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Pay Per Last N Shares

PPLNS: Belohnungen nach jüngster Arbeit verteilen

PPLNS verteilt die Erträge tatsächlich gefundener Blöcke. Ein Beispiel zeigt, weshalb jüngste Arbeit zählt, was nach dem Abschalten passiert und warum tägliche Einnahmen schwanken.

Pay Per Last N Shares (PPLNS) ist ein Verfahren zur Verteilung von Mining-Pool-Erträgen. Ein Mining Pool koordiniert Miner bei der Suche nach Blöcken: Gruppen von Transaktionen, die Bitcoins öffentlicher Historie hinzugefügt werden. Findet der Pool einen Block, verteilt er die dafür vorgesehene Belohnung nach der jüngst anerkannten Arbeit der Beteiligten. Für eine einzelne Share, einen Arbeitsnachweis, ist daher anders als bei Pay Per Share (PPS) kein fester Betrag im Voraus zugesagt.

Jan verbindet sein Mining-Gerät mit einem Mining Pool, der die Arbeit mehrerer Miner koordiniert. Bei PPLNS verspricht der Pool keinen festen Preis für jedes anerkannte Ergebnis. Stattdessen verteilt er bei einem Blockfund die Belohnung anhand der jüngsten Arbeit. Man kann sich diesen Nachweis als fortlaufende Liste vorstellen: Neue Ergebnisse kommen hinzu, die ältesten fallen nach und nach heraus. Ein Blockfund löscht die Liste nicht. Dieselbe Arbeit kann deshalb an mehreren Blockbelohnungen beteiligt sein oder die Liste verlassen, bevor überhaupt ein vergüteter Block gefunden wird. [1]

Die Ergebnisse, mit denen ein Gerät seine Arbeit laufend nachweist, heißen Shares. Der Hash ist hier eine aus Daten zum vorgeschlagenen Block berechnete Zahl. Sie darf einen festgelegten Zielwert nicht überschreiten. Der Miner verändert deshalb immer wieder die Daten und berechnet ein neues Ergebnis. Sie erfüllen die leichtere Bedingung des Pools, reichen meist aber nicht für einen neuen Bitcoin-Block. N bezeichnet die Größe des betrachteten Arbeitsfensters. Im einfachsten Modell sind das die letzten N Shares gleicher Schwierigkeit des gesamten Pools, nicht die letzten N Personen. Bei unterschiedlicher Share-Schwierigkeit muss die Arbeit entsprechend gewichtet werden. Das Fenster entspricht auch keiner festen Stundenzahl: Seine Dauer hängt davon ab, wie schnell weitere Arbeit hinzukommt. [1]

Stellen wir uns ein vollständig gefülltes Fenster mit 1000 gleich gewichteten Shares vor. Davon gehören 100 Jan. Der Pool hat gerade einen Block gefunden und nach seinem Abzug 3 BTC zu verteilen. Jans Anteil ist in diesem Beispiel 100 / 1000 × 3 = 0.3 BTC. Jan hat ein Zehntel der berücksichtigten Arbeit beigetragen und erhält deshalb ein Zehntel der ausgeschütteten Belohnung. Die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung: 3 BTC beschreibt hier nicht die Blocksubvention, also die für einen Block neu erzeugten Bitcoin, und 0.3 BTC ist kein zugesagter Tagesertrag. Beim nächsten Fund können andere Ergebnisse im Fenster liegen und ein anderer Betrag zur Verteilung stehen. [1]

Jan trennt sein Gerät für Wartungsarbeiten vom Pool. Bei korrekt umgesetztem PPLNS löscht das die bereits anerkannte Arbeit nicht. Sie bleibt im Fenster und kann an späteren Blockbelohnungen beteiligt sein, bis neuere Arbeit sie verdrängt. Sie würde genauso altern, wenn Jan weiterarbeitete; er würde lediglich neue Ergebnisse hinzufügen. Nach dem erneuten Anschluss wächst sein Anteil am Fenster schrittweise wieder. Unterbrochener Betrieb kann stärkere Schwankungen verursachen, ist aber keine automatische Strafe für das Verlassen des Pools. [1]

