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Fundamental analysis

Fundamentalanalyse: Eigenschaften, Nachfrage und Bewertungsannahmen

Fundamental analysis, also Fundamentalanalyse, fragt, warum Menschen Bitcoin nutzen und halten möchten. Sie untersucht Eigenschaften, Angebot, Nachfrage und Risiken. Das hilft, eine begründete Vorstellung vom Wert zu entwickeln; keine einzelne Kennzahl verrät jedoch den richtigen Preis.

Jana interessiert nicht nur, wohin sich der Chart heute bewegt hat. Sie fragt, was das Interesse an Bitcoin über Jahre tragen oder schwächen könnte. Hier beginnt die Fundamentalanalyse. Ihre Antwort verbindet überprüfbare Eigenschaften mit Schätzungen zur zukünftigen Nutzung. Dabei muss erkennbar bleiben, wo eine bekannte Tatsache endet und eine Annahme beginnt: Auch eine überzeugende Technikgeschichte garantiert keinen künftigen Preis.

Jana kann BTC, Aktien eines Bitcoin-Mining-Unternehmens oder Anteile an einem Anlageprodukt kaufen. Alles hat mit Bitcoin zu tun, gewährt aber unterschiedliche Rechte und birgt andere Risiken. BTC zu halten begründet keinen Anspruch auf eine Dividende, also einen Anteil am Unternehmensgewinn. Zinsen für verliehene Bitcoin stammen aus einem anderen Vertrag mit Gegenparteirisiko. Fidelity betrachtet Bitcoin deshalb als monetären Vermögenswert ohne eigenen Cashflow, also ohne eigenen Einkommensstrom. Das ist der Ansatz des Autors, keine verbindliche Preisliste. [1]

Die Bitcoin-Regeln bestimmen die Ausgabe neuer BTC und die schrittweise Verringerung der Blocksubvention, der neuen Coins pro Block. Sie legen nicht fest, wie viele bestehende Coins ihre Eigentümer verkaufen wollen. Jana trennt deshalb Gesamtbestand, Neuausgabe und aktuelle Verkaufsbereitschaft. Vorhersehbarer Zuwachs macht das Interesse der Käufer nicht vorhersehbar. Auch etwas Seltenes kann billiger werden, wenn weniger Menschen es wollen oder mehr Besitzer verkaufen. Begrenztes Angebot ist eine wichtige Eigenschaft, kein Wertsteigerungsversprechen. [2] [3]

Das Whitepaper beschreibt elektronische Zahlungen und die Verhinderung doppelten Ausgebens, also der Verwendung desselben Werts in unvereinbaren Zahlungen. Eine Formel für den fairen Preis enthält es nicht. Jana kann untersuchen, wem die Abwicklung ohne gemeinsamen Verwahrer hilft, wie zugänglich das Netzwerk ist und wo weiterhin Vertrauen nötig bleibt. Danach muss sie belegen, ob solche Eigenschaften tatsächlich Nutzung und Nachfrage erzeugen. Technische Möglichkeit und tatsächliches Interesse sind verschieden; eine Erzählung über Nützlichkeit verbindet sie nicht von allein. [4] [5]

Jana entdeckt einen steigenden Adressbestand und möchte ihn als Zustrom neuer Nutzer lesen. Doch eine Person kann viele Adressen nutzen, während eine Börse die Gelder vieler Menschen gemeinsam verwaltet. Glassnode versucht, zusammengehörige Adressen zu Entitäten zu bündeln, geschätzten Gruppen unter gemeinsamer Kontrolle. Dafür dienen Heuristiken, also Schätzregeln, keine überprüften Identitäten. Auch diese bereinigte Kennzahl ist keine Personenzählung. Eine Übertragung zwischen eigenen Adressen muss zudem weder einen neuen Kauf noch neue wirtschaftliche Nachfrage bedeuten. [6]

Die Einträge der Blockchain und eine aus ihrer Interpretation berechnete Kennzahl sind nicht dasselbe. Erkennt ein Analyst später eine weitere Börsenadresse oder verändert die Gruppierung, kann auch die Historie neu berechnet werden. Für die Bewertung einer alten Entscheidung muss Jana wissen, was damals tatsächlich veröffentlicht war. Die heute korrigierte Reihe kann spätere Erkenntnisse enthalten. Glassnode beschreibt dafür point-in-time-Daten: Sie erfassen den damals verfügbaren Informationsstand. Einer früheren Entscheidung darf kein erst später erworbenes Wissen zugerechnet werden. [7]

Miner erhalten Blocksubvention und Transaktionsgebühren als Anreiz für die Arbeit an der Netzwerksicherung. Diese Einnahmen fließen nicht automatisch allen BTC-Haltern zu. Jana kann Rechenleistung, Kosten und Anreize untersuchen, um die Widerstandsfähigkeit besser zu verstehen. Daraus lässt sich aber nicht ohne Weiteres eine garantierte Preisuntergrenze ableiten. Strom und Geräte bezahlt zu haben verpflichtet Käufer nicht, denselben Betrag für Bitcoin auszugeben. Netzwerksicherheit und Marktbewertung hängen zusammen, sind aber unterschiedliche Fragen. [4] [2] [3]

Ein Modell kann steigende Nutzung annehmen und daraus künftige Nachfrage ableiten. Das Ergebnis hängt dennoch von der Schätzung ab, nicht bloß von Mathematik. Jana vergleicht deshalb Szenarien und prüft, wie andere Annahmen den Schluss verändern. Fidelity selbst hält das angebotsbezogene stock-to-flow, das Verhältnis von Bestand zu Neuausgabe, allein für nicht ausreichend zur Erwartung künftiger Preise. Auch ein gemeinsamer Verlauf von Kennzahl und Preis beweist keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Eine präzise wirkende Tabelle beseitigt die Unsicherheit nicht. [1] [5]

Eine gute Analyse nennt Quellen, Datum, Szenarien und Umstände, die ihre Schlussfolgerung widerlegen würden. Jana fragt nach schwächerer Nachfrage, technischen Schwierigkeiten oder veränderten Rahmenbedingungen. Das schwächt ihre Überlegung nicht, sondern macht sie prüfbar. Auch ein nützliches Netzwerk kann im Preis fallen; eine langfristige Einschätzung verrät nicht unbedingt den Handelszeitpunkt. Fundamentalanalyse ordnet Gründe und Risiken. Sie ist weder Kauf-Timer noch Garantie künftiger Erträge. [3] [5]

Beispiel · FA

Warum höhere Marktkapitalisierung keinen gleich großen Geldzufluss bedeutet

Ein erfundener Markt hat 100 Einheiten eines Vermögenswerts. Bei 10 USD beträgt die Marktkapitalisierung, also Menge mal Preis, 100 × 10 = 1000 USD. Bei 12 USD sind es 100 × 12 = 1200 USD. Der Anstieg um 200 USD bedeutet nicht, dass genau so viel neues Geld investiert wurde. Ebenso wenig verspricht er, alle Einheiten zum letzten Preis verkaufen zu können. Er bewertet den Bestand zu einem gegebenen Preis und zählt keine Geldzuflüsse; dies ist weder der tatsächliche BTC-Bestand noch dessen Bewertung.

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Technical analysis, On-chain Analysis, Network Effect, Halving, Mining, Marktkapitalisierung. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Technical analysis.

01Muss ein begrenztes Angebot nicht steigende Preise bedeuten?

Nein. Begrenzte Neuausgabe beschreibt das Angebot, nicht künftiges Interesse. Ebenso zählen Nachfrage und die Menge, die heutige Halter zu welchem Preis verkaufen möchten. Knappheit allein garantiert keinen Anstieg.

02Beweist mehr Blockchain-Aktivität neue Bitcoin-Nutzung?

Für sich genommen nicht. On-chain bezeichnet direkt in der Blockchain erfasste Aktivität. Dazu können interne Transfers eines Verwahrers, mehrere Adressen derselben Person oder eine geänderte Berechnung gehören. Eine Kennzahl kann eine Erklärung stützen; Adressen und geschätzte Entitäten sind aber keine verifizierten Nutzer.

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Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung