719 / 736CNBAN

China Mining Ban 2021

Chinas Vorgehen gegen Bitcoin-Mining im Jahr 2021

China Mining Ban 2021 bezeichnet die Abfolge politischer, regionaler und landesweiter Maßnahmen, die im Jahr 2021 einen großen Teil des Bitcoin-Minings aus Festlandchina verdrängten, die globale Hashrate vorübergehend senkten und die Verlagerung von Geräten in andere Länder beschleunigten.

Es handelte sich nicht um ein einziges technisches Verbot mit einem Stichtag, sondern um ein schrittweises regulatorisches Vorgehen: Auf eine Ankündigung des Finanzausschusses im Mai folgten Betriebsschließungen und im September eine gemeinsame NDRC-Maßnahme, die neue Projekte verbot, den geordneten Ausstieg bestehender Anlagen anordnete und ihren Zugang zu Strom, Finanzierung und staatlicher Förderung beschränkte.

Das Vorgehen begann nicht mit einem Gesetz, das das Bitcoin-Netzwerk über Nacht abschaltete. Am 21. Mai 2021 kündigte der Ausschuss für Finanzstabilität und Entwicklung des Staatsrats Maßnahmen gegen Bitcoin-Mining und -Handel an; in den folgenden Wochen erließen Provinzen eigene Vorgaben und Betreiber schalteten Farmen ab, verlagerten Geräte oder verkauften sie. Landesweite Dokumente vom September schufen danach einen detaillierteren und dauerhafteren Rahmen. [1]

Die am 24. September 2021 veröffentlichte NDRC-Mitteilung Nummer 1283 ordnete ein striktes Verbot neuer Projekte und einen beschleunigten, geordneten Ausstieg bestehender Betriebe an. Behörden sollten in Rechenzentren und anderen Strukturen verborgene Betriebe aufspüren, neue Stromanschlüsse verweigern, differenzierte Strompreise anwenden, Finanz- und Steuerhilfen beenden und Kredite begrenzen. Präziser ist daher die Beschreibung als koordinierter Verwaltungs- und Energieeingriff und nicht als Änderung des Bitcoin-Protokolls. [2]

Die Mitteilung nannte hohen Energieverbrauch, Emissionen, geringen Beitrag zur Volkswirtschaft und Finanzrisiken. Sie stufte Mining als auslaufende Tätigkeit ein und verteilte Zuständigkeiten auf Zentralbehörden, Provinzen, Stromversorger, Finanzinstitute und Betreiber von Rechenzentren. Ihre praktische Wirkung beruhte auf der Kontrolle physischer Infrastruktur und geschäftlicher Tätigkeit, nicht auf der Fähigkeit, Blöcke im offenen Netzwerk zu zensieren. [2]

Cambridge CCAF schätzte anhand von Daten aus vier Mining-Pools, dass Chinas Anteil an der globalen Hashrate bereits vor Mai von 75,5 % im September 2019 auf 46 % im April 2021 gefallen war. Die Daten deckten ungefähr 37 % der damaligen Hashrate ab und extrapolierten den Standort verbundener Miner; sie waren keine vollständige Geräteerhebung und erlauben keine genaue Adresse jeder Farm. [4]

Nach den Abschaltungen verzeichnete Cambridge Ende Juni 2021 ein geschätztes globales Hashrate-Tief von 57,47 EH/s. Das konkrete Minimum lag am 27. Juni; Blöcke wurden vorübergehend langsamer gefunden, bis sich das Netzwerk durch einen weiteren Difficulty Adjustment anpasste, doch Transaktionshistorie, Emissionsgrenze und Konsensregeln blieben unverändert. Das Ereignis zeigte den Unterschied zwischen einem Eingriff gegen Miner in einer Jurisdiktion und dem Abschalten von Bitcoin als verteiltem System. [5]

Maschinen, Kapital und Fachkräfte zogen vor allem in die Vereinigten Staaten, nach Kasachstan, Kanada und Russland oder warteten auf neue Anschlüsse. Cambridge meldete am 21. Dezember 2021 193,64 EH/s und damit nahezu das Niveau vor dem Verbot; für Januar 2022 schätzte es den US-Anteil auf 37,84 %. Die Erholung bedeutete weder, dass jede chinesische Maschine das Land verlassen hatte, noch dass die neue geografische Konzentration risikolos war. [5]

Die Mining-Maßnahme vom September darf nicht mit der parallelen Mitteilung der PBOC und neun weiterer Behörden zu Handel und Spekulation verwechselt werden. Diese stufte virtuelle Währungen als Mittel ohne Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels und verbundene Finanzdienstleistungen als illegale Finanztätigkeit ein. Die Rechtswirkung auf Mining-Farm, Börse, Bank oder Einzelperson muss daher nach konkreter Tätigkeit, Dokument, Datum und Jurisdiktion beurteilt werden. [3]

Auch der spätere Wert null bewies nicht die physische Abwesenheit aller Miner. Cambridge schätzte Chinas Anteil im Januar 2022 erneut auf 21,11 % der globalen Hashrate und führte das Ergebnis auf verdecktes Mining zurück; zugleich warnt es heute, dass die letzten Daten der Mining Map im Januar 2022 enden und historisch sind. Bei der Prüfung sind offizielle Regel, gemessene Netzwerk-Hashrate, modellierter Länderanteil und Aussage eines konkreten Betreibers zu trennen. [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining, Hashrate, Difficulty Adjustment, Mining Pool, Proof of Work, ASIC Miner.

01Hat China 2021 Bitcoin selbst verboten?

Nicht im Sinne einer Änderung oder Abschaltung des Bitcoin-Protokolls. Die Behörden gingen gegen Mining-Projekte, Stromversorgung, Finanzierung und handelsbezogene Dienste vor. Chinesische Nodes und Geräte konnten abgeschaltet oder verborgen werden, doch Nodes in anderen Jurisdiktionen prüften Regeln und Blockchain weiter.

02Beendete das Verbot Bitcoin-Mining in China?

Es beendete die legale, offen betriebene Industrie in ihrem früheren Umfang, nicht die nachgewiesene physische Entfernung jeder Maschine. Nach einer zwischenzeitlichen Nullschätzung wies Cambridge China im Januar 2022 einen Anteil von 21,11 % zu und verband ihn mit verdeckten Betrieben. Das ist ein Modell aus Pool-Daten, keine Vollerhebung.

DOC · 001State Council Financial Stability and Development Committee — 51st meetingPrimärquelle DOC · 002NDRC — Notice on rectifying virtual currency mining activities (2021 No. 1283)Dokumentation DOC · 003PBOC and nine departments — Notice on virtual currency trading and speculation risksDokumentation DOC · 004Cambridge CCAF — New data reveals timeline of China’s bitcoin mining exodusDokumentation DOC · 005Cambridge CCAF — Bitcoin mining electricity update: new dataDokumentation DOC · 006Cambridge Digital Mining Industry Report 2025Dokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung