Off-Grid Mining bezeichnet Bitcoin-Mining in einem eigenständigen Stromsystem, das sich im Betrieb nicht auf die Versorgung aus dem öffentlichen Netz verlassen kann. Dabei kommen unterschiedliche Energiequellen infrage, nicht nur erneuerbare. Dauerhafter netzunabhängiger Betrieb unterscheidet sich vom vorübergehenden Inselbetrieb eines sonst angeschlossenen Systems.
Solarmodule auf dem Dach bedeuten noch keine Unabhängigkeit vom Netz. Ein Standort kann tagsüber Strom erzeugen und abends wie andere Kunden zukaufen. Auch eine Nulleinspeisung, bei der kein Überschuss ins Netz fließt, schließt Strombezug nicht aus. Der australische Regierungsleitfaden unterscheidet deshalb netzgekoppelte und eigenständige Systeme. Behind-the-Meter Mining beschreibt ebenfalls nur Mining auf der lokalen Seite eines bestimmten Zählers. Erst die tatsächliche Verschaltung und Betriebsweise zeigen, ob ein externer Versorger bei zu geringer Eigenerzeugung einspringen könnte. [1]
Tagsüber können die Module ausreichend Strom liefern. Wenn es dunkler wird, sinkt die Erzeugung, während laufende Geräte weiter Strom benötigen. Die Differenz muss eine Batterie oder eine andere Quelle decken, sonst muss der Verbrauch sinken. Ohne Netzunterstützung ergänzt niemand automatisch die fehlende Leistung. U.S. DOE, das US-Energieministerium, erläutert, weshalb Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassen müssen. Für unser Mining-Beispiel bedeutet das: Eine gute Jahresbilanz garantiert noch keinen Strom in jeder Nacht. Kühlung, Steuerung und weitere Hilfsgeräte gehören ebenfalls in die Bilanz. [2]
Kilowatt (kW) bezeichnet die Leistung, also wie schnell Energie geliefert oder verbraucht wird. Kilowattstunden (kWh) geben eine Energiemenge an; h steht für Stunden. Eine eigene vereinfachte Rechnung: Nach Berücksichtigung von Verlusten und Reserve stehen am Ausgang des Speichers 80 kWh zur Verfügung. Bei einer konstanten Gesamtlast von 20 kW reicht das idealerweise für 4 h, bei 40 kW nur für 2 h. U.S. DOE betont eine weitere Grenze: Der Speicher muss die benötigte Leistung überhaupt abgeben können. Genügend Energie hilft nicht, wenn der Ausgang die Last nicht versorgen kann. Die Angabe auf dem Typenschild entspricht nicht zwingend der nutzbaren Energie; bereits abgezogene Verluste dürfen nicht nochmals abgezogen werden. [2]
Unser Beispiel nutzt Solarmodule, doch off-grid sagt nichts über die Stromquelle aus. Der australische Regierungsleitfaden beschreibt auch Diesel- oder Benzingeneratoren als Reserve für eigenständige Solaranlagen bei längerem trübem Wetter. Läuft ein solcher Generator, versorgt auch Brennstoff das Mining. Herkunft der Energie und Emissionen brauchen daher eigene Betriebsdaten. Ein Foto von Modulen oder ein fehlender Netzanschluss belegt weder Emissionsfreiheit noch kostenlosen Strom. Brennstoff, Transport und Wartung kosten auch ohne Stromrechnung Geld. [1]
Nach einer Nacht ist der Speicher nicht automatisch wieder voll. Am nächsten Tag muss die Erzeugung laufende Miner versorgen und die verbrauchte Energie ersetzen; beim Laden und Entladen geht zudem Energie verloren. U.S. DOE weist auch auf Veränderungen im Tages- und Jahresverlauf hin. Beginnt ein Modell jeden Abend mit voller Batterie ohne vorheriges Nachladen, verspricht es Betrieb mit nie erzeugter Energie. Ein sinnvoller Plan verfolgt aufeinanderfolgende Zeitabschnitte: Zufluss, Verbrauch und tatsächlich verbleibende Energie. Daraus ergeben sich Entscheidungen über weniger Mining oder eine Reservequelle. [2]
Die Versorgung wiederherzustellen bedeutet nicht immer, nur am Miner einen Knopf zu drücken. Steuerung und manche Generatoren brauchen eigene Startenergie. U.S. DOE bezeichnet den Wiederaufbau ohne externe Versorgung als black start, also Schwarzstart, und beschreibt das schrittweise Zuschalten von Erzeugung und Verbrauch. Für unser eigenständiges System zählt deshalb auch, was nach vollständiger Entladung oder einer Störung noch verfügbar ist. Zu prüfen ist, wie die Steuerung Strom erhält, wie der Generator startet und wann Miner hinzukommen dürfen. Eine große installierte Kapazität garantiert diesen Neustart allein nicht. [3]
Ein eingeschaltetes Mining-Gerät bedeutet noch nicht, dass seine Arbeit angenommen wird. Beim üblichen Betrieb über einen Mining Pool, einen Dienst zur Koordination mehrerer Mining-Geräte, benötigt es aktuelle Aufgaben und muss Ergebnisse zurücksenden. Shares sind Teilnachweise geleisteter Rechenarbeit, mit denen der Pool den Beitrag eines Teilnehmers bewertet. Sie lassen sich nicht einfach ohne Verbindung sammeln und irgendwann später senden: Die Aufgabe kann inzwischen veraltet sein. Braiins Pool behandelt Verbindungseinstellungen und Serververfügbarkeit deshalb getrennt von der Stromversorgung. Ping ist ein kurzer Test der Erreichbarkeit im Netzwerk; eine Antwort beweist keine erfolgreiche Einreichung von Arbeit. Auch Leuchten und drehende Lüfter reichen nicht: Entscheidend ist, ob der Pool Arbeit annimmt und welche effektive Hashrate, also Rechenleistung, er erfasst. [4] [5]
An entlegenen Standorten kann ein Netzanschluss teuer oder unmöglich sein; dort lohnt sich die Überlegung einer eigenen Versorgung. Der australische Regierungsleitfaden weist zugleich auf höhere Anfangsinvestitionen eigenständiger Systeme hin. Beim Mining vergleichen wir deshalb Erzeugung, Batterien, Brennstoff, Wartung, Kommunikation und Stillstandszeiten. Uptime bezeichnet den Zeitanteil, in dem das betrachtete Gerät verfügbar oder in Betrieb ist; Stromverfügbarkeit und tatsächlich angenommene Mining-Arbeit bleiben dennoch unterschiedliche Größen. Entscheidend ist das Ergebnis des gesamten Betriebs. Off-grid allein verspricht weder günstigeren Bitcoin noch Gewinn. [1]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Behind-the-Meter Mining, Uptime, Curtailment, Mining Farm, Mining Pool. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Stranded Energy Mining, Behind-the-Meter Mining, Grid-Connected Mining.