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Nick Szabo

Bit-Gold-Autor und früher Autor zu Smart Contracts

Nick Szabo untersuchte, wie Computer bestimmte Zusagen und Zahlungen ausführen könnten und wie sich digitale Objekte mit nachweisbaren Herstellungskosten schaffen lassen. Seine Smart Contracts und Bit Gold helfen, die Ideen hinter der Entwicklung digitalen Geldes zu verstehen.

Nick Szabo verfasste frühe Texte zu Smart Contracts, technisch ausgeführten Vertragsbedingungen, und schlug Bit Gold vor. Dabei verband er Vertrauen, Eigentum und Rechenarbeit. Seine Entwürfe gehören zur Geschichte digitalen Geldes; sie sind keine andere Bezeichnung für Bitcoin.

Bei einem Kauf soll der Verkäufer sein Geld und der Kunde die versprochene Ware erhalten. Beide Seiten zu kontrollieren kostet Zeit und benötigt mitunter einen Vermittler. In Smart Contracts von 1994 untersuchte Nick Szabo, welche Vertragsbedingungen ein Computerprotokoll ausführen kann: ein festgelegtes Verfahren zum Austausch von Nachrichten und Ausführen von Handlungen. Ziel waren weniger Betrugsmöglichkeiten und geringere Kosten der Vertragserfüllung. Die Idee ist nicht auf Blockchains beschränkt. Technik soll konkrete Vereinbarungen umsetzen helfen. Das Wort „smart“ bedeutet nicht, dass ein Programm alle menschlichen Absichten versteht. [1]

In seiner Arbeit von 1997 verbindet Szabo Vertragsprotokolle mit Benutzeroberflächen. Sein einfaches Beispiel ist der Verkaufsautomat: Man sieht den Preis, wirft Münzen ein und erhält die Ware. Die Oberfläche vermittelt den Tausch, der Mechanismus führt ihn aus. Bei komplexeren Anwendungen kann die Anzeige jedoch etwas anderes nahelegen, als der Code tatsächlich tut. Korrekte Ausführung reicht nicht. Bedingungen müssen verständlich sein, zeitliche Abläufe berücksichtigt und die Grenzen der algorithmischen Beschreibung erkannt werden. Automatisierung sollte Entscheidungen erleichtern, statt deren Folgen zu verbergen. [2]

Eine digitale Datei lässt sich leicht kopieren. Szabo fragte, ob digitale Knappheit auf nachweisbar aufwendiger Herstellung beruhen könnte. Bei Bit Gold löst ein Rechner eine Aufgabe und erzeugt einen Arbeitsnachweis, Proof of Work. Zeitstempeldienste liefern Zeitangaben zum Ergebnis. Ein verteiltes Eigentumsregister verteilt die Aufzeichnungen auf mehrere Betreiber. Das vorherige Ergebnis liefert die nächste Aufgabe. Zusammen sollen diese Bestandteile Erzeugung, Übertragung und Prüfung digitaler Stücke ermöglichen. Verkettete Berechnungen allein ergeben aber noch nicht den vollständigen Bitcoin-Konsens, also die Regeln, nach denen das Netzwerk seine Historie festlegt. [3]

Angenommen, Anna sendet Tom eine Datei mit dem Rechenergebnis und behält eine Kopie. Wem gehört dieses Stück Bit Gold? Beide haben die Bits; Dateibesitz allein belegt deshalb kein ausschließliches Eigentum. Der Entwurf stützt sich auf eine Kette digital signierter Eigentumsübertragungen im Register. Tom müsste diese Historie, die Rechenarbeit und den Zeitstempel prüfen. Der Arbeitsnachweis sagt etwas über die Entstehung aus, das Register über die Zuordnung. Keine dieser Aufgaben entfällt nur deshalb, weil die Daten teuer herzustellen waren. [3]

Ein gleich langes Ergebnis kostet verschiedene Hersteller nicht zwingend gleich viel Arbeit. Jemand besitzt vielleicht einen effizienteren Rechner, und neue Geräte können früher teure Berechnungen verbilligen. Bit Gold berücksichtigt deshalb Herstellungszeitraum und Rechnerunterschiede. Die Stücke sind nicht automatisch fungibel, also als gleichwertige Einheiten austauschbar, nur weil ihre Daten gleich lang sind. Der Entwurf sieht Händler vor, die unterschiedlich bewertete Stücke zu Paketen von ungefähr gleichem Wert bündeln. Das fügt weitere Bewertungsregeln hinzu. Hoher Herstellungsaufwand allein erfüllt nicht alle Erwartungen an nutzbares Geld. [3]

Szabos Text nennt Hal Finneys RPOW als verwandtes, tatsächlich umgesetztes Experiment. Der Name steht für Reusable Proofs of Work, wiederverwendbare Arbeitsnachweise. Ein geschützter Server und Fernattestierung spielen eine wichtige Rolle: Damit lässt sich prüfen, welches Programm auf einem entfernten Gerät läuft. So entsteht die richtige Frage: Was kann ich selbst verifizieren, und wo verlasse ich mich auf Annahmen über Hardware oder Betreiber? Bit Gold, RPOW und BTC sind kein gemeinsames System. Sie teilen Themen, unterscheiden sich aber bei Aufzeichnungen, Übertragungen und der Verteilung von Vertrauen. [3]

Schon 1994 beschrieb Szabo ein auf Kredit gekauftes Auto, dessen Schlüsselzugang von den Rückzahlungen abhängen könnte. Das klingt einfach, bis man sich das Auto auf der Autobahn vorstellt. Es dann stillzulegen wäre gefährlich. Der Entwurf berücksichtigt deshalb Ausnahmen für sicheren Betrieb und die Aufhebung der Beschränkung nach Tilgung. Das Beispiel zeigt seinen Ansatz: Eine Bedingung durchzusetzen genügt nicht; auch Zeitpunkt, Folgen und Ende der Einschränkung zählen. Eine technische Möglichkeit ist noch kein fertiges, sicheres Produkt. [1]

Das Whitepaper, das Bitcoins Aufbau erläutert, erschien unter dem Namen Satoshi Nakamoto. Szabos Themen sind damit gedanklich verbunden, doch Ähnlichkeiten beweisen keine Urheberschaft. Wer digitales Geld versteht oder über Vertrauen schreibt, muss deshalb nicht dieses Pseudonym benutzt haben. Ergiebiger ist der Vergleich konkreter Vorschläge: Wie entstehen Einheiten, wer erfasst Übertragungen und was muss der Empfänger prüfen? So lässt sich Szabos Beitrag beurteilen, ohne historische Erkenntnis auf eine unbewiesene Vermutung zu stützen. [4]

Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit Wei Dai, David Chaum, Bit Gold. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem b-money, Bit Gold, Reusable Proofs of Work, Wei Dai.

DOC · 001Nick Szabo — Smart Contracts (1994)Dokumentation DOC · 002Nick Szabo — Formalizing and Securing Relationships (1997)Dokumentation DOC · 003Nick Szabo — Bit Gold, original blog textDokumentation DOC · 004Satoshi Nakamoto — Bitcoin whitepaperDokumentation
Überarbeitet: Quellenbasiert · Keine Anlageberatung