Trading Psychology befasst sich mit psychologischen Einflüssen auf Entscheidungen beim Handel. In diesem Eintrag verwenden wir sie als Rahmen für eine belegbare Prüfung des Entscheidungsprozesses, nicht als klinische Diagnose oder allgemeingültige Erklärung der Ergebnisse.
CFA Institute unterscheidet Fehler der Informationsverarbeitung und emotionale Verzerrungen, wobei sich ihre Bestandteile überschneiden können. Für unsere Bewertung dient dies als Orientierung für Fragen, nicht als Diagnose eines Menschen. Wir prüfen, welche Informationen verfügbar waren, welche Regel galt und was sich tatsächlich geändert hat. Angst allein beweist keine schlechte Entscheidung, und ein ruhiges Auftreten beweist keine richtige Einschätzung. Ein psychologisches Etikett darf die Datenprüfung nicht ersetzen. [1]
Der Kurs der CME Group erinnert daran, dass Verluste zum Handel gehören und ein einzelner Trade nicht mit einem Gewinn enden muss. Unsere Schlussfolgerung trennt die Einhaltung eines vorher bekannten Verfahrens vom späteren Ergebnis. Ein verlustreicher Trade kann alle Regeln eingehalten haben; ein gewinnbringender kann sie verletzt haben. Das bedeutet nicht, dass die ursprünglichen Regeln gut waren. Ihr wirtschaftlicher Sinn, ihre Kosten und ihr Risiko sind gesondert zu bewerten, statt sie aus einem einzelnen Gewinn oder Verlust abzuleiten. [2]
CME Group beschreibt den Trading Plan als Arbeitsdokument mit Zielen, Methode, Risikomanagement, Strategien und Journal. In unserer Umsetzung hat jede Fassung einen Geltungsbeginn, und der ursprüngliche Wortlaut bleibt erhalten. Sie legt vorab Einstiegsbedingungen, Positionsumfang, Risikogrenzen und Gründe fest, nicht zu handeln. Eine spätere Änderung kann sinnvoll sein, darf einen Verstoß gegen die alte Regel aber nicht rückwirkend in deren Einhaltung verwandeln. Der Plan ist kein Vertrag mit dem Markt über eine Rendite. [3]
CME Group empfiehlt, beim Einstieg den Grund des Trades, Preis, Zeitpunkt und weitere Umstände aufzuzeichnen und später darauf zurückzukommen. Unsere Erweiterung trennt den zeitlich markierten Vorabvermerk, tatsächliche Aufträge und Ausführungen sowie die nachträgliche Bewertung. Eigene Gefühle können als subjektive Aussage erfasst werden, nicht als unmittelbar gemessene Ursache einer Kursbewegung. Ein nachgetragener Kommentar braucht einen eigenen Zeitpunkt; er darf nicht wie eine vor dem Trade bekannte Information erscheinen. [4]
Barber und Odean fanden in ihrer Studie über US-Haushalte bei einem einzelnen Discountbroker schwache Nettoergebnisse besonders bei der aktivsten Gruppe und betonten die Transaktionskosten. Übermäßiges Selbstvertrauen nennen sie als verhaltensbezogene Erklärung; es handelt sich nicht um eine klinische Beurteilung jedes Teilnehmers. Diese historische Aktienuntersuchung bestimmt nicht das heutige Ergebnis des Bitcoin-Handels. Unser Audit vergleicht die Häufigkeit deshalb mit der konkreten Methode, dem Nettoergebnis und den Kosten, statt eine bestimmte Anzahl von Trades generell zu verbieten. [5]
Investor.gov fasst Forschung zum Anlegerverhalten zusammen, darunter die Neigung, verlustreiche Anlagen zu halten, gewinnbringende vorzeitig zu verkaufen oder Gebühren zu übersehen. Für den Einzelfall braucht unsere Prüfung jedoch den gesamten Kontext: Mandat, neue Informationen, Liquidität, Steuern und den ursprünglichen Haltegrund. Langes Festhalten an einem Verlust beweist allein kein bestimmtes Motiv. Das beschriebene Muster hilft festzulegen, was zu prüfen ist; es berechtigt weder zu einer Diagnose noch zur Behauptung, alle Verluste seien psychisch verursacht. [6]
CME Group betont die laufende Auswertung des Journals statt bloß Gewinne und Verluste zu addieren. Unser Prüfverfahren definiert vorab die beobachteten Gelegenheiten, die Regel zur Kennzeichnung einer Abweichung und fehlende Aufzeichnungen. Entscheidungen, nicht zu handeln, sowie belegte technische Fehler werden gesondert erfasst. Ein Vorher-nachher-Vergleich kann ein Muster aufdecken, trennt aber für sich den Einfluss des Marktes, der Zusammensetzung der Trades und des Zufalls nicht. Ein besserer Disziplinindikator beweist allein nicht die Wirksamkeit einer Maßnahme. [4]
Investor.gov weist auf Kosten, Berechnungsmethoden und Grenzen von Aussagen über vergangene Ergebnisse hin. Unsere Abschlussprüfung betrachtet deshalb Regeleinhaltung, Datenqualität, Ausführbarkeit, Engagement und Nettoergebnis nebeneinander. Eine sorgfältig befolgte Methode kann einen negativen Erwartungswert haben. Weder ein gutes Journal noch mehr Selbstkontrolle beweist einen Strategievorteil oder garantiert zukünftigen Gewinn. Korrigierte Schlussfolgerungen sollen die ursprüngliche unbelegte Erklärung ersetzen. [7]
Ergebnis und Regeleinhaltung sind zwei Achsen
Für ein möglichst vollständiges Bild lies diesen Eintrag zusammen mit FOMO, Trading Plan, Trading Journal, Revenge Trading, Overtrading. Auf diesen Eintrag verweisen außerdem FOMO, Revenge Trading.
01Beweist ein gewinnbringender Trade richtige Disziplin?+
Nein. Ein Trade kann auch bei Verletzung einer vorab festgelegten Regel Gewinn erzielen. Die dokumentierte Absicht muss mit dem tatsächlichen Handeln verglichen und die Qualität der Regel selbst gesondert geprüft werden. Ein einzelnes Ergebnis entscheidet diese Fragen nicht.
02Lässt sich aus einem Verlust die verursachende Emotion bestimmen?+
Nein. Ein Verlust allein bestimmt weder den psychischen Zustand noch die Ursache einer Entscheidung. Belegtes Handeln, subjektive Aussage, Marktbedingungen und Kosten müssen unterschieden werden. Auch ein Zusammenhang im Journal beweist ohne Weiteres keinen kausalen Einfluss.