PPLNS verteilt die Erträge tatsächlicher Blockfunde. Ein erfolgreicher Tag des Pools sieht daher anders aus als ein Tag ohne Fund. Auch die Einbeziehung der von Bitcoin-Nutzern gezahlten Transaktionsgebühren spielt eine Rolle. F2Pool beschreibt diese Schwankungen ausdrücklich. Full Pay Per Share (FPPS) bewertet anerkannte Arbeit dagegen anhand einer Schätzung aus Blocksubvention und Transaktionsgebühren; Pay Per Share Plus (PPS+) kann PPLNS nur für den Gebührenanteil verwenden. Der Prozentsatz der Servicegebühr allein sagt Jan deshalb nicht, welches Ergebnis besser ausfallen wird. Er muss auch wissen, auf welche Summe sich der Prozentsatz bezieht. [2] [3]

Ein berechneter Anteil, ein Kontoguthaben und eine Zahlung in der eigenen Wallet sind getrennte Schritte. Jan prüft, ob der Block anerkannt wurde, wie sein Anteil berechnet wurde und wann er das Guthaben nach Mindestbetrag und Zeitplan auszahlen lassen kann. Auch ein Wechsel des Vergütungsmodells wirkt nicht unbedingt sofort. F2Pool veröffentlicht beispielsweise einen eigenen Zeitpunkt, ab dem Änderungen gelten. Ein fairer Vergleich muss die Arbeit vor dem Wechsel und mögliche spätere Erträge aus ihrem auslaufenden Fenster einschließen. PPLNS beseitigt weder das Ausfallrisiko des Pools noch Stromrechnungen und Gerätekosten. [3] [4]

Bei einem längeren Fenster kann bereits geleistete Arbeit länger an Belohnungen beteiligt sein. Dadurch verteilt sich ihre mögliche Vergütung auf mehr künftige Blockfunde. Das glättet einen Teil der Schwankungen eines sehr kurzen Fensters. Es sorgt aber nicht dafür, dass ein kleiner Pool regelmäßig Blöcke findet. Dafür dauert es länger, bis das gesamte Ergebnis früherer Arbeit feststeht. Zeigt das Dashboard dafür eine erwartete Belohnung an, bleibt diese eine Schätzung künftiger Funde und kein fest zugesagter, sofort auszahlbarer Betrag. [1]

PPLNS soll unter anderem Pool-Hopping begrenzen: den Wechsel zwischen Pools allein wegen einer günstigeren Phase der Ertragsverteilung. Ein Fenster über Blockfunde hinweg nimmt dem einfachen Einstieg zu Beginn einer neuen Runde seinen Vorteil. Die mathematische Fairness hängt dennoch von der Variante ab. Meni Rosenfeld unterscheidet ein einfaches festes N von ausgefeilterem unit-PPLNS; naive Regeln können bei Änderungen der Netzwerkschwierigkeit oder des Blockwerts ausgenutzt werden. Unit-PPLNS speichert zu jedem Share Angaben, die sich aus der Netzwerkschwierigkeit und der Blockbelohnung zum Zeitpunkt seiner Einreichung ergeben. Spätere Auszahlungen können damit die Bedingungen berücksichtigen, unter denen die Arbeit geleistet wurde. Bei Parameteränderungen sollte ein Betreiber den Erwartungswert bereits anerkannter Arbeit erhalten. Der Name eines Dienstes beweist nicht, dass seine Berechnung das tatsächlich leistet. [1]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Mining Share, Full Pay Per Share, Pay Per Share, Pool Fee, Payout Threshold. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Mining Pool, Solo Mining, Pay Per Share, Pool Fee.

DOC · 001Rosenfeld — PPLNS windows and scoring mythsPrimärquelle DOC · 002F2Pool — Payout schemesDokumentation DOC · 003F2Pool — PPLNS reward fluctuationsDokumentation DOC · 004F2Pool — Changing payout schemesDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung