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Sovereign Wealth Fund

Staatlicher Vermögensfonds

Ein Staat kann einen Teil seiner heutigen Einnahmen für die Zukunft anlegen. Wie funktioniert sein Fonds, und warum sind Aktien einer Bitcoin-Firma etwas anderes als eigene Bitcoin?

Ein Sovereign Wealth Fund (SWF) ist ein staatlicher Investmentfonds. Er verwaltet gesondert bereitgestelltes Vermögen für einen bestimmten Zweck: etwa für kommende Generationen, zum Ausgleich von Einnahmeausfällen oder zur Förderung der Entwicklung. Nach den Santiago Principles gehören auch ausländische Finanzanlagen zu seiner Anlagestrategie. Der Begriff umfasst also nicht automatisch alles staatliche Eigentum.

Stellen wir uns ein Land vor, das Einnahmen aus Ölexporten erzielt. Es gibt nicht alles sofort aus, sondern legt einen Teil zurück und investiert ihn. Daraus können Einnahmen entstehen, wenn das Öl eines Tages aufgebraucht ist. Das International Forum of Sovereign Wealth Funds (IFSWF) grenzt solche Fonds von traditionellen Währungsreserven einer Zentralbank und Pensionsfonds mit Ansprüchen einzelner Versicherter ab. Ein Pensionsreservefonds ohne ausdrückliche Pensionsverbindlichkeiten kann dagegen dazugehören. Entscheidend ist seine Ausgestaltung, nicht das Wort „Pension“ im Namen. [1] [2]

Der Zweck bestimmt, wann das Geld verfügbar sein muss. IFSWF unterscheidet Spar-, Stabilisierungs- und Entwicklungsziele; ein SWF kann mehrere davon verbinden. Ein Fonds für künftige Generationen kann über Jahrzehnte planen. Ein Stabilisierungsfonds muss hingegen mit Entnahmen rechnen, wenn Staatseinnahmen wegbrechen. Er braucht Liquidität, also die Möglichkeit, rechtzeitig Geld aus seinen Anlagen zu erhalten. Auch ein Staat mit langem Anlagehorizont kann Verluste nicht beliebig aussitzen. [1]

In unserem eigenen Beispiel rechnen wir in Milliarden US-Dollar (USD). Der Fonds beginnt mit 10, erhält vom Staat 1 und zahlt 0,4 aus. Vor Marktbewegungen und Kosten besitzt er 10,6. Er ist gewachsen, selbst wenn die Anlagen nichts eingebracht haben. Die Einzahlung ist deshalb keine Anlagerendite des Verwalters. Im Jahresbericht müssen wir Ein- und Auszahlungen von Wertveränderungen der Anlagen trennen. Sonst erscheint neues Kapital fälschlich als erfolgreiche Vermögensverwaltung. [2]

Die Santiago Principles bestehen aus 24 freiwilligen Grundsätzen für Führung, Transparenz und Risikomanagement, die dem örtlichen Recht unterliegen. Sie helfen bei konkreten Fragen: Wer leitet den Fonds, wem ist die Leitung verantwortlich und was veröffentlicht sie? IFSWF verlangt von Mitgliedern eine Darstellung ihrer Umsetzung. Diese Selbstbewertung liefert nützliche Informationen, ist aber nicht automatisch eine unabhängige Prüfung. Die Mitgliedschaft allein garantiert weder fehlerfreie Verwaltung noch Freiheit von Interessenkonflikten. [3] [5]

Die Vorgaben für die Anlage nennt man Mandat. Norges Bank Investment Management (NBIM) beschreibt für Norwegen ein Mandat des Finanzministeriums, das zulässige Märkte, Anlagearten und Risikogrenzen festlegt. Die Ergebnisse werden an einer Benchmark gemessen, einem festgelegten Vergleichsindex. Das ist ein konkreter norwegischer Rahmen, keine allgemeine Regel für jeden SWF. Ob ein Staatsfonds direkt BTC kaufen darf, ergibt sich deshalb aus seinen eigenen Vorgaben und nicht aus seiner Bezeichnung. [4]

Ein weiteres eigenes Beispiel: Ein Fonds hält 1 % einer Firma mit 1000 BTC. Rechnerisch entsprechen das 10 BTC indirekter Bruttoexposition, also einer anteiligen Verbindung zu den Bitcoin der Firma, bevor andere Faktoren berücksichtigt werden. Der Fonds besitzt jedoch Aktien; die 10 BTC gehören ihm nicht und werden nicht von ihm verwahrt. Schulden, weiteres Vermögen und das Geschäft der Firma beeinflussen den Aktienkurs ebenfalls. Neue Aktien können den prozentualen Anteil bestehender Aktionäre verwässern. Die Rechnung ist daher weder ein Wallet-Auszug noch eine genaue Prognose der Aktienrendite. [2] [4]

Nehmen wir an, BTC macht 1 % des gesamten Portfolios, also aller Anlagen, aus. Fällt dieser Teil um 50 %, verliert das Gesamtportfolio 0,5 %. Das gilt aber nur bei unverändertem Rest und ohne Kosten oder Hebel, also eine etwa durch Schulden vergrößerte Anlageposition. In einem tatsächlichen Abschwung können sich auch andere Anlagen gleichzeitig verändern. Die Rechnung zeigt einen abgegrenzten Effekt, keine Prognose und kein vollständiges Risikobild. [2]

Bei einer Aussage über BTC sollten wir zuerst den betreffenden Fonds und das Datum feststellen. Dann prüfen wir das Instrument: Bitcoin selbst, Firmenaktien oder eine andere Anlage? Wichtig sind außerdem das Mandat sowie Eigentümer und Verwahrer. Eine IFSWF-Selbstbewertung kann die Verwaltung erläutern, belegt aber nicht unabhängig jede aktuelle Position. Beim Zusammenrechnen dürfen wir denselben Bestand nicht über Fonds und Firma doppelt zählen. So lässt sich ein tatsächlicher Bitcoin-Kauf von einer neuen Schlagzeile über vorhandene Aktien unterscheiden. [5] [2]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Sovereign Bitcoin Treasury, Pension Fund Adoption, Institutional Allocation. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Pension Fund Adoption.

DOC · 001IFSWF — What is a Sovereign Wealth Fund?Dokumentation DOC · 002IFSWF — Santiago Principles 2008Dokumentation DOC · 003IFSWF — Santiago Principles implementationDokumentation DOC · 004NBIM — Investment strategyDokumentation DOC · 005IFSWF — Self-assessment FAQsDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung