Pay Per Share (PPS) ist ein Vergütungsverfahren eines Mining-Pools, das jeden anerkannten Share nach dem Erwartungswert seiner Arbeit bewertet. Einfaches PPS berücksichtigt gewöhnlich die Blocksubvention; Variante und Betreiber bestimmen Transaktionsgebühren und Auszahlungsregeln.
Der Pool nimmt nachgewiesene Arbeit an und schreibt ihren vereinbarten Wert gut, auch wenn er gerade keinen Block gefunden hat. PPS verteilt Einnahmen und Risiken zwischen Miner und Betreiber neu; weder ASIC-Leistung noch Erfolgschance desselben Hashs steigen. Eine gutgeschriebene Forderung ist kein durch jeden Share neu erzeugter Bitcoin. [Rosenfeld — Pay-per-share and pool reserves]
Ein Share erfüllt das leichtere Pool-Ziel; nur manche erfüllen auch das Netzwerkziel. Bei variabler Schwierigkeit muss die Arbeit nach der Share-Schwierigkeit gewichtet werden. Zwei Shares mit verschiedenen Zielen können daher verschieden viel wert sein. Anerkannte Shares sind von eingereichten, abgelehnten, doppelten oder verspäteten zu unterscheiden; maßgeblich sind die veröffentlichten Pool-Regeln. [Rosenfeld — Pay-per-share and pool reserves] [Braiins — Share difficulty]
Bei gleicher Schwierigkeitskonvention beträgt der erwartete Grundwert eines Shares im einfachen Modell ungefähr B × d / D: B ist die Blocksubvention, d die Share-Schwierigkeit und D die Netzwerkschwierigkeit. Danach zieht der Pool seine Gebühr ab. Beispielhaft ergeben B=3,125 BTC und d/D=0,000001 vor Gebühren 312,5 sat; das ist weder ein aktuelles Angebot noch eine netzwerkweite Konstante. [Rosenfeld — Pay-per-share and pool reserves]
Während einer langen Phase ohne Fund kann der Betreiber mehr schulden, als er gerade geschürft hat. Er braucht Kapital und Reservenmanagement; eine niedrigere Gebühr allein beweist keine bessere Leistung. Rosenfelds Modell verbindet Gebühren, Reserven und Insolvenzrisiko. Ein PPS-Versprechen ist keine protokollseitige Zahlungsgarantie beim Ausfall des Betreibers. [Rosenfeld — Pay-per-share and pool reserves]
Einfaches PPS bewertet die Subvention. Full Pay Per Share (FPPS) ergänzt einen modellierten Anteil der Transaktionsgebühren; Pay Per Share Plus (PPS+) verbindet meist PPS für die Subvention mit einer PPLNS-Verteilung tatsächlich erzielter Gebühren. Der Gebührenanteil von PPS+ kann deshalb weiter vom Pool-Glück abhängen. Das Pluszeichen allein beschreibt nicht die Methode eines konkreten Dienstes. [F2Pool — PPS, PPLNS, FPPS and PPS+]
Höhere Netzwerkschwierigkeit senkt die Vergütung derselben Arbeit; ein Halving ändert die Subvention. Bei FPPS ändern sich außerdem Gebührenschätzungen mit Zeitraum und Filter. Luxor beschreibt beispielsweise seine eigene gefilterte Berechnung, keine allgemeine FPPS-Regel. Eine konstante Methode bedeutet weder konstante tägliche BTC noch einen festen Wechselkurs oder garantierten Gewinn nach Stromkosten. [Luxor — Revenue and payments]
Ein Pool-Guthaben unterliegt Auszahlungsregeln: Mindestbetrag, Zeitplan, Auszahlungsgebühr und korrekte Ziel-Wallet. On-chain- und Lightning-Zahlungen haben unterschiedliche Empfangsnachweise. Die Wiederherstellung der eigenen Wallet aus dem Seed stellt den Pool-Kontozugang nicht wieder her. Vergleiche den Status ausgezahlt mit dem tatsächlichen Empfang, nicht nur mit der Ertragsanzeige. [Braiins — Rewards and payout rules]
Vergleiche im selben Zeitraum anerkannte gewichtete Arbeit, Berechnungsgrundlage, Transaktionsgebühren, Abzüge, abgelehnte Shares und tatsächlich erhaltene Beträge. Trenne Arbeitserträge von Kosten und Wechselkursänderungen. PPS begrenzt eine Schwankungsquelle; Pool-Verfügbarkeit, Zahlungsfähigkeit, Auszahlungsbedingungen und Betriebskosten bleiben eigenständige Fragen. [Rosenfeld — Pay-per-share and pool reserves] [Luxor — Revenue and payments] [Braiins — Rewards and payout rules]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Mining Share, Full Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Pool Fee, Auszahlungsschwelle. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Mining Pool, Solo Mining, Pay Per Last N Shares, Pool Fee.