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Curtailment

Gezielte Reduzierung des Mining-Strombezugs

Die Mining-Geräte werden still, obwohl sie nicht kaputt sind. Der Betreiber hat sie bewusst pausiert: Strom ist teurer geworden, das Netz braucht weniger Nachfrage oder geplante Arbeiten stehen an. So kann Curtailment aussehen. Es geht um mehr als einen Ausschalter. Zur Bewertung brauchen wir Anlass, betroffene Geräte, Dauer und die tatsächlich gesunkene Leistungsaufnahme. Anschließend ist auch die Rückkehr in den Betrieb zu prüfen.

Curtailment bedeutet hier die gesteuerte Reduktion oder Unterbrechung des Strombezugs beim Mining gegenüber einem definierten Ausgangsbetrieb. Es bezeichnet nicht pauschal jede Störung. In der Energiewirtschaft kann dasselbe Wort auch die Begrenzung von Stromerzeugung meinen, also die andere Seite des Systems.

Ein Miner ist Verbraucher: Weniger Mining senkt seinen Strombedarf. Ein Kraftwerk ist Erzeuger: Weniger Erzeugung senkt das Angebot. NREL (National Renewable Energy Laboratory) verwendet curtailment für Wind- oder Solarleistung unter dem, was das Wetter gerade ermöglichen würde. Diese Fälle sind nicht austauschbar. Nutzt ein Miner dagegen sonst ungenutzte Erzeugung, steigt sein eigener Bezug. Bevor eine Maßnahme als Netzhilfe beschrieben wird, müssen Ort und Richtung der tatsächlichen Änderung klar sein. [1]

Wer das Mining in teuren Stunden pausiert, kann weniger für bezogene Energie zahlen. Daraus entsteht aber nicht automatisch ein Vergütungsanspruch für eine Netzdienstleistung. U.S. DOE, das US-Energieministerium, unterscheidet zeitvariable Preise von Demand-Response-Programmen, vertraglichen Anpassungen des Verbrauchs an Systembedürfnisse. Ein Programm kann Zahlungen, Rabatte oder Gutschriften für eine Zusage oder erbrachte Reaktion vorsehen. Maßgeblich sind Regeln und Vertrag. Die Bezeichnung Curtailment allein verspricht keine Zahlung. [2]

Braiins Manager beschreibt manuelle Pausen, Zeitpläne, Preisprofile und Anweisungen eines CSP (Curtailment Service Provider), eines Curtailment-Dienstleisters. Jeder Weg kann andere Geräte betreffen und einen anderen Anlass haben. Deshalb sollten Zielgeräte, Beginn, Ende und Grund einer Maßnahme dokumentiert sein. „Geplant“ beweist jedoch keine Ausführung. Ein Gerät könnte den Befehl nicht empfangen oder nicht umsetzen. Der tatsächliche Rückgang muss gemessen werden. [3]

Strike Price Curtailment verwendet laut Braiins-Dokumentation DAM (Day-Ahead Market), den Strommarkt für den Folgetag. Es arbeitet also mit einer bestimmten Preisquelle und Region, nicht automatisch mit jeder Echtzeitpreisbewegung. Außerdem ist der Großhandelspreis nicht zwangsläufig der gesamte Rechnungspreis des Betreibers. Tarife und weitere Posten können abweichen. Ein Schwellenwert ist nur sinnvoll, wenn bekannt ist, mit welchem Preis er verglichen wird und wie dieser zu den tatsächlichen Kosten passt. [4]

Leistung beschreibt, wie schnell Strom genutzt wird; Energie berücksichtigt auch die Dauer. Ein Megawatt (MW) entspricht einer Million Watt. Eine Megawattstunde (MWh) ist die Energie, die bei einer konstanten Leistungsaufnahme von einem Megawatt innerhalb einer Stunde verbraucht wird. Die von U.S. DOE beschriebene Lastsenkung lässt sich mit unserer Rechnung illustrieren. Der Bezug fällt von 1 MW auf 0,1 MW für 15 Minuten. Das sind 0,9 MW weniger Leistung und gegenüber einem unveränderten Ausgangsbezug 0,225 MWh weniger Energie in dieser Viertelstunde. Es sind nicht 0,9 MWh, und die Anlage verbraucht weiterhin Strom. Ohne Dauer und Ausgangswert bleibt die Einsparung unvollständig beschrieben. [2] [6]

ERCOT, Betreiber des texanischen Stromsystems, kündigte im Dezember 2022 ein vorübergehendes freiwilliges Programm für große flexible Verbraucher einschließlich Bitcoin-Mining-Anlagen an. Die Teilnahme erforderte Zustimmung. Es ist ein konkretes Beispiel dafür, schnelle Mining-Reduktionen in den Netzbetrieb einzubinden. Es bestätigt weder heutige Bedingungen noch die automatische Aufnahme beliebiger Miner. Eine echte Entscheidung braucht aktuelle Regeln für Standort und Anschlussart; die alte Ankündigung ersetzt sie nicht. [5]

Ein Profil legt die Regel fest, nach der die Automatik Einschränkungen erzeugt. Ein Ereignis ist eine konkrete geplante oder laufende Einschränkung. Braiins erklärt für Strike Price ausdrücklich, dass Profiländerung oder Löschung laufende und geplante Ereignisse nicht deaktiviert. Es reicht daher nicht zu prüfen, ob die alte Einstellung verschwunden ist; auch der Ereignisstatus zählt. Ebenso beweist eine gespeicherte Endzeit nicht, dass jedes Gerät seine erwartete Hashrate, also Mining-Versuche pro Sekunde, wieder erreicht. [4]

Braiins bietet Ereignishistorie und Leistungskurve. Für die eigene Auswertung vergleichen wir den gewünschten Verlauf mit dem Bezug davor, währenddessen und danach. Einzubeziehen sind weiterlaufende Verbraucher wie Kühlung, Pumpen und andere Hilfseinrichtungen. Anschließend prüfen wir die Rückkehr der Mining-Leistung. Niedrigere Uptime, der Zeitanteil mit erfüllter Betriebsbedingung, kann hier beabsichtigt sein. Allein belegt sie aber weder Geldersparnis noch eine erbrachte vergütete Leistung. Das zeigen erst Messwerte zusammen mit Preisen und Programmregeln. [3]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Uptime, Energy Arbitrage, Demand Response Mining, Hashrate. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Demand Response Mining, Uptime, Energy Arbitrage, Behind-the-Meter Mining.

DOC · 001NREL — What Is Power System Curtailment?Dokumentation DOC · 002U.S. DOE — Demand Response and Time-Variable Pricing ProgramsDokumentation DOC · 003Braiins Manager — CurtailmentDokumentation DOC · 004Braiins Manager — Strike Price CurtailmentDokumentation DOC · 005ERCOT — Voluntary Curtailment Announcement, 2022Dokumentation DOC · 006NIST — SI prefixesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung