Die Pool Fee ist der Preis für die Dienstleistung eines Mining-Pools im Bitcoin-Netzwerk. Meist wird sie als Anteil der berechneten Vergütung abgezogen oder steckt in einem niedrigeren Vergütungssatz für eingereichte Arbeit. Sie ist weder die Auszahlungsgebühr noch die Summe aller Mining-Kosten.
Peter sieht eine Vergütung auf dem Bildschirm, weiß aber noch nicht, ob sie brutto oder bereits nach Abzug der Gebühr angegeben ist. Braiins verwendet FPPS (Full Pay Per Share): Zunächst wird die Vergütung berechnet, dann die Poolgebühr abgezogen. FPPS bezahlt akzeptierte Arbeit einschließlich eines Anteils aus Transaktionsgebühren. Zur Grundlage gehören neu ausgegebene Bitcoin und Transaktionsgebühren. Ist der Abzug im angezeigten Betrag schon berücksichtigt, würde Peter ihn bei erneutem Abziehen doppelt zählen. Ein Prozentsatz braucht deshalb immer eine eindeutig benannte Berechnungsgrundlage. Der Pool misst akzeptierte Arbeit anhand von Shares: Teilergebnissen der Berechnungen, die den Beitrag des Miners belegen. Die meisten erfüllen noch nicht die strengere Anforderung für einen gültigen Block. [1]
In unserem eigenen Rechenbeispiel beträgt Peters Bruttovergütung 100000 sats, die Gebühr 2%. Sats ist die Kurzform für Satoshis, die kleinsten Einheiten, die in Bitcoin-Transaktionen erfasst werden: 1 BTC besteht aus 100000000 sats. Der Pool behält 2000 sats ein; nach diesem Abzug bleiben 98000 sats. Das ist keine aktuelle Preisliste eines Pools, sondern zeigt nur die Wirkung einer prozentualen Gebühr. Der Rest ist noch kein Gewinn: Peter muss daraus Strom, Geräte und weitere Kosten decken, gegebenenfalls auch die Auszahlung selbst. [1]
Eine Gebühr wird von jemandem bezahlt und von jemand anderem eingenommen. Die Transaktionsgebühren, die Nutzer ihren in Blöcken enthaltenen Zahlungen beifügen, gehören zu den Mining-Einnahmen. Luxor berücksichtigt sie bei FPPS neben neu ausgegebenen Bitcoin und beschreibt die Poolgebühr als Abschlag auf den Referenzsatz für geleistete Arbeit. Peter sollte daher nicht jeden Posten mit dem Wort Gebühr automatisch abziehen. Ein Anteil an Gebühren aus gefundenen Blöcken ist etwas anderes als die Kosten seiner eigenen Auszahlung. [2]
Payout threshold bezeichnet das Mindestguthaben für eine Auszahlung, keinen Betrag, der automatisch von der Vergütung abgezogen wird. Unterhalb dieser Schwelle kann das Guthaben beim Pool liegen bleiben. Payout fee ist dagegen eine gesonderte Auszahlungsgebühr, die vom Betrag oder verwendeten Netzwerk abhängen kann. Peter sollte deshalb auch die Auszahlungsbedingungen lesen. Eine kostenlose Pooldienstleistung bedeutet für sich genommen noch keine kostenlose Überweisung in seine Wallet. [1]
Firmware ist die Software, die das Gerät unmittelbar steuert. Die Dokumentation zu Braiins OS beschreibt eine eigene dev fee: eine Gebühr für Entwicklung und Nutzung nach den Lizenzbedingungen. Das ist eine andere Dienstleistung als der Pool. Berechnungsgrundlage und Erhebungsweise können sich unterscheiden. Zwei veröffentlichte Prozentsätze lassen sich deshalb ohne Kenntnis der jeweiligen Verfahren nicht einfach zu einem Gesamtabzug addieren. Peter muss prüfen, wofür er bezahlt und ob Bedingungen eine Erstattung oder andere Anpassung vorsehen. [3]
Auf einer Abrechnung können neben Vergütungen auch Erstattungen stehen. Die tägliche Datenschnittstelle von Braiins, über die Programme Informationen auslesen, unterscheidet mining_reward als reguläre Vergütung, bos_plus_reward als erstattete Poolgebühr bei Nutzung von Braiins OS und total_reward als Summe der Tagesvergütungen. Ist die Erstattung darin bereits enthalten, darf sie nicht noch einmal hinzugerechnet werden. Für Peter zählen der tatsächliche Anspruch und die Abrechnung desselben Zeitraums, nicht allein ein Vorteil auf einem Werbebanner. [4]
Bei PPS (Pay Per Share), der Bezahlung für ein akzeptiertes Teilergebnis der Arbeit, muss der Miner nicht warten, bis der Pool einen Block findet. Meni Rosenfeld erklärt, dass der Betreiber damit das Risiko übernimmt, weniger Blöcke als erwartet zu finden. Dafür braucht er entsprechende finanzielle Reserven. Auch während einer Pechsträhne bleiben seine Verpflichtungen gegenüber Minern bestehen. Eine niedrige Gebühr beweist daher weder einen besseren Dienst noch ausreichende Mittel für Auszahlungen. Eine gleichmäßigere Berechnung beseitigt das Ausfallrisiko des Betreibers nicht. [5]
Am Ende vergleicht Peter tatsächlich gutgeschriebene Vergütungen für vergleichbare Mengen akzeptierter Arbeit, nicht nur die momentane Schätzung einer App. Er muss dasselbe Zeitfenster verwenden, Erstattungen und Auszahlungskosten auseinanderhalten und die Berechnungsmethode kennen. Luxor weist ausdrücklich auf mögliche Änderungen der Berechnung hin; eine alte Anleitung erklärt daher nicht unbedingt eine neue Abrechnung. Erst so zeigt sich, was der beworbene Prozentsatz praktisch bedeutet. Der niedrigste Satz allein entscheidet nicht über den Nettoertrag. [2] [4]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Mining Pool, Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Hashprice, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem Braiins Pool, Pay Per Share, Pay Per Last N Shares, Full Pay Per Share.