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Mining Pool Centralization

Wenn das Mining von wenigen großen Koordinatoren abhängt

Eva öffnet ein Mining-Diagramm: Nur zwei Namen belegen einen großen Teil des Kreises. Besitzen also zwei Unternehmen die meisten Mining-Maschinen und können Bitcoin nach Belieben steuern? Dieser Schluss wäre voreilig. Das Diagramm zeigt meist, welchen Pools gefundene Blöcke zugeordnet wurden. Hinter jedem Pool können unabhängige Miner stehen. Entscheidend ist, wer die Arbeit bestimmt, wer die Erträge auszahlt und wie leicht Teilnehmer den Anbieter wechseln können. Um diese Fragen geht es bei Mining Pool Centralization.

Mining Pool Centralization bedeutet, dass gebündeltes Mining oder Entscheidungen darüber bei wenigen Pools konzentriert sind. Das hat verschiedene Formen: gemeinsame Transaktionsauswahl, gemeinsame Kasse und gemeinsames Eigentum an Maschinen sind unterschiedliche Abhängigkeiten. Ein Diagrammanteil ist der Beginn der Untersuchung, nicht ihr Ergebnis.

Ein Mining Pool bündelt die Arbeit von Minern und verteilt Erträge unter ihnen. So muss ein Miner nicht selbst einen ganzen Block finden, um regelmäßigere Einnahmen zu erhalten. Seine ASIC-Chips, spezialisierte Mining-Hardware, können weiterhin ihm gehören. Aus einem großen Poolanteil folgt kein entsprechender Maschinenbesitz. Eva unterscheidet deshalb den Eigentümer, die Person mit Zugriff auf die Einstellungen und den Betreiber, der Arbeit vorbereitet und Auszahlungen verwaltet. Manchmal überschneiden sich diese Rollen, manchmal übernehmen sie verschiedene Firmen. Konzentration muss für jede Rolle beschrieben werden. [1] [4]

Ein Block enthält keine Liste aller Maschinen, die an ihm gearbeitet haben. Das Projekt mempool erkennt Pools anhand von coinbase_tags und payout_addresses, bekannten Kennzeichnungen und Vergütungsadressen. Es sucht sie in der coinbase, der besonderen ersten Transaktion, die den Blockertrag erzeugt und nichts mit der gleichnamigen Börse zu tun hat. Der Name im Diagramm entsteht also aus bekannten Spuren. Er belegt keinen Hardwarebesitz. Fehlen die Spuren, bleibt der Block unbekannt. Ihn dem größten Pool zuzuschlagen hieße, unsere Vermutung in die Daten einzubauen. [2]

Unser eigenes Beispiel: Von 100 Blöcken ordnen wir 40 Pool A, 20 Pool B und 20 anderen bekannten Pools zu; 20 bleiben unbekannt. A+B stellen 60% aller Blöcke, aber 75% nur der identifizierten Blöcke. Kein Miner hat den Pool gewechselt; wir zählen nur andere Blöcke zur Gesamtmenge. Das beschreibt nicht den aktuellen Netzwerkzustand. Bei einem echten Diagramm prüft Eva Zeitraum, Stichprobengröße und Umgang mit unbekannten Blöcken. Funde sind zufällig; ein kurzer Zeitraum ist deshalb auch kein exaktes Verzeichnis der physischen Rechenleistung. [1] [2]

Eva betrachtet denselben Zeitraum erneut und sieht eine andere Verteilung. Das muss kein Blockchain-Fehler sein. Die einführende Dokumentation von mempool in der README-Datei warnt, dass eine unvollständige Umbenennung einen Pool in zwei Einträge aufteilen kann. Eine Änderung der Zuordnung in pools-v2.json kann zudem bislang unbekannte oder betroffene Blöcke neu zuordnen. Die Änderung kann daher eine Datenkorrektur sein, kein Wechsel von Minern. Ein fairer Vergleich hält neben den Blockdaten auch die Version der Zuordnungs- und Namenszusammenführungsregeln fest. [2]

