucht die Energie dagegen unmittelbar für Berechnungen. Daraus können Bitcoin-Erlöse entstehen. Die Coins sind aber kein Stromvorrat, der später ins Netz zurückgespeist werden könnte. Der Batterievergleich führt in die Irre, sobald finanzieller Wert und physische Energie verwechselt werden. [1]

Ein niedriger Börsenpreis muss nicht der Preis sein, den ein Miner bezahlt. Der Vertrag kann Festpreise oder zusätzliche Bestandteile vorsehen. U.S. DOE, das US-Energieministerium, unterscheidet Entgelte für die verbrauchte Energie, gemessen in kWh, Entgelte für die höchste Leistungsaufnahme, gemessen in kW, und feste Gebühren. Ein Kilowatt (kW) entspricht tausend Watt Leistung. Bei einer konstanten Leistungsaufnahme von einem Kilowatt wird in einer Stunde eine Kilowattstunde (kWh) Energie verbraucht. Für größere Anlagen verwendet man Megawatt (MW), also tausend Kilowatt, und Megawattstunden (MWh), also tausend Kilowattstunden. Eine kurze Pause kann den Energieverbrauch senken, ohne eine bereits erreichte Monatsspitze oder Grundgebühr zu verändern. Maßgeblich ist daher der tatsächliche Tarif einschließlich relevanter Liefer- und Netzentgelte, nicht allein ein günstiger Punkt im Diagramm. [2] [5]

Hashprice schätzt den Erlös für eine bestimmte Rechenleistung und Zeit; die Effizienz beschreibt den Energiebedarf dieser Arbeit. Price Adapt, eine Funktion der Verwaltungssoftware Braiins Manager für Mining-Geräte, verbindet beides. Im folgenden Beispiel steht USD für US-Dollar. Unser vereinfachtes Beispiel verwendet einen Hashprice von 0,048 USD/TH/s/Tag und eine Effizienz von 20 J/TH (Joule Energie pro Billion Versuche). Bei 1 TH/s, einer Billion Versuchen pro Sekunde, werden in 24 Stunden 0,48 kWh verbraucht. Umgerechnet ergibt das einen Bruttoerlös von 100 USD/MWh, also Dollar pro Megawattstunde. Nun lässt er sich mit dem Strompreis in derselben Einheit vergleichen. Das ist kein Nettogewinn: Hilfsverbrauch, Gebühren und weitere Kosten fehlen noch. [3]

Stellen wir uns zwei Betriebsarten vor. Bei der ersten bleiben nach dem verglichenen Strompreis 30 USD/MWh übrig; mit 1 MW Leistungsaufnahme ergibt das 30 USD/h. Die zweite erzielt die bessere Marge von 40 USD/MWh, bezieht aber nur 0,5 MW und kommt damit auf 20 USD/h. Sie nutzt jede Energieeinheit besser, während die erste pro Stunde mehr beiträgt. Auch das Braiins-Modell vergleicht Stundenwerte. Unsere Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Gerätespezifikation; Erlös und Leistungsaufnahme müssen jeweils zum selben Betriebsmodus gehören. [3]

Price Adapt verwendet laut Dokumentation DAM (Day-Ahead Market), den Strommarkt für den Folgetag, und den durchschnittlichen Hashprice der letzten sieben Tage. Daraus entsteht ein Plan für Pausen und Wiederanlauf. Bei unterstützten Modellen mit Braiins OS, der Steuersoftware des Miners, lässt sich auch die Zielleistung ändern. Andere unterstützte Konfigurationen bieten gegebenenfalls nur Pause und Wiederaufnahme. Dasselbe Preissignal eröffnet also nicht jedem Gerät dieselben Möglichkeiten. Ein Durchschnitt vergangener Erlöse verspricht außerdem nichts für morgen. Der Plan muss mit dem tatsächlichen Betrieb verglichen werden. [3]

„Sollen wir noch eine Stunde minen?“ ist eine andere Frage als „Wird sich die Investition amortisieren?“. Die erste vergleicht Erlöse mit Kosten, die sich durch Weiterbetrieb ändern. Zur zweiten gehören auch Geräte, Anschluss, Infrastruktur, Wartung und Ausgaben, die während einer Pause weiterlaufen. U.S. DOE empfiehlt die Bewertung von Tarifen über den Lebenszyklus. Ein positiver Beitrag in einer ausgewählten Stunde beweist deshalb keine Amortisation der gesamten Farm. Er ist ein Teil der Rechnung, nicht die Antwort auf alle wirtschaftlichen Fragen. [2]

Wer teuren Strom nicht bezieht, kann gegenüber durchgehendem Betrieb sparen. Das ist nicht automatisch ein Erlös aus dem Verkauf dieses Stroms. U.S. DOE unterscheidet variable Preise von Demand Response, vertraglichen Programmen zur Anpassung des Verbrauchs an Netzbedürfnisse. Eine Vergütung für Lastreduktion setzt konkrete Programmbedingungen voraus. Ein Vergleich muss konsistent bleiben: Dieselbe Einsparung darf nicht als geringere Ausgabe und nochmals als neues Einkommen zählen. Die bewusste Mining-Begrenzung Curtailment bezeichnet eine Betriebsmaßnahme, sagt aber noch nicht, wer dafür zahlt. [4]

U.S. DOE empfiehlt Intervallmessungen, die zeigen, wie viel Strom wann bezogen wurde. Vergleichen wir tatsächliche Erlöse und relevante Kosten desselben Zeitraums, einschließlich Kühlung, Restverbrauch in Pausen und Wiederanlauf. Erst dann wird der Unterschied zwischen Plan und Ergebnis sichtbar. Eine günstige Börsenstunde oder eine gute Katalogeffizienz beschreibt nicht die gesamte Farm. Energy Arbitrage wird nützlich, wenn sich die wirtschaftliche Überlegung am eigenen Betrieb überprüfen lässt. [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Curtailment, Hashprice, Demand Response Mining, Flare Gas Mining. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Curtailment, Flare Gas Mining, Landfill Gas Mining, Methane Mitigation.

DOC · 001EIA — Energy Storage for Electricity GenerationDokumentation DOC · 002U.S. DOE — Evaluating Your Utility Rate OptionsDokumentation DOC · 003Braiins Manager — Price AdaptDokumentation DOC · 004U.S. DOE — Demand Response and Time-Variable Pricing ProgramsDokumentation DOC · 005NIST — SI prefixesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung