Institutional Allocation bezeichnet die Aufteilung des Anlagevermögens einer Institution auf verschiedene Anlagearten. Zusammen bilden diese Anlagen ein Portfolio. Die Verteilung soll zum Zweck des Geldes und zu künftigen Ausgaben passen; der Bitcoin-Anteil ist nur ein Teil dieser Entscheidung.
Stellen wir uns eine Stiftung vor, die aus gespendetem Vermögen Stipendien finanziert. Das Geld soll wachsen, zugleich müssen Studierende pünktlich ihre Zahlungen erhalten. CFA Institute empfiehlt, solche Anforderungen in einem Investment Policy Statement, kurz IPS, festzuhalten: schriftlichen Anlagerichtlinien. Darin stehen Ziele, Grenzen und Zuständigkeiten für Entscheidungen, Käufe und Kontrolle. Was für die Stiftung passt, muss weder für einen Pensionsfonds noch für eine Firma gelten, die aus Rücklagen laufende Rechnungen bezahlt. [1]
Unser erfundenes IPS könnte für BTC einen Anteil von 0–3 % des Vermögens zulassen, mit einem Ziel von 2 %. Das Zielgewicht ist der geplante Anteil am Portfoliowert. Die Obergrenze ist eine Grenze, kein Auftrag, sie auszuschöpfen. Auch die Genehmigung dieser Regel belegt noch keinen Kauf. Den tatsächlichen Bestand zeigt erst eine Konto- oder Vermögensaufstellung zu einem bestimmten Datum; Abweichungen vom Plan benötigen eine entsprechende Befugnis. [1] [3]
Hält die Stiftung die betrachtete Anlage im Wert von 2 Millionen USD bei einem gesamten Anlagevermögen von 100 Millionen USD, beträgt ihr Anteil 2 %. Beide Werte müssen dieselbe Institution, denselben Stichtag und dieselbe Währung betreffen. Bei einem Derivat, einem Vertrag etwa auf Basis des Bitcoin-Preises, ist zusätzlich Vorsicht nötig: Sein Nominalbetrag dient als Bezugsgröße für vertragliche Zahlungen. Er ist nicht automatisch der Marktwert oder das eingesetzte Geld. Diese Größen dürfen nicht beliebig vertauscht werden. [2]
Unser eigenes Modell besteht aus 60 % Aktien, also Unternehmensanteilen, 38 % Anleihen, also Schuldpapieren, und 2 % BTC. Verliert die Bitcoin-Position 50 % ihres Werts und bleibt der Rest unverändert, verliert das Portfolio 1 %. Die Rechnung berücksichtigt weder Kosten noch Hebelwirkung, also eine durch Kredite oder Verträge verstärkte Anlageposition. Sie ist keine Empfehlung für diese Aufteilung und gilt nur unter den genannten Annahmen. [4]
Verschärfen wir dasselbe Szenario: Aktien verlieren 20 %, BTC verliert 50 %, Anleihen bleiben unverändert. Aus ursprünglich 100 Einheiten werden 48 + 38 + 1 = 87; der Verlust beträgt 13 %. Das ist keine Marktprognose. Es zeigt aber, warum die Bitcoin-Position nicht isoliert betrachtet werden sollte. Die Stiftung muss auch damit rechnen, dass mehrere Anlagen gleichzeitig fallen und trotzdem Stipendien fällig werden. [2] [4]
Direkte BTC, ein börsengehandeltes Produkt und ein Derivat unterscheiden sich bei Eigentum, Verwahrung und Verkauf. Die Stiftung muss wissen, wer die Schlüssel hält, welche Handelskosten entstehen und wie sie Geld für Auszahlungen erhält. Liquidität bedeutet, eine Anlage rechtzeitig zu vertretbaren Bedingungen in Geld umwandeln zu können. CFA Institute betont außerdem rechtliche Grenzen und betriebliche Fähigkeiten: Komplexe Instrumente brauchen Menschen und Abläufe, die ihre Kontrolle ermöglichen. [1] [3]
Mit den Preisen verändert sich auch der BTC-Anteil im Portfolio. Rebalancierung bedeutet, Bestände an die angestrebte Verteilung anzupassen. Das IPS sollte festlegen, wann Anteile geprüft werden, wer handeln darf und wie Kosten sowie Grenzverletzungen behandelt werden. Ein Kursrückgang allein ermächtigt nicht zu automatischen Nachkäufen. Haben sich die Bedürfnisse der Stiftung geändert, sollte womöglich zuerst der Plan überprüft werden, statt mechanisch alte Anteile wiederherzustellen. [1]
Bei der nächsten Meldung über eine institutionelle BTC-Anlage sollten wir zwischen genehmigter Absicht und belegter Umsetzung unterscheiden. Die Rendite nach Kosten lässt sich mit einer Benchmark vergleichen, einem vorab gewählten Vergleichsmaßstab. Ebenso zählen Risiko, Regeleinhaltung und die Fähigkeit, geplante Ausgaben zu finanzieren. Auch ein großer Gewinn beweist keinen sauberen Entscheidungsprozess. Derselbe Bitcoin-Anteil kann für Institutionen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sehr Unterschiedliches bedeuten. [1] [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Pension Fund Adoption, Portfolio Rebalancing, Fiduciary Duty, Institutional custody. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Sovereign Wealth Fund, Pension Fund Adoption, Portfolio Rebalancing, Fiduciary Duty.