Eine Blockvorlage schlägt vor, welche Transaktionen aufgenommen werden. Erstellt ein Betreiber sie für viele Maschinen, konzentriert sich bei ihm eine wichtige Entscheidung. Das Kommunikationsprotokoll Stratum V2 kann diese Wahl näher zum Miner bringen, doch das Mining Protocol allein kann weiterhin vom Pool bestimmte Arbeit verteilen. Eigene Auswahl setzt eingesetzte Job Declaration voraus: JDC ist die Softwarekomponente des Miners, JDS die Gegenseite für den Pool, und der Template Provider liefert Blockvorschläge. Das Etikett Stratum V2 beweist somit keine dezentrale Vorlagenerstellung. Eva fragt, was tatsächlich eingesetzt wird. [3] [4]

Job Declaration bietet verschiedene Modi. Bei Coinbase-only muss der Pool die Transaktionsmenge des Miners nicht kennen; bei Full-Template kann JDS deren Daten anfordern. Diese Vertraulichkeit betrifft die Vorbereitung: Sobald ein Block gefunden und veröffentlicht wird, sind seine Transaktionen öffentlich. Ein Token ist hier eine zugeteilte Kennung für einen Mining-Auftrag, keine handelbare Münze. Scheitert die Zusammenarbeit etwa an einer abgelehnten Deklaration oder einer unbeantworteten Tokenanfrage, soll JDC laut Spezifikation zu einem anderen Pool+JDS wechseln, notfalls zum Solo-Mining, also eigenständigen Schürfen. Dafür braucht es eine funktionierende Alternative. Das beweist nicht, dass alle Miner sofort wechseln können. Und eine andere Transaktionsauswahl verteilt die Geldverwaltung noch nicht auf unabhängige Betreiber. [4]

Konzentration birgt echte Risiken: Gemeinsames Vorgehen kann das Auslassen bestimmter Transaktionen oder die Neuordnung jüngerer Blöcke erleichtern. Die Summe von Diagrammanteilen beweist aber keine Absprache zwischen Pools. Das Dokument Bitcoin whitepaper erklärt in Abschnitt 11 zudem eine Grenze: Selbst der schnellere Aufbau einer alternativen Kette erlaubt weder Münzen außerhalb der Regeln noch das unbefugte Ausgeben fremden Geldes. Knoten, die Rechner zur Prüfung der Bitcoin-Regeln, lehnen ungültige Transaktionen ab. Koordination verdient Aufmerksamkeit, ist aber keine unbegrenzte Herrschaft über das Netz. [5]

Schließlich möchte Eva wissen, wo die Maschinen stehen. Weder Poolname noch coinbase-Kennzeichnung verraten das. Cambridge nutzte im Bericht von 2025 Daten von 49 Mining-Unternehmen, die zum Erhebungszeitpunkt 48% der Hashrate, der Rechenleistung des Netzes, repräsentierten. Zugleich wurde auf eine mögliche Überbewertung des US-Anteils durch die stärkere Teilnahme amerikanischer Firmen hingewiesen. Das ist eine nützliche Betriebsstichprobe, keine vollständige Karte des heutigen Netzes. Arbeitssteuerung, Auszahlungen, Eigentum und Standorte erfordern getrennte Belege. Ein Kreisdiagramm beantwortet nicht alle diese Fragen. [6]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Hashrate, Job Negotiation, Proof of Work, Bitcoin, Stratum V2. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem The 7th Property.

DOC · 001Bitcoin Developer Guide — Pool miningDokumentation DOC · 002mempool — Mining pool attributionPrimärquelle DOC · 003Stratum V2 — Mining ProtocolSpezifikation DOC · 004Stratum V2 — Job Declaration ProtocolSpezifikation DOC · 005Bitcoin whitepaper — CalculationsPrimärquelle DOC · 006Cambridge — Digital Mining Industry Report 2025 overviewPrimärquelle
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung