Um 1990 in Amsterdam gegründet, lieferte es Wallet- und Banksoftware für digital signierte Bargeldtoken. Banken gaben den Nennwert aus und lösten ihn ein; Privatsphäre bestand weiter neben einem vertrauenswürdigen Emittenten.
DigiCash war die Firma, eCash ihre Zahlungstechnik. Chaum gründete sie, um Forschung zu blinden Signaturen und nicht verfolgbaren Zahlungen praktisch umzusetzen. [David Chaum — eCash archive] [European Commission — The story of DigiCash and eCash]
Das Wallet erzeugte eine Seriennummer, blendete sie und sandte sie zur Bank. Diese belastete das Konto und signierte den verborgenen Wert, ohne die zertifizierte Nummer zu sehen. [David Chaum — Blind Signatures for Untraceable Payments]
Nach dem Entblenden besaß der Nutzer eine gültig signierte Münze. Der Händler reichte sie ein; die Bank prüfte sie, ohne sie der früheren Abhebung zuzuordnen. [David Chaum — eCash archive] [David Chaum — Blind Signatures for Untraceable Payments]
Digitale Dateien sind kopierbar. Online-eCash prüfte Seriennummern gegen die Ausgabendatenbank der Bank; Offline-Varianten konnten einen Doppelspender nachträglich entlarven. [David Chaum — eCash archive] [David Chaum — Blind Signatures for Untraceable Payments]
Die Token waren Verbindlichkeiten teilnehmender Banken in normaler Währung. Ausgabe und Einlösung blieben zentral; weder dezentrales Geldgut noch algorithmisches Angebot entstand. [David Chaum — eCash archive] [European Commission — The story of DigiCash and eCash]
DigiCash testete CyberBucks und verzeichnete 1994 eine frühe Zahlung. Damit funktionierte Blind-Signatur-Bargeld in Endnutzer-Software vor dem Massen-E-Commerce. [David Chaum — eCash archive] [WIRED — E-Money (That’s What I Want)]
Mark Twain Bank startete 1995 US-eCash; europäische Banken wie Deutsche Bank folgten. Die Nutzung blieb dennoch klein und über Banken, Händler und Wallets zersplittert. [David Chaum — eCash archive] [Mark Twain Bank and DigiCash report]
Blinde Signaturen trennten Abhebung und Zahlung, verbargen aber nicht alles. Händlerdaten, Netzmetadaten, kompromittierte Software, Bankregeln und Schlüsselverlust blieben Risiken. [David Chaum — eCash archive] [David Chaum — Blind Signatures for Untraceable Payments] [WIRED — E-Money (That’s What I Want)]
DigiCash ging 1998 insolvent. Zeitberichte nennen geringe Verbreitung, schwierige Integration, unreifen Onlinehandel und Geschäftsentscheidungen, nicht gebrochene Kryptografie. [European Commission — The story of DigiCash and eCash] [WIRED — DigiCash Outta Cash]
DigiCash bewies privates Kryptogeld. Bitcoin entfernte Emittent und Einlöseversprechen mit öffentlichem Proof-of-Work-Ledger, bietet Chaums Zahlerprivatsphäre aber nicht standardmäßig. [David Chaum — eCash archive] [David Chaum — Blind Signatures for Untraceable Payments] [European Commission — The story of DigiCash and eCash]
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit David Chaum, Chaumsches eCash, Blinde Signatur, Bitcoin-Privatsphäre, Double Spend, Bitcoin. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem David Chaum.