Pay Per Share (PPS) ist ein Vergütungsmodell für Mining-Pools. Ein Mining Pool koordiniert Miner bei der Suche nach Blöcken: Gruppen von Transaktionen, die Bitcoins öffentlicher Historie hinzugefügt werden. Der Pool schreibt dem Miner Beträge für anerkannte Arbeitsnachweise, sogenannte Shares, gut, ohne auf einen eigenen Blockfund zu warten. Der Miner hängt damit weniger vom momentanen Glück des Pools ab, weiterhin aber von dessen Zahlungsfähigkeit.
Jan betreibt einen ASIC, ein Gerät für Mining-Berechnungen, und bekommt regelmäßig seine Stromrechnung. Beim Solo Mining könnte er lange auf einen einzigen Block warten und in dieser Zeit nichts verdienen. Deshalb schließt er sich einem Mining Pool an, der die Arbeit von Minern bündelt und PPS anbietet. Der Pool vergütet seine anerkannte Arbeit auch dann, wenn er selbst gerade Pech bei der Blocksuche hat. Jans Einnahmen werden dadurch planbarer. Sein Gerät rechnet deshalb aber nicht schneller, und nicht jedes eingereichte Ergebnis erzeugt neue Bitcoin. [1]
Beim Mining wird immer wieder nach einem geeigneten Rechenergebnis, einem Hash, gesucht. Der Hash ist hier eine aus Daten zum vorgeschlagenen Block berechnete Zahl. Sie darf einen festgelegten Zielwert nicht überschreiten. Der Miner verändert deshalb immer wieder die Daten und berechnet ein neues Ergebnis. Ein Pool akzeptiert auch Ergebnisse, die seine leichtere Bedingung erfüllen, obwohl sie für einen neuen Bitcoin-Block nicht ausreichen. Ein solches Ergebnis heißt Share: Es belegt fortlaufend, dass das Gerät arbeitet. Es ist weder eine Aktie noch ein Stück eines fertigen Blocks. Shares können unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben; ihre bloße Anzahl ist deshalb kein fairer Vergleich. Der Pool berücksichtigt die Arbeit, für die sie bei der vorgegebenen Schwierigkeit stehen. Ein eingereichtes Ergebnis kann zudem abgelehnt werden, etwa als Duplikat oder weil es zu spät ankommt. Die genauen Regeln sind entscheidend. [2]
PPS lässt keine zusätzlichen Blöcke entstehen. Bleibt der Erfolg länger aus, muss der Pool die vereinbarten Vergütungen aus Reserven finanzieren. Dafür erhebt er eine Gebühr. Der Miner gibt die Schwankungen durch Blockfunde ab, trägt aber weiterhin das Risiko, dass der Betreiber nicht zahlt. Ein Versprechen auf einer Website verhindert weder Geldmangel noch einen Zahlungsstopp. Das Bitcoin-Protokoll setzt die Forderung von Jan gegen den Pool nicht durch. Eine besonders niedrige Gebühr allein belegt daher kein besseres Angebot. [1]
Die Blockvergütung besteht aus neu ausgegebenen Bitcoin, der Blocksubvention, und den Gebühren der enthaltenen Transaktionen. Einfaches PPS vergütet üblicherweise nur die Subvention. Full Pay Per Share (FPPS) berücksichtigt zusätzlich einen geschätzten Anteil der Transaktionsgebühren. Pay Per Share Plus (PPS+) kombiniert meist PPS für die Subvention mit einer Verteilung der tatsächlich vereinnahmten Gebühren nach PPLNS. Diese Methode berücksichtigt jüngst anerkannte Arbeit, wenn ein Block gefunden wird. Der Gebührenanteil von PPS+ kann daher weiterhin vom Glück des Pools abhängen. Das Kürzel liefert nur einen ersten Hinweis; maßgeblich ist die konkrete Berechnung. [3]
Jan sieht sein Guthaben wachsen, doch in seiner eigenen Wallet ist noch nichts angekommen. Der Pool zahlt womöglich erst ab einem Mindestbetrag oder nach einem Zeitplan aus; hinzu kann eine Auszahlungsgebühr kommen. Bei einer On-chain-Zahlung über das Bitcoin-Basisnetz prüft Jan, ob die Transaktion den richtigen Betrag an seine Adresse sendet. Er prüft auch die Bestätigungen: die Aufnahme der Transaktion in einen Block und die danach angehängten Blöcke. Das Lightning Network ermöglicht Zahlungen, ohne jede einzeln auf der Blockchain zu erfassen. Dort kontrolliert Jan den erfolgreichen Empfang in seiner Wallet. Die Anzeige „ausgezahlt“ im Pool-Konto genügt nicht. Auch eine Seed Phrase, die aus Wörtern bestehende Sicherung der eigenen Wallet, stellt keinen Pool-Zugang wieder her und erzwingt keine Auszahlung des dortigen Guthabens. [5]
Beim Vergleich zweier Dienste schaut Jan nicht nur auf den Gebührensatz. Er muss wissen, welche anerkannte Arbeit vergütet wird, ob Transaktionsgebühren enthalten sind und welche Abzüge bei der Auszahlung entstehen. Anschließend vergleicht er denselben Zeitraum und die tatsächlich eingegangenen Beträge. Gerade bei kleinen Betrieben kann ein Mindestbetrag den Zahlungseingang verzögern, obwohl das Guthaben steigt. Von Gewinn lässt sich erst nach Abzug von Strom, weiteren Ausgaben und Gerätekosten sprechen. Die schönste Kurve im Dashboard muss nicht das beste Ergebnis für den Miner bedeuten. [4] [5]
PPS bedeutet keinen festen BTC-Betrag pro Tag. Steigt die Netzwerkschwierigkeit, hat dieselbe Arbeit eine geringere Chance auf einen Block und wird niedriger vergütet. Ein Halving senkt die Blocksubvention; bei FPPS verändern sich auch die geschätzten Transaktionsgebühren. Pools können unterschiedliche Zeiträume und Filter verwenden. Luxor veröffentlicht beispielsweise eine eigene Methodik, kein allgemeingültiges Verfahren für alle FPPS-Dienste. Geräteausfälle oder abgelehnte Shares verringern außerdem die anerkannte Arbeit. Selbst unveränderte BTC-Einnahmen können in der Landeswährung einen anderen Wert haben. [4]
Ein einfaches Modell für grundlegendes PPS lautet B × d / D. B steht für die Blocksubvention, d für die Share-Schwierigkeit und D für die Netzwerkschwierigkeit; beide Schwierigkeiten müssen hier derselben Konvention folgen. Das Verhältnis d / D beschreibt näherungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Share auch die strengere Netzwerkbedingung erfüllt. Mit rein beispielhaften B = 3.125 BTC und d / D = 0.000001 ergeben sich 312.5 sat vor der Pool-Gebühr. Das ist weder ein aktuelles Angebot noch ein fester Netzwerktarif. Die Abkürzung sat steht für Satoshi, die kleinste Bitcoin-Einheit im Basisnetz. Ein Dienst kann Bruchteile eines Satoshi intern verbuchen; für Rundung und Auszahlung gelten eigene Regeln. [1] [5]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Mining Share, Full Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Pool Fee, Payout Threshold. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Mining Pool, Solo Mining, Pay Per Last N Shares, Pool Fee.