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Grid-Connected Mining

Mining mit Anschluss an das Stromnetz

Stellen wir uns eine Halle voller Geräte zum Bitcoin-Mining vor, die wie die Fabrik nebenan Strom aus dem öffentlichen Netz bezieht. Sie muss nicht ihren gesamten Strom selbst erzeugen. Dafür muss sie klären, wie viel Leistung sie beziehen darf und was sie dafür tatsächlich bezahlt. Grid-Connected Mining bezeichnet diese Art der Stromversorgung. Ein einfaches Beispiel zeigt, warum der Preis je Kilowattstunde allein nicht genügt und warum Solarmodule und eine Batterie die Maschinen bei einem Netzausfall nicht automatisch am Laufen halten.

Grid-Connected Mining ist Bitcoin-Mining in einer elektrischen Anlage mit Anschluss an das öffentliche Netz. Dieses kann den gesamten Strom liefern oder örtliche Erzeugung und Batterien ergänzen. Der Begriff beschreibt den Anschluss, nicht den Tarif, die zulässige Anschlussleistung oder die Rentabilität des Betriebs.

Unsere Halle könnte Solarmodule auf dem Dach haben. An einem sonnigen Nachmittag deckt sie einen großen Teil ihres Verbrauchs selbst; abends kauft sie mehr Netzstrom. Sie bleibt damit netzgekoppelt und wird nicht zu Off-Grid Mining, das auf eine eigenständige Versorgung angewiesen ist. Auch Behind-the-Meter Mining bezeichnet zunächst die Lage auf der lokalen Seite eines Stromzählers, nicht unbedingt Netzunabhängigkeit. Der Leitfaden der australischen Regierung unterscheidet angeschlossene und eigenständige Anlagen anhand ihrer Konfiguration. Zeigt der Zähler gerade keinen Bezug, bedeutet das also noch nicht, dass der Anschluss überflüssig geworden ist. [1]

Ein großer Mining-Betrieb kann die Schritte vom Anschlussantrag bis zum tatsächlichen Start nicht überspringen. Der Netzbetreiber muss die Auswirkungen der neuen Last prüfen und Anschlussbedingungen festlegen. Ein konkretes Beispiel liefert ERCOT, der Betreiber des Stromnetzes für einen großen Teil von Texas. Bei neuen Großverbrauchern, die unter sein Genehmigungsverfahren fallen, verlangt er die Zustimmung vor der ersten Zuschaltung. Abgeschlossene Studien allein reichen deshalb noch nicht für den Start. Das ist ein örtliches Verfahren, keine weltweite Regel. Meldet ein Projekt eine Kapazität, kommt es darauf an, ob sie erst beantragt, bereits untersucht und genehmigt oder tatsächlich schon genutzt wird. [2] [6]

Der Zähler summiert die verbrauchte Energie in Kilowattstunden, kWh. Auf der Rechnung können zusätzlich ein Entgelt für die höchste Leistungsaufnahme in Kilowatt, kW, und feste monatliche Posten stehen. Kilowatt beschreiben die benötigte Leistung, Kilowattstunden die über einen Zeitraum verbrauchte Energie. Das im Beispiel verwendete h steht für Stunden. Das US-Energieministerium U.S. DOE trennt diese Bestandteile beim Tarifvergleich. Für unsere Halle folgt daraus: Ein günstiger reiner Energiepreis muss nicht den endgültigen Betriebskosten entsprechen. Auch die jeweils anfallenden Liefer- und Netzentgelte gehören in die Rechnung. [3]

Nehmen wir ein eigenes vereinfachtes Beispiel ohne weitere Verbraucher: Eine Anlage bezieht 100 kW während 10 h, eine andere 200 kW während 5 h. Beide verbrauchen 1000 kWh. Die zweite benötigt im Betrieb jedoch die doppelte Leistung. Berechnet der Tarif auch die höchste Leistungsaufnahme, können die Rechnungen trotz gleicher Energiemenge unterschiedlich ausfallen. Maßgeblich sind der konkrete Tarif und das Messintervall: Die abgerechnete Spitze muss nicht dem höchsten Momentanwert entsprechen. Das Beispiel trennt Energie und Leistung; es bestimmt für sich genommen weder den Rechnungsbetrag noch den Mining-Ertrag. [3]

Der Betreiber verlegt das Mining in die Nacht und erwartet eine Ersparnis. Beim Energieanteil kann das mit einem passenden Tarif tatsächlich funktionieren. Ein Entgelt für die eigene höchste Last kann jedoch den gesamten Monat unabhängig von der Tageszeit betrachten; ein anderer Posten berücksichtigt den Bezug zu den Spitzenzeiten des Gesamtnetzes. U.S. DOE beschreibt außerdem Tarife, bei denen eine frühere Lastspitze die Abrechnung späterer Monate beeinflusst. Eine kurze Phase hohen Bezugs kann dadurch länger nachwirken. Deshalb vergleichen wir den zeitlichen Verbrauchsverlauf mit dem konkreten Tarif, nicht nur den Tagesdurchschnitt. [3]

Wird Strom teuer, kann eine Farm das Mining drosseln, weil sich der weitere Betrieb nicht lohnt. Daraus folgt noch nicht, dass jemand für das Abschalten bezahlt. Demand Response bezeichnet Programme, in denen Kunden unter vereinbarten Bedingungen ihren Verbrauch reduzieren oder sich dazu verpflichten und dafür eine Vergütung erhalten können. U.S. DOE unterscheidet dies von der bloßen Reaktion auf variable Preise. In unserer Rechnung bleiben vermiedener Strombezug, entgangener Mining-Ertrag und tatsächlich zustehende Vergütung deshalb getrennt. Eine nicht vereinbarte Dienstleistung ist keine zusätzliche Einnahme. [4]

In der Halle geht das Licht aus, obwohl Solarmodule auf dem Dach und eine Batterie an der Wand stehen. Die Geräte müssen deshalb nicht defekt sein: Viele netzgekoppelte Solaranlagen versorgen das Gebäude bei Netzausfall nicht weiter, und nicht jede Batterie ist als Ersatzstromversorgung eingerichtet. Der australische Leitfaden erläutert das ausdrücklich. Für den Weiterbetrieb braucht es eine geeignete Auslegung, eine sichere Trennung vom Netz und ausreichende Versorgung der vorgesehenen Stromkreise. Uptime, der Anteil der betrachteten Zeit im Betrieb, lässt sich daher nicht allein aus dem Besitz einer Batterie ableiten. [1]

Eine Anlage, die zeitweise eigenständig arbeiten kann, wird häufig als Microgrid bezeichnet: ein örtliches Stromnetz mit eigener Steuerung. U.S. DOE erklärt, warum Erzeugung und Verbrauch beim Abtrennen und Wiederanlauf im Gleichgewicht bleiben müssen. Die Rückkehr der Spannung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sofort alle Mining-Geräte wieder arbeiten. Zur Beurteilung der Farm betrachten wir Ausfälle, geplante Drosselungen und die Wiederaufnahme, aber auch die tatsächlich erbrachte Hashrate, also die beim Mining eingesetzte Rechenleistung. Erst Kosten und Erträge vervollständigen das Bild. Ein Netzanschluss ermöglicht Betrieb, garantiert aber keinen Gewinn. [5]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Off-Grid Mining, Behind-the-Meter Mining, Demand Response Mining, Uptime. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Power Purchase Agreement.

DOC · 001Australian Government — Solar System Design ConsiderationsDokumentation DOC · 002ERCOT — Large Load IntegrationDokumentation DOC · 003U.S. DOE — Evaluating Your Utility Rate OptionsDokumentation DOC · 004U.S. DOE — Demand Response and Time-Variable Pricing ProgramsDokumentation DOC · 005U.S. DOE — Distributed Energy Resources and Microgrids BasicsDokumentation DOC · 006ERCOT — Approval to Energize Large LoadsPrimärquelle
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung