Full Pay Per Share (FPPS) ist ein Vergütungsverfahren für Bitcoin-Mining-Pools. Akzeptierte Arbeit wird anhand ihres erwarteten Anteils an neu ausgegebenen Bitcoin und modellierten Transaktionsgebühren bewertet. Der Anspruch richtet sich nach den Regeln des Betreibers; dadurch entstehen keine zusätzlichen Bitcoin.
Das Gerät schickt dem Pool Shares: Teilergebnisse von Berechnungen, die geleistete Arbeit nachweisen. Meist erfüllen sie nicht die strengere Anforderung für einen vollständigen Block, lassen sich aber vom Pool prüfen. Luxor vergütet bei FPPS gültige akzeptierte Ergebnisse, ohne auf einen eigenen Blockfund zu warten. Braiins erläutert außerdem ihre Gewichtung: Ein Ergebnis mit Schwierigkeit d zählt als d grundlegende Arbeitseinheiten. Gesendete Nachrichten zu zählen reicht daher nicht. Ergebnisse können unterschiedlich gewichtet sein; abgelehnte Arbeit darf nicht einfach als akzeptierte Arbeit mitgezählt werden. [2] [3]
Ein neuer Block kann neu ausgegebene Bitcoin, die sogenannte Blocksubvention, und die Gebühren seiner Transaktionen einbringen. FPPS bewertet Evas erwarteten Anteil an beiden Komponenten. Für einen Abschnitt mit unveränderten Parametern lässt sich die Berechnung von Braiins als R=(S/D)×(C+AF) ausdrücken. S steht für akzeptierte, nach Schwierigkeit gewichtete Arbeit, D für die Netzwerkschwierigkeit, C für die Subvention und AF für methodisch bestimmte durchschnittliche Gebühren. R ist die Bruttovergütung vor der Poolgebühr. S darf keine bloße Anzahl von Nachrichten unterschiedlicher Schwierigkeit sein, sonst würden ungleiche Arbeitsmengen gleichgesetzt. S/D gibt an, wie viele Blöcke diese Arbeitsmenge bei der jeweiligen Schwierigkeit im Durchschnitt finden würde. Das ist weder die Zahl tatsächlich gefundener Blöcke noch eine Zusage für einen Blockfund. [1] [3]
Evas Tagesabrechnung verteilt nicht einfach die Blöcke, die ihr Pool an diesem Tag gefunden hat. Braiins grenzt den Abrechnungstag nach der gemeinsamen weltweiten Zeitbasis UTC ab und normiert die Netzwerkergebnisse auf erwartete 144 Blöcke. Das ist ein Rechenmaßstab, keine vorgeschriebene Tagesleistung des Netzwerks oder Pools. Weniger Blöcke an einem Tag können ganz gewöhnlicher Zufall sein. Ein Kalendertag ist deshalb nicht automatisch mit den letzten 144 Blöcken gleichzusetzen: Ein solches Fenster kann zu anderen Zeiten beginnen und enden. [1]
Luxor beschreibt einen anderen Ansatz: Zur aktuellen Höhe h, der Position des Blocks in der Kette, betrachtet es die letzten 144 Blöcke. Gebührenwerte an den Rändern der Verteilung, bezeichnet mit ≤p5 und ≥p95, werden ausgeschlossen; der Rest wird gemittelt. So begrenzt man den Einfluss extremer Werte. Außerdem gelten Subvention und Schwierigkeit dieser Höhe. p5 und p95 sind Grenzen in den aufsteigend sortierten Werten: Ungefähr 5 % liegen unter der ersten und 95 % unter der zweiten Grenze. In die Rechnung geht damit der mittlere Bereich statt der Extremwerte ein. Dieses Filtern ist weder eine Bitcoin-Regel noch für alle FPPS-Pools vorgeschrieben. Luxor kann die Methode ändern. Eva muss daher konkrete Regeln vergleichen, nicht nur gleiche Abkürzungen in Preislisten. [2]
Angenommen, Eva arbeitet vor und nach einer Änderung der Netzwerkschwierigkeit. Dieselbe Arbeit hat nun einen anderen Erwartungswert, weshalb Braiins die betreffenden Tagesabschnitte getrennt berechnet. Ähnlich behandelt es ein Halving, die regelmäßige Halbierung der neu ausgegebenen Blockbelohnung. Das Halving verändert die Subvention, nicht automatisch das Verfahren zur Berechnung der durchschnittlichen Gebührenkomponente. FPPS verringert somit die Abhängigkeit vom Poolglück, legt aber keine tägliche Menge Bitcoin (BTC) fest. Ändern sich Bitcoin-Kurs oder Stromkosten, verändert sich auch Evas wirtschaftliches Ergebnis. [1] [2]
Die Abkürzungen beschreiben, wofür bezahlt wird. PPS steht für Pay Per Share, die Vergütung akzeptierter Shares. PPLNS bedeutet Pay Per Last N Shares: Wird ein Block gefunden, richtet sich die Verteilung nach der Arbeit im letzten betrachteten Abschnitt von Shares. Dessen Umfang legt der Pool fest. Sowohl FPPS als auch PPS+ können einen Anteil an Transaktionsgebühren versprechen, ohne ihn gleich zu berechnen. F2Pool unterscheidet FPPS mit modellierten Gebühren von PPS+. Bei PPS+ wird die Subvention über PPS vergütet, also nach akzeptierter Arbeit. Tatsächlich vom Pool verdiente Gebühren werden dagegen über PPLNS nach der Arbeit im betreffenden zurückliegenden Fenster verteilt. Diese Gebührenkomponente bleibt von den Blockfunden des Pools abhängig. Die Aussage „Gebühren sind enthalten“ verrät Eva allein deshalb noch nicht, welcher Teil ihrer Vergütung auf echte Blöcke warten muss. [4]
Wenn ein Pool lange keinen Block findet, aber weiter Vergütungen gutschreibt, braucht er Geld für seine Verpflichtungen. Meni Rosenfeld untersucht dieses Problem bei PPS: Der Betreiber übernimmt die Schwankungen der Blockfunde und benötigt Reserven. Dasselbe Prinzip erklärt das Risiko bei FPPS. Sein historisches Modell ist keine Prüfung eines heutigen Pools und sagt nichts über die verfügbaren Mittel eines bestimmten Unternehmens aus. Eva erhält einen Anspruch gegenüber einem Dienst, keine Protokollgarantie für eine Auszahlung bei dessen Ausfall. [5]
Sowohl Braiins als auch Luxor unterscheiden zwischen Gutschrift und Überweisung. Die Auszahlung hängt zusätzlich vom Termin, dem erforderlichen Mindestguthaben und einer möglichen Überweisungsgebühr ab. Eine FPPS-Zahl in der Übersicht beweist nicht, dass das Geld Evas Wallet erreicht hat. Sie vergleicht deshalb dieselbe akzeptierte Arbeit und denselben Zeitraum, die verwendete Berechnung sowie den tatsächlich erhaltenen Nettobetrag. Erst danach lässt sich feststellen, was nach den Betriebskosten ihres Geräts übrig bleibt. [1] [2]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Pool Fee, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Braiins Pool, Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Hashrate Forward.