Das Buch von 2021 verbindet Geldgeschichte, Bankwesen und Bitcoin. Seine Leitfrage lautet, ob Geld funktionieren kann, ohne dass sich die Kontrolle über seine Entstehung und Verwahrung konzentriert.
The 7th Property: Bitcoin and the Monetary Revolution stammt von Eric Yakes. Black Poodle Publishing veröffentlichte das Buch 2021. Yakes kommt aus der Unternehmensfinanzierung und dem Private-Equity-Bereich. Sein Thema ist Bitcoin als mögliche Grundlage eines neuen Geldsystems; wir lesen das Buch daher als Plädoyer für eine bestimmte geldtheoretische These. [1] [3]
Der Inhalt führt von den Eigenschaften des Geldes über die Geschichte dezentralen und zentralisierten Geldes zum Bankwesen und zur Federal Reserve. Der zweite Teil behandelt Entstehung, Funktionsweise, Regeln und Ökosystem von Bitcoin. Den Abschluss bilden ein Vergleich der Geldeigenschaften und die Diskussion von Einwänden. Diese Reihenfolge verbindet die Frage, wie das Netzwerk funktioniert, mit der Frage, welches Problem es nach Ansicht des Autors lösen soll. [1]
Yakes arbeitet mit Knappheit, Beständigkeit, Akzeptanz, Übertragbarkeit, Teilbarkeit und Fungibilität. Das sind unterschiedliche Kriterien zur Beurteilung von Geld, nicht sechs Bezeichnungen für dasselbe. Eine für die Wertaufbewahrung nützliche Eigenschaft erklärt für sich genommen nicht unbedingt die Bequemlichkeit von Zahlungen oder die Bereitschaft anderer, das Geld anzunehmen. [1]
Der Autor schlägt vor, immutability, also Unveränderlichkeit, hinzuzufügen. Er verbindet sie mit dezentraler Geldschöpfung und Verwahrung. In einem begleitenden Artikel fragt er, ob bei den Verwaltern des Geldes Interessenkonflikte gegenüber der Gesellschaft entstehen. Die Bezeichnung siebte Eigenschaft drückt damit sein Argument gegen die Abhängigkeit von mächtigen Vermittlern aus; sie bezeichnet keine siebte Funktion der Bitcoin-Software. [1] [2]
Im Abschnitt über diese Eigenschaft trennt das Buch Mining von der Verwahrung der Mittel. Beim Mining untersucht es die Konzentration von Pools, Betreibern, Standorten und Hardwareherstellung. Bei der Verwahrung betrachtet es die Entscheidung des Nutzers, die Mittel selbst zu halten oder einen Vermittler einzusetzen. Diese Unterscheidung ist wichtig: Eine breite Verteilung des Minings beantwortet noch nicht, wem der Nutzer die Kontrolle über sein Geld anvertraut. [1]
Yakes schreibt zugleich, dass langfristige Dezentralisierung noch keine wirtschaftliche Realität sei. Damit liefert das Buch auch eine Grundlage für die Frage, ob sich sein eigenes Ideal in der Praxis erfüllt. Angaben zu Konzentration und Verbreitung gehören in die Zeit der Veröffentlichung; wir übernehmen sie nicht als aktuelle Statistik. Eine Beurteilung des heutigen Ökosystems würde neue Daten erfordern. [1]
Im begleitenden Artikel betont Yakes die Verantwortung für die eigenen Schlüssel und empfiehlt, auch Quellen außerhalb der Bitcoin-Gemeinschaft zu lesen. Daraus ergeben sich für Leser zwei getrennte Fragen: Überzeugt sie die Geldtheorie des Autors, und verstehen sie die Folgen einer eigenständigen Verwaltung ihrer Mittel? Eine Zustimmung zur ersten Frage beantwortet nicht automatisch die zweite. [2]
Epoch stellt das Buch als PDF bereit. Für diesen Überblick wurden bibliografische Angaben, Inhaltsverzeichnis, Einleitung und ausgewählte Passagen zu Geldeigenschaften und Dezentralisierung geprüft; hinzu kommen zugängliche Auszüge aus dem Artikel des Autors. Es handelt sich um eine Orientierung über das konkrete Argument und den Aufbau des Buches, nicht um die Behauptung, sämtliche Kapitel seien gelesen und überprüft worden. [4] [1] [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Bitcoin, Selbstverwahrung, Mining Pool Centralization, Layered Money, Bitcoin Is Venice. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Softwar.
01Ist die siebte Eigenschaft eine neue Protokollfunktion?+
Nein. Sie ist die Art des Autors, Geld zu beurteilen. Gemeint ist Unveränderlichkeit, die er mit dezentraler Schöpfung und Verwahrung der Mittel verbindet.
02Bedeutet dezentrales Mining automatisch dezentrale Verwahrung?+
Nein. Das Buch trennt diese Bereiche. Auch in einem Netzwerk mit breit verteiltem Mining kann ein Nutzer seine Mittel einem Vermittler anvertrauen; seine Kontrolle über das Geld bleibt eine eigenständige Frage.