250 / 736BTM

Behind-the-Meter Mining

Mining auf der lokalen Seite des Stromzählers

Stellen Sie sich ein Gelände mit Solaranlage und mehreren Geräten zum Bitcoin-Mining vor. Der Solarstrom kann zuerst die Geräte versorgen; nur der Überschuss fließt ins öffentliche Netz. Reicht die Erzeugung nicht, kann das Gelände umgekehrt Strom beziehen. Behind-the-Meter Mining beschreibt den Anschluss der Miner auf der lokalen Seite eines bestimmten Zählers. Das bedeutet weder kostenlosen Strom noch Weiterbetrieb bei Netzausfall. Zum Verständnis folgen wir zunächst dem Strom und danach der Rechnung.

Behind-the-Meter Mining bezeichnet Mining auf der lokalen Seite eines festgelegten Messpunkts gegenüber dem öffentlichen Stromnetz, häufig zusammen mit eigener Erzeugung. Entscheidend sind die tatsächliche Verschaltung und die gemessenen Flüsse. Die Nähe zu einem Kraftwerk genügt nicht; die Bezeichnung belegt weder Inselbetrieb noch Rentabilität.

Das US-Energieministerium U.S. DOE erklärt behind-the-meter anhand der Erzeugung beim Kunden hinter dem Versorgerzähler. Die Abkürzung BTM braucht deshalb einen konkreten Messpunkt. Zeichnen Sie öffentliches Netz, Zähler, lokalen Erzeuger und Verbraucher ein. Beziehen Miner ihren Strom auf dieser Seite der Grenze aus dem lokalen System, verändert ihr Verbrauch den Fluss durch den Zähler. Zwei Container neben einem Kraftwerk beweisen diese Anordnung noch nicht. Ein gemeinsames Grundstück oder derselbe Eigentümer ist nicht dasselbe wie ein gemeinsames elektrisches System. [1]

Kilowatt (kW) misst Leistung, also das momentane Tempo der Erzeugung oder des Verbrauchs. Unser vereinfachtes Beispiel ohne Speicher und Verluste: Die Module erzeugen gerade 100 kW, die Miner beziehen 60 kW und Hilfsgeräte 10 kW. Es bleiben 30 kW zur Einspeisung, sofern der Anschluss sie erlaubt. Sinkt die Erzeugung auf 20 kW, fehlen 50 kW: Entweder liefert sie das Netz oder der Verbrauch muss sinken. Es geht um Leistung, nicht um Jahresenergie. Die US-Energieinformationsbehörde EIA unterscheidet diese Größen. [2]

Ein Erzeuger mit 100 kW Nennleistung garantiert nicht jederzeit 100 kW. Die EIA unterscheidet die Erzeugungsfähigkeit unter bestimmten Bedingungen von der tatsächlich erzeugten Energie im Zeitverlauf. Bei Solar schwankt die Einstrahlung; andere Erzeuger brauchen Brennstoff oder Wartung. Auch andere Betriebe und der Erzeuger selbst können Strom verbrauchen. Uptime, der Zeitanteil, in dem Geräte arbeiten oder verfügbar sind, lässt sich daher nicht allein aus der Anlagengröße ableiten. Benennen Sie das betrachtete Gerät und die gemessene Verfügbarkeit. [2]

U.S. DOE unterscheidet Arbeitspreise für Energie in kWh, Leistungsspitzen in kW und feste Entgelte. Eine Kilowattstunde ist eine Energiemenge: ein Kilowatt über eine Stunde. Eigenerzeugung kann den Energiebezug senken, während eine kurze Lastspitze weiter den Leistungspreis beeinflusst. Manche Tarife enthalten auch Entgelte dafür, dass das Netz Ersatzleistung bereithält. Vergleichen Sie deshalb den gesamten tatsächlich geltenden Tarif. Weder ein niedriger Großhandelspreis noch weniger gekaufte Energie sagt allein, was das Gelände insgesamt bezahlt. [3]

Eine Nulleinspeisung regelt den Betrieb so, dass kein Strom ins öffentliche Netz fließt. Netzbezug bleibt möglich. U.S. DOE beschreibt sogar mögliche tarifliche Mindestbezugsanforderungen; das gilt nicht pauschal für jedes Land oder jeden Anschluss. BTM erlaubt daher weder unbegrenzte Einspeisung noch unbegrenzten Bezug. Maßgeblich sind Anschlussbedingungen, Vertrag und Regelung. Fällt der lokale Verbrauch plötzlich, muss das System Erzeugung oder einen anderen Stromfluss passend anpassen, statt anzunehmen, dass der Überschuss verschwindet. [3]

Ein Microgrid ist ein lokal koordiniertes Stromsystem. U.S. DOE beschreibt seine Fähigkeit, sich vom Hauptnetz zu trennen und selbstständig zu arbeiten. Dieser Inselbetrieb muss geplant sein. Er benötigt geeignete Schutztechnik, den Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch und einen Weg zum Wiederanlauf. BTM bedeutet keine automatische Notstromversorgung. Ein netzgekoppelter Erzeuger ohne ausgelegte Ersatzversorgung kann bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen abschalten. Solarmodule versprechen daher keine laufenden Miner, wenn ringsum das Licht ausgeht. [4] [1]

U.S. DOE beschreibt sowohl Eigenverbrauch als auch den Verkauf von Überschüssen. Strom fürs Mining kann bedeuten, auf Einnahmen eines anderen Abnehmers zu verzichten. Rechnen Sie diesen entgangenen Erlös nicht zugleich als erhaltenen Verkauf an. Prüfen Sie, ob die Alternative tatsächlich verfügbar war und zu welchem Preis; der Verkaufswert muss nicht dem Endkundentarif entsprechen. Energy Arbitrage, Entscheidungen anhand unterschiedlicher Energiewerte zu verschiedenen Zeiten oder bei verschiedenen Nutzungen, hilft beim Verständnis. Anschaffung, Brennstoff, Wartung und Anschluss bleiben ebenfalls Kosten. [1]

U.S. DOE empfiehlt Intervalldaten, also Verbrauchsaufzeichnungen für einzelne Zeitabschnitte. Vergleichen Sie Erzeugung, Miner, Hilfsverbrauch und beide Netzflussrichtungen in denselben Intervallen. Sind die im Monat eingespeisten und bezogenen Energiemengen gleich, ist die Nettoenergiebilanz null. Sie kann dennoch billige Einspeisung am Tag und teuren Bezug zu anderen Zeiten verdecken. Die Monatssumme belegt weder die Rechnung noch die Gleichzeitigkeit von Erzeugung und Mining. BTM beschreibt die Anordnung; Energieherkunft, Emissionen und Wirtschaftlichkeit brauchen eigene Nachweise. [3]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Off-Grid Mining, Energy Arbitrage, Curtailment, Uptime. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Off-Grid Mining, Grid-Connected Mining, Power Purchase Agreement.

DOC · 001U.S. DOE — Distributed Energy Resources and Microgrids BasicsDokumentation DOC · 002EIA — Generation Capacity and Electricity GenerationDokumentation DOC · 003U.S. DOE — Evaluating Your Utility Rate OptionsDokumentation DOC · 004U.S. DOE — Microgrid SystemsